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Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

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Bibliographic data

fullscreen: Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

Monograph

Identifikator:
1004944497
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18162
Document type:
Monograph
Author:
Bovensiepen, Rudolf http://d-nb.info/gnd/116299916
Title:
Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus
Place of publication:
Neumünster
Publisher:
Nordische Verlagsanstalt R. Hieronymus
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (80 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Kapitel. Karl Marx und der Marxismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Wesen, Bedeutung und Unterschiede vom wissenschaftlichen Sozialismus, Sozialdemokratie, Kommunismus und Anarchismus
  • Zweites Kapitel. Der utopische Sozialismus
  • Drittes Kapitel. Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die Arbeiterbewegung
  • Viertes Kapitel. Der wissenschaftliche Anarchismus
  • Fünftes Kapitel. Karl Marx und der Marxismus
  • Sechstes Kapitel. Der Bolschewismus
  • Siebentes Kapitel. Schlußbetrachtung, Rückblick und Ausblick. Die neue Wirtschaft und ihr Geist

Full text

vermittelt wie heute, sie verhüllten sich mehr in patriarchalische Formen 
der Ausbeutung, die Klassenkämpfe traten nicht so offen in die Erscheinung 
wie heute. Unsere aus dem Untergange der alten feudalen Gesell/Haft her 
vorgegangene bürgerliche moderne Gesellschaft hat die Klassengegensätze un- 
gemein vereinfacht. „Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in 
zwei große feindliche Lager, in ztoei große einander direkt gegenüber 
stehende Klassen' Bourgoisie und Proletariat." (S. 26.) Diese Bourgoisie 
war alles andere als von jeher staatserhaltend, im Gegenteil, sie „hat in 
der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt. Die Bourgoisie, wo 
sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen 
Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Men 
schen an seinen natürlichen Vorgefetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen 
und kein anderes Band zwischen. Mensch und Menschen übrig gelassen, als 
bas nackte Interesse, als die gefühllose bare Zahlung. Sie hat die heiligen 
Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spieß- 
büUgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung er 
tränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an 
die Stelle der zahllosen verbrieften und wohletworbenen Freiheiten die 
eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat mit einem Worte an die 
Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung 
die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt. Die Bourgoisie 
hat alle bisher ehrwürdigen Und mit frommer Scheu betrachteten Tätig 
keiten ihres Heiligenscheines entkleidet. Sie hat den Auzt, den Juristen, 
den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten 
Lohnarbeiter verwandelt. Die VouUgoisie hat dem Familienverhältnis sei 
nen rührend-sentimentalen Schleier abgerissen und es auf ein reines Geld- 
verhältnis zurückgeführt." (S. 28.) Aber buch ihre eigenen Verdienste um 
die wirtschaftliche Entwickelung hat diese Bourgoisie. „Die Bourgoisie hat 
in ihrer kaum hundertjährigen Klassenherrschaft massenhaftere und kolossa 
lere Produktionskräfte geschaffen, als alle, vergangenen Generationen zu 
sammen. Unterjochung der Näturkräfte, Maschinerie, Anwendung der 
Chemie auf Jndüstrie und Ackerbau, Dampfschiffahrt, Eisenbahnen, elektri 
sche Telegraphen, Urbarmachung ganzer Weltteile, Schiffbarmachung der 
Flüsse, ganze aus dem Boden hervorgestampfte Bevölkerungen — welches 
frühere Jahrhundert ahnte, daß solche Prvduktionskräfte im Schoße der ge 
sellschaftlichen Arbeit schlummerten." (S. 30.) 
Aber je mehr die moderne bürgerliche Gesellschaft diese gewaltigen Pro 
duktionskräfte schafft, gräbt sie sich selber ihr eigenes Grab, sie „gleicht dem 
Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen 
vermag, die er heraufbeschwor." (S. 3l.) Das aus ihrem Schoß entsprossene 
Proletariat, das nur seine Arbeitskräfte fein eigen nennt, umfaßt die Män 
ner, welche die todbringenden Waffen gegen die Bourgoisie führen werden. 
Dieses Proletariat wächst unaufhaltsam,- es umfaßt die ungeheuere Mehr 
heit des ganzen Volkes, immer mehr wächst es geradezu reißend. Deshalb 
muß es auch endlich siegen, mögen auch noch soviel einzelne Kämpfe ver 
loren gehen. Lange Zeit wird ein mehr oder weniger versteckter Bürger 
krieg in der modernen bürgerlichen Gesellschaft, vorherrschen, bis das Prole 
tariat durch eine gewaltsame Erhebung die Herrschaft der Bourgoisie stürzt.
	        

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Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus Und Bolschewismus. Nordische Verlagsanstalt R. Hieronymus, 1919.
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