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Die deutsche Hausindustrie

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Bibliographic data

fullscreen: Die deutsche Hausindustrie

Monograph

Identifikator:
1003351123
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16006
Document type:
Monograph
Author:
Koch, Heinrich
Title:
Die deutsche Hausindustrie
Edition:
Zweite, bedeutend erweiterte Auflage
Place of publication:
M. Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verlag GmbH.
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (294 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Siebtes Kapitel. Selbsthilfe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die deutsche Hausindustrie
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Begriff und Einteilung der Hausindustrie
  • Zweites Kapitel. Die Entstehung der Hausindustrie
  • Drittes Kapitel. Umfang der Hausindustrie in Deutschland
  • Viertes Kapitel. Wirtschaftliche und soziale Zustände in er Hausindustrie
  • Fünftes Kapitel. Volkswirtschaftliche und soziale Bedeutung der Hausindustrie
  • Sechstes Kapitel. Staatshilfe
  • Siebtes Kapitel. Selbsthilfe
  • Achtes Kapitel. Hilfe von aussenstehenden Kreisen
  • Index

Full text

200 
VII. Kap.: Selbfthilfe 
Endlich, am 2. Oktober 1900, alfo nach 1% Jahren feit Beginn der Arbeit, 
kam diefe unter dem Namen „Gewerkverein der Heimarbeiterinnen der 
Kleider- und Wäfchekonfektion“ zuftande. Ein Satzungsentwurf wurde be 
raten und angenommen und etwa 100 Mitglieder traten bei. Der Beitrag 
wurde der geringen Zahlungsfähigkeit der in Betracht kommenden Arbeite 
rinnen halber auf nur 20 Pf. monatlich feftgelegt. Um die Kaffe leiftungsfähiger 
zu machen, wurde befchloffen, auch außerordentliche Mitglieder mit einem 
Mindeftbeitrag von 3 M. aufzunehmen, d. h. Perfönlichkeiten, die nicht Heim 
arbeiterinnen waren. Durch diefe Einrichtung wurde es gleichzeitig den 
Befucherinnen möglich gemacht, auch fernerhin mit den Heimarbeiterinnen, 
den ordentlichen Mitgliedern, gemeinfam zu arbeiten; es gab endlich ein Gebiet, 
auf dem Frauen der verfchiedenften Stände als Gleichberechtigte miteinander 
tätig waren. Seibftverftändlieh wurde fchon am Gründungsabend ein Vor- 
ftand gewählt. Hierbei zeigte fich fofort die Notwendigkeit der außerordent 
lichen Mitglieder; denn: konnte von den fchwer belafteten und ums tägliche 
Brot ringenden ordentlichen Mitgliedern noch eine viel Zeit in Anfpruch neh- 
mende unentgeltliche Arbeit für den Gewerkverein verlangt werden? Hier 
und da freilich kam das Mißtrauen zutage, ob diefe außerordentlichen Mit 
glieder auch wirklich das Intereffe der Arbeiterinnen fo felbftlos und nach 
haltig vertreten würden; aber es waren doch, wie fchon gefagt, nur vereinzelte 
Stimmen, die Mehrzahl hatte bereits Vertrauen gefaßt.“ 
Das ift die Entftehungsgefchichte des Gewerkvereins der Heimarbeite 
rinnen für Kleider- und Wäfchekonfektion und verwandte Berufe, wie er 
anfänglich hieß. Die Schwierigkeiten, die den Anfang begleiteten, find in den 
folgenden Jahren nicht gefchwunden. Zu der Indolenz in den eignen Reihen 
gefeilten fich als weitere feindliche Mächte die Gegnerfchaft des Unternehmer 
tums, vor allem der Konfektionäre, namentlich aber eine fcharfe Bekämpfung 
feitens der Sozialdemokratie, die der ganzen Organifation jeglichen gewerk- 
fchaftlichen Charakter abfprach und fie bei Tarifabfchlüffen öfter mit Gewalt 
auszufchalten fuchte. Von ftarken Mitgliederverluften blieb der Gewerkverein, 
wie alle übrigen Gewerkfchaften, nicht verfchont. Es kam fogar ein Jahr der 
Krifis (1910), das infolge einer Neuregelung der Beiträge, aber auch einer 
allgemeinen Wirtfchaftsdepreffion einen Rückgang in der Mitgliederzahl 
brachte. Den fchwierigen Verhältniffen zeigte fich aber die zähe Arbeit der 
Führerinnen ftets gewachfen, unter denen Margarete Behm, Gertrud Dyhren- 
furth und die verftorbene Therefe de la Croix befonders genannt zu werden 
verdienen. Aus dem kleinen Häuflein von 150 Arbeiterinnen, das Ende 1900 den 
Gewerkverein ausmachte, ift eine ftattliche Organifation von mehr als 8000
	        

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Frédéric Le Play in Seiner Bedeutung Für Die Entwicklung Der Sozialwissenschaftlichen Methode. Gustav Fischer, 1913.
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