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Der finanzielle Aufbau der deutschen industriellen Aktiengesellschaften in den Jahren 1901 bis 1910

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Bibliographic data

fullscreen: Der finanzielle Aufbau der deutschen industriellen Aktiengesellschaften in den Jahren 1901 bis 1910

Monograph

Identifikator:
100473039X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-16363
Document type:
Monograph
Author:
Meissner, Ludwig
Title:
Der finanzielle Aufbau der deutschen industriellen Aktiengesellschaften in den Jahren 1901 bis 1910
Place of publication:
Halle
Publisher:
Buchdruckerei des Waisenhauses
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (49 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die durchschnittliche Kapitals- und Vermögensverteilung in den Jahren 1901 bis 1910
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der finanzielle Aufbau der deutschen industriellen Aktiengesellschaften in den Jahren 1901 bis 1910
  • Title page
  • Contents
  • Die Statistik der privaten industriellen Unternehmungen
  • Zweck, Methode und Material der vorliegenden Arbeit
  • Bearbeitung des Materials
  • Die Aktiengesellschaften der einzelnen Industrien
  • Die durchschnittliche Kapitals- und Vermögensverteilung in den Jahren 1901 bis 1910
  • Schluß

Full text

32 
am kleinsten, es folgt die Kabelindustrie, dann die gemischte Elektrizitätsindustrie und die Elektrizitäts 
maschinenindustrie. Dieselbe Reihenfolge zeigen die elektrotechnischen Industrien in der Größe des 
Verhältnisses des dauernd verfügbaren Kapitals zum Gesamtanlagfevermögen. 
Bei den bisher aus der Betrachtung ausgeschiedenen Gesellschaften für Elektrizitätserzeugung 
zeigen beide Arten zunächst dieselben, wenn auch dem Grade nach verschiedenen, Abweichungen 
in der Zusammensetzung des Kapitals, und zwar in dem Anteil der langfristigen Schulden, der hier 
eine bei keiner anderen Industrie erreichte Höhe hat; ferner zeigen die reinen Elektrizitätswerke 
das höchste produzierende Anlagevermögen im Verhältnis zum produzierenden Vermögen, während 
die Elektrizitätserzeugungs- und Finanzierungsgesellschaften sich durch den das produzierende Vermögen 
übersteigenden Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen und durch die niedrigsten Abschreibungen 
auszeichhen. Bei letzteren ist auf ihre Eigenschaft als Finanzierungsunternehmen die von den reinen 
Elektrizitätswerken so erheblich abweichende Höhe des Betriebsvermögens zurückzuführen; aus dem 
gleichen Grunde erklärt sich sowohl der verschiedene Anteil der Vorräte und der Unterschied der 
Abschreibungen, als auch die ungleiche Höhe der Liquidität und des Verhältnisses des dauernd 
verfügbaren Kapitals zum Gesamtanlagevermögen. Dies Verhältnis und die Liquidität stehen im 
übrigen in der Höhe, mit der sie bei den reinen Elektrizitätswerken erscheinen, einzig da. 
II. Die übrigen Industrien. 
Tabelle 36. 
Die Aktiengesellschaften mit dem kleinsten Aktienkapital enthält in der Gruppe der 
Nahrungs- und Genußmittelindustrie die Getreidemühlenindustrie, der sich Bekleidungsgewerbe und 
graphische Gewerbe anschließen mit ebenfalls niedrigerem Aktienkapital als das kleinste der Tabelle 35. 
Das höchste eigene Kapital in Prozenten des Aktienkapitals weisen die Gesellschaften der 
Papierindustrie und die Spritfabriken auf, die nur von den Gesellschaften für Schiffbau übertroffen 
werden. Die höchsten Anleihen und Hypotheken haben in Prozenten des Aktienkapitals die 
Gesellschaften der Papierindustrie, in Prozenten des eigenen Kapitals die Brauereien und Mälzereien; 
die größte Inanspruchnahme des kurzfristigen Kredits entfällt auf die Spritfabriken, die sich dagegen 
mit den geringsten langfristigen Schulden begnügen. Fremdes Kapital überhaupt erreicht seine größte 
Höhe bei den Gesellschaften der Papierindustrie, während die Bekleidungsindustrie über das niedrigste 
verfügt. Die Gesellschaften für Gas- und Wasserversorgung, die in der Art ihres Betriebes den 
reinen Elektrizitätswerken ähneln, zeigen von diesen in bezug auf die Höhen der Anleihen und 
Hypotheken einen beträchtlichen Unterschied, immerhin überwiegen bei ihnen die langfristigen 
Schulden die kurzfristigen am stärksten von allen übrigen Industrien der Tabelle 36. 
Das produzierende Vermögen zeigt dagegen bei den Gas- und Wasserwerken annähernd 
die gleiche Zusammensetzung wie bei den reinen Elektrizitätswerken; nur ist bei den ersteren das 
Betriebsvermögen etwas höher und die Vorräte kleiner. Verhältnismäßig niedriges Betriebsvermögen 
und geringe Vorräte finden sich ferner noch bei den Baumaterialgesellschaften, die hierin den 
Gesellschaften für Bergbau und Hüttenwesen ähnlich sind, und den Brauereien und Mälzereien, doch 
ist bei letzteren der beträchtliche Anteil der Hypotheken am produzierenden Anlagevermögen zu 
berücksichtigen. Das höchste Betriebsvermögen benötigen die Spritfabriken, die hierin von allen 
Industrien an erster Stelle stehen. Die höchsten Vorräte, die sogar das produzierende Anlage 
vermögen übersteigen, haben die Gesellschaften der Leder-, Gummi- und Linoleumindustrie, denen 
nur noch die Schiffbaugesellschaften annähernd gleich kommen. Es sei noch auf die chemische 
Industrie, bei der das Betriebsvermögen einschließlich hoher Vorräte das produzierende Anlage 
vermögen weit übertrifft, und auf die Textilindustrie, die bei höheren Vorräten weniger Betriebs 
vermögen braucht, verwiesen. Das Betriebsvermögen ausschließlich der Vorräte erreicht seinen höchsten 
Anteil am produzierenden Vermögen bei den Spritfabriken, dem aber, wie oben erwähnt, der höchste 
Anteil der kurzfristigen Schulden am Gesamtkapital gegenübersteht. 
Die geringste Neigung, sich anderen Unternehmen derselben oder verwandter Industrien 
anzuschließen, zeigen die Gesellschaften der Mühlenindustrie, bei denen Wertpapiere und Beteiligungen 
den geringsten Anteil am Gesamtvermögen aufweisen. Das Gegenstück dazu bilden in derselben 
Gruppe der Nahrungs- und Genußmittelindustrie die Spritfabriken, bei denen Effektenbesitz und Be 
teiligungen an gleichartigen Unternehmen eine bedeutende Rolle spielen; ihnen folgen die Gesellschaften 
der „sonstigen Nahrungsmittelindustrien“, die Papierindustrie und die chemische Industrie, bei denen 
der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen noch den zehnten Teil des Gesamtvermögens übersteigt. 
Die Gesellschaften der graphischen Gewerbe weisen die höchsten Abschreibungen auf, die 
bei den übrigen Industrien zumeist nach Höhe des Anlagevermögens und nach Art und Höhe der 
Vorräte verschieden sind.
	        

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