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Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Einführung in die Kriegswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1004940505
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-17272
Document type:
Monograph
Author:
Neurath, Otto http://d-nb.info/gnd/118587420
Title:
Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
Edition:
Sonderabdruck aus: "Mitteilungen aus dem Intendanzwesen"
Place of publication:
Wien
Publisher:
[Seidel]
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 2-13, Seiten 2-16, Seiten 2-46)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IX. [i. e. XI.] Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Produktion und Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Einführung in die Kriegswirtschaftslehre
  • I. Die Kriegswirtschaftslehre als Sonderdisziplin
  • II. Verschiedenartigkeit der Kriegswirkung
  • III. Das Problem der Reserven
  • IV. Arten der kriegswirtschaftlichen Bedarfsdeckung
  • V. Aufgaben und Wesen des Geldes
  • VI. Beschaffung von Zeichengeld
  • Beschaffung von Weltgeld
  • VIII. Organisation der unmittelbaren Realienbeschaffung
  • IX. Sicherung des Realienbedarfes für den Kriegsfall
  • X. Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Geld und Kredit
  • IX. [i. e. XI.] Rückwirkungen des Krieges und der Rüstungen auf Produktion und Handel
  • XII. Der Kriegserfolg
  • Schlußbemerkungen

Full text

39 
im Jahre 1810 auf ungefähr 14.000 ansteigen 
machte. In 20 Jahren hatte sich die Anzahl ver 
fünffacht. Auch die nordfranzösische Tuchindustrie 
florierte während der Kontinentalsperre. Es gab 
damals Nationalökonomen, die sich dieser Wir 
kungen voll bewußt waren; sie erklärten mit 
aller Präzision, die man nur wünschen kann, 
Frankreich habe durch die Kontinentalsperre eine 
eigene Industrie bekommen und Mitteleuropa sei 
industriell von England unabhängig geworden. 
Napoleon soll zu einem Textilfabrikanten die 
Aeußerung gemacht haben: «Wir beide führen 
gegen England Krieg.» Während der Kontinental 
sperre entstanden, wie ich schon erwähnte, zahl 
reiche Rübenzuckerfabriken. Wie rasch sich die 
selben entfaltet haben müssen, kann man daraus 
entnehmen, daß nach der Aufhebung der Konti 
nentalsperre in Frankreich allein deren 200 zu 
grundegehen konnten. 
Während der Napoleon'ischen Kriege hat 
aber Frankreich auch schwere Verluste erlitten. 
Es büßte fast den ganzen Kolonialhandel ein, 
den Handel mit Zucker, Kaffee, Baumwolle, Indigo. 
Zum Teil wurde freilich gerade dadurch die Ent 
wicklung der Zuckerindustrie gefördert. Schwere 
Verluste erlitt auch die deutsche Exportindustrie, 
die zu Beginn des 19. Jahrhunderts ohnedies 
nicht sehr entwickelt war. Vor allem war es die 
Sonneberger Spielwarenindustrie, die Schaden zu 
verzeichnen hatte, ebenso die schlesische Leinen 
industrie, die Portugal, Spanien usw. mit ihren 
Produkten versorgte. Auch Hamburg, als ein 
Zwischenhandelszentrum, hatte große Verluste. 
Ebenso die ostdeutsche Landwirtschaft, die nach 
England Getreide, Holz, Hanf und Flachs expor 
tierte. 
Wie sehr der Zwischenhandel durch Kriege 
leiden kann, zeigen die Ziffern der Tabelle XXVI 
für 1869 und 1870. 
Tabelle XXVI. 
Import nach Hamburg 
Ware 
Quantitäts 
bezeichnung 
1869 
1870 
Baumwolle 
Paket 
253.000 
187.000 
Kaffee 
Pfund 
130,000.000 
78,600.000 
Zedernholz 
Quadratfuß 
986.000 
451.000 
Reis 
Säcke 
283.000 
172.000 
Dieser Rückgang der Warenziffern entspricht 
dem Rückgang der Schiffahrt, der freilich in einem 
Weltkriege noch ganz andere Dimensionen an 
nehmen dürfte. Tabelle XXVII gibt eine Uebersicht 
für Hamburg und Bremen. Noch instruktiver sind 
Zusammenstellungen, welche die Veränderungen 
monatsweise geben. 
Tabelle XXVII. 
Lähmung der Schiffahrt durch den Krieg: 
Hafen 
Jahr 
Angekommene 
Abgefahrene 
Seeschiffe ca. 
Hamburg 
1869 
. 5200 
5200 
« 
1870 
4100 
4100 
Bremen 
1869 
3000 
3200 
« 
1870 
2400 
2400 
Es gibt nun Leute, welche die Anschauung 
vertreten, daß jener, der eine Kontinentalsperre 
verhänge, sich selbst ebensosehr schädige, wie den 
Gegner. Man kann zwar ohneweiters zugeben, daß 
durch derartige Eingriffe in den internationalen 
Handel im allgemeinen beide beteiligten Parteien 
zu leiden haben ; ob aber beide gleich viel 
leiden, das ist eine durchaus konkrete Frage; eine 
allgemeine Antwort läßt sich auf dieselbe nicht 
geben. Norman Angell hat in seinem Buche die 
«Große Täuschung», diese Behauptung aufgestellt, 
ohne daß es ihm aber gelungen wäre, sie zu be 
weisen. Seine sehr lesenswerten Ausführungen 
zeigen nur, daß die Komplikation des heutigen. 
Weltmarktes eine isolierte Beeinflussung in einer 
einzigen Richtung schwer, ja unmöglich macht. 
Daß aber der Vorteil durch den Nachteil immer 
kompensiert wird, das zu beweisen ist Norman 
Angell begreiflicherweise nicht imstande. Es wird 
zweifellos Fälle geben, in denen derjenige, der den 
anderen schädigen will, selbst sogar den größeren 
Schaden erleidet. 
Wenn wir von den Schädigungen sprechen, 
die ein Weltkrieg der Zukunft nach sich ziehen 
kann, empfiehlt es sich, einen Blick auf die Ziffern 
des internationalen Handelsverkehrs zu werfen. 
Denken wir uns einen Zusammenprall zwischen 
Tripelentente und Dreibund. 
Welche Handelsentwicklung Deutschlands Ruß 
land gegenüber steht auf dem Spiele, welche Vor 
teile kann eventuell England dadurch erringen, 
daß Deutschland zeitweilig ausgeschaltet wird? 
Tabelle XXVIll gibt uns davon einen, wenn auch 
nur ungefähren, Begriff. Die zunehmende Beteili 
gung Deutschlands am russischen Außenhandel 
trägt natürlich nicht dazu bei, einen Krieg mit 
Rußland besonders wünschenswert erscheinen zu 
lassen, zumal Deutschlands Politik überhaupt da 
rauf aus ist, es sich mit Rußland nicht ganz zu ver 
derben. In einem Weltkrieg kann England unter 
Umständen Deutschlands Seehandel völlig lahm 
legen und Rußland allein mit Waren versorgen. 
Zwar wissen wir, daß auch kleine Flotten Erfolge 
erzielen können, wie dies bei Lissa der Fall war
	        

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Einführung in Die Kriegswirtschaftslehre. [Seidel], 1914.
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