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Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1004940505
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-17272
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
Edition:
Sonderabdruck aus: "Mitteilungen aus dem Intendanzwesen"
Place of publication:
Wien
Publisher:
[Seidel]
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 2-13, Seiten 2-16, Seiten 2-46)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VI. Beschaffung von Zeichengeld
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
  • I. Die Kriegswirtschaftslehre als Sonderdisziplin
  • II. Verschiedenartigkeit der Kriegswirkung
  • III. Das Problem der Reserven
  • IV. Arten der kriegswirtschaftlichen Bedarfsdeckung
  • V. Aufgaben und Wesen des Geldes
  • VI. Beschaffung von Zeichengeld
  • Beschaffung von Weltgeld
  • VIII. Organisation der unmittelbaren Realienbeschaffung
  • IX. Sicherung des Realienbedarfes für den Kriegsfall
  • X. Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Geld und Kredit
  • IX. [i. e. XI.] Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Produktion und Handel
  • XII. Der Kriegserfolg
  • Schlußbemerkungen

Full text

11 
Es kann Vorkommen, daß der Staat bei der Auf 
nahme der Anleihe Papier erhält, aber sich ver 
pflichtet, die Anleihe in vollwertigem Metallgeld 
zu verzinsen und zurückzuzahlen. 1868 haben zum 
Beispiel die Nordstaaten während des Sezessions 
krieges eine Anleihe unter diesen Bedingungen 
aufgenommen. 
Es kommt auch der umgekehrte Fäll vor. 
Ein Staat nimmt die Anleihe ganz oder über 
wiegend in Weltgeld auf, verpflichtet sich viel 
leicht sogar auch, sie in Weltgeld zurückzuzahlen, 
kann dies aber dann nicht und befriedigt alle 
Gläubiger oder zumindest jene, die im Inland 
Wohnen, mit Zeichengeld. Man spricht in einem 
solchen Fall, insbesondere wenn die Kaufkraft 
des Zeichengeldes gegenüber dem Weltgeld sehr 
gesunken ist, wohl schon von einem Staatsbankrott. 
Ich will nun den Unterschied anzudeuten 
versuchen, der zwischen den Wirkungen besteht, 
Welche Anleihen, und jenen, welche Steuern zur 
Böige haben. Die Steuern werden in ähnlicher 
Weise verteilt, wie etwa die allgemeine Wehr- 
Pflicht. Jeder wird herangezogen, es wird nicht 
gefragt, ob einer Geld eben flüssig hat oder nicht. 
Anders bei der Anleihe. Derjenige, welcher Geld 
frei hat, wird vielleicht die Gelegenheit verwen 
den, es zinstragend in Staatspapieren anzulegen, 
Während ein anderer, der möglicherweise weit 
reicher ist, kein Bargeld frei hat, oder es besser 
>n Fabriken und anderen Unternehmungen ver 
wenden kann. Wir müssen uns ja darüber klar 
s ein, daß die Entziehung großer Geldsummen 
durch Kriegsanleihen häufig auf Kosten der in 
dustriellen und agrarischen Produktion erfolgt, 
die schwer darunter leiden können. Das Auf 
nehmen von Anleihen wirkt ähnlich wie das 
Werben von Truppen in England. Wie ich 
Sc hon oben erwähnt habe, werden auf diese 
Weise in erster Reihe jene Kräfte heran- 
gezogen, die in der Produktion nicht allzu 
re ntabel verwertet werden können. Der Fein 
mechaniker wird vielleicht zu seinem Arbeit 
geber gehen und sagen: Der Staat bietet mir 
e 'ue bestimmte Summe für den Eintritt in die 
Armee, wenn Ihr nicht mehr gebt, folge ich 
'kui. Der Arbeitgeber hat nun die Wahl. 
Aehnlich in unserem Fall; der Staat bietet 
hr eine bestimmte Geldsumme Zinsen, derjenige, 
Welcher Geld einem andern geliehen hat, kann 
z ü dem Schuldner kommen und sagen: Der Staat 
bietet mir mehr, wenn du den Zins nicht erhöhst, 
gebe ich ihm das Geld. Der Schuldner kann nun 
berechnen, ob er das Geld zu dem höheren Zins 
satz behalten kann. 
Wir dürfen aber nicht übersehen, daß durch 
b'e Anpassung der Anleihen an die Rentabilität 
zwar Rentabilitätsstörungen, wie sie bei Steuern 
Vorkommen, etwas verringert sind, daß aber 
Unternehmen, welche weniger rentabel sind 
11 n b daher durch Anleihenaufnahmen, soweit 
Sle mit kredidiertem Gelde arbeiten, zunächst 
getroffen werden, gesellschaftlich oft von größter 
Wichtigkeit sind, da ja die Rentabilität sich 
keineswegs mit dem öffentlichen Nutzen 
deckt. Es sind dies Probleme sehr prinzipieller 
Natur, die ich hier nur kurz anzudeuten vermochte. 
Nicht unwichtig ist auch die Erörterung der 
Frage, wie die Aufnahme von Anleihen auf die 
verschiedenen Einkommenklassen wirkt. An der 
Kriegsanleihe, die meist dem Staat nur unter 
harten Bedingungen gewährt wird — wir haben 
gesehen, welch hohe Zinsen Oesterreich für seine 
Anleihen zusichern mußte, die während des Bal 
kankrieges aufgenommen wurden — partizipieren 
als Gläubiger in erster Reihe die wohlhabenden 
Kreise der Bevölkerung, während die Rückzahlung 
und die Zahlung der Zinsen die gesamte Bevöl 
kerung belastet, muß doch das Hauptteil dieser 
Beträge durch allgemeine Steuern aufgebracht 
werden. Die Aufnahme solcher Kriegsanleihen 
kann daher zuweilen die Wirkung ausüben, daß 
die ärmere Bevölkerung in erhebliche Abhängig 
keit von der reicheren kommt. Die Steuern 
werden von Armen und Reichen gezahlt, die 
Reichen bekommen aber einen erheblichen Teil 
davon zurückerstattet, weil sie Staatspapiere in 
den Händen haben, die sich übernormal verzinsen. 
Nach der Befreiung Nordamerikas kam es 
bereits 1790 zu einem Konflikt zwischen dem 
Norden und dem Süden. Die ärmeren Südstaaten 
beschwerten sich darüber, daß sie ohne jede 
Entschädigung Steuern zahlen mußten, um 
die Kriegsanleihen zu zahlen, während die 
reicheren Nordstaaten großen Gewinn erzielten, 
zumal es sich um Anleihen handelte, die weit 
unter dem Nominale zirkuliert hatten und erst 
nach dem Kriege in die Höhe gingen. Damals 
wurde den Südstaaten als Entschädigung die 
Gründung der neuen Hauptstadt Washington in 
ihrem Gebiet zugesichert, die so ihren Standort 
Kriegsanleihen verdankt. Das Gesagte erhellt zur 
Genüge aus Tabelle XI, welche ganz schematisch 
die Belastung durch Kriegsanleihen darstellt. Wir 
sehen, wie die Regierung während des Krieges 
eine 5°/ 0 ige Steuer auferlegt und gleichzeitig eine 
10 0 / o ige Anleihe aufnimmt. Von den 600 Geld 
mengen, welche auf diese Weise hereinkommen, 
müssen aber nur 500 zurückgezahlt werden, weil 
ja 100 durch Steuern aufgebracht werden. Wenn 
die Rückzahlung bereits im nächsten Jahre er 
folgt, so erhöht sich die Summe, welche zurück 
gezahlt werden muß, auf 550 Geldmengen. Wenn 
wir annehmen, daß die Steuer nicht progressiv 
ist — um die Tabelle nicht zu komplizieren — 
so kommen wir zu dem Ergebnis, daß zwar 
auch die Reichen einen Teil ihrer Anleihezinsen 
aufbringen müssen, aber nur einen Teil, der 
Rest trifft die übrige Bevölkerung. In welchem 
Ausmaß dies der Fall ist, hängt natürlich davon 
ab, welche Steuern dazu dienen müssen, Zinsen 
und Rückzahlung zu bestreiten. Indirekte Steuern 
treffen meist die ärmeren Schichten mehr als 
etwa direkte. Dies sind aber Einzelheiten, auf die 
ich hier nicht näher eingehen kann. 
Wir sehen daraus, daß wichtige soziale Ver 
änderungen mit der Aufnahme von Anleihen in
	        

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Einführung in Die Kriegswirtschaftslehre. [Seidel], 1914.
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