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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

: 
Entwickelung der Luftschiffahrt. 
959 w~\v 
hervorragendes Verkehrsmittel werden können, aber gegenwärtig kann man in ihnen, auch 
bei optimistischer Beurteilung, nicht mehr sehen als ein wahrscheinlich ausnehmend zukunfts 
reiches Mittel sportlicher Betätigung, und die verschiedenen Versuche, einen regelmäßigen 
Luftverkehr der einen oder andren Art ins Leben zu rufen, halten bis jetzt zumeist nur einen 
Kuriositätswert. — Die Luftschiffe werden sich ja wohl noch zuerst in den Dienst der 
regelmäßigen Verkehrsabwickelung stellen, obwohl einstweilen die notwendigerweise noch 
sehr hohen Benutzungskosten die Fahrt darin zu einem Luxusvergnügen stempeln, das sich 
recht merklich von jeder andren Benutzung irgendwelcher Verkehrsmittel unterscheidet. 
Das Ideal des Zukunftsverkehrs sind aber doch dieFlugapparate, und mancher schwärmte 
schon in Gedanken von einer nahen Zukunft, wo jeder, der über einen entsprechenden Geld 
beutel verfügt, sich einen eignen Flugapparat würde anschaffen können, wie man sich in den 
letzten Jahren wohl ein Zweirad oder ein Automobil kaufte. Nun, mit der Verwirklichung dieser 
Träume hat es noch gute Weile. Einstweilen werden die Flugapparate nach wie vor rein 
sportliche Instrumente bleiben, und obwohl sie in mannigfacher Hinsicht geradezu ideale 
Verkehrsmittel darstellen, obwohl ihre Geschwindigkeit und Landefähigkeit sich außer 
ordentlich rasch vervollkommnet haben, so fehlen ihnen doch noch einige Eigenschaften, die 
vollkommen unentbehrlich für ein richtiges Verkehrsmittel sind, vor allem die unbedingt 
sichere Gleichgewichtshaltung, die zurzeit in Luftwirbeln und Böen doch zuweilen noch recht 
fühlbar versagt, und die unvermeidliche Unzuverlässigkeit der Motoren. Gefahren bringtjeder 
neu aufkommende Fortschritt anfangs in hohem Maße mit sich, und Todesopfer heischt jede 
großartige Verbesserung im Verkehrsleben zunächst in nicht geringer Anzahl — dennoch aber 
übersteigen die Gefahren des Flugsports alle andren, aus mannigfachen Gründen, recht 
erheblich, und die erschreckend große Hekatombe von Leichen, die der Tod alljährlich aus der 
Schar der Jünger dieses Sports fordert, lehrt zur Genüge, daß den Flugapparaten eben 
noch eine Voraussetzung jedes ordnungsmäßigen Verkehrsmittels fehlt: die leidliche Betriebs 
sicherheit. Dennoch wäre es mehr als Unrecht, wenn man an diese offenbar vorhandenen Mängel 
pessimistische Betrachtungen knüpfen wollte. Wie Rom nicht in einem Tage erbaut worden ist, 
so wird auch der Flugapparat nicht von heute auf morgen ein vollwertiges Verkehrsmittel werden 
können; aber die Anfänge hierzu sind glücklich gemacht worden, viel schöner und herrlicher 
gemacht, als es noch vor wenigen Jahren die üppigste Phantasie zu hoffen wagte. — Daher 
ist es auch an dieser Stelle angebracht, wenigstens die bedeutsamsten Tatsachen zu erwähnen, 
die in der bisherigen Geschichte eines so wichtigen Weltverkehrsmittels der Zukunft zu ver 
zeichnen waren. 
Die ersten Bemühungen zur Herstellung eines Lenkballons gehen bis auf das 
große Epochejnhr der Luftschiffahrt, 1783, zurück. Zahlreiche bald mehr bald minder ernste 
Projekte haben die nachfolgenden Jahrzehnte gezeitigt. Der erste größere Erfolg wurde 
von den französischen Offizieren Renard und Krebs am 9. August 1884 erreicht: mit einem 
Motorluftschiff von 50,42 m Länge, 8,4 m Durchmesser und 1864 cbm Inhalt gelang 
es, eine Fahrt von 25 Minuten Tauer am Ausgangspunkte wieder enden zu lassen. Die mit 
Unterstützung der Regierung vorgenommenen, sehr verheißungsvollen Fahrten mußten aber 
nach Jahresfrist eingestellt werden, als neue Männer ans Ruder kamen, die kein Ver 
ständnis für die Bedeutung der Sache hatten und die Gelder nicht weiter bewilligten. Auch 
in Deutschland regten sich ähnliche Bestrebungen. Von den ziemlich unbedeutenden Leistungen 
Ganswindts abgesehen, ist hier der Buchhändler Wolfert aus Leipzig zu erwähnen, der seit 
1887 dem Problem des lenkbaren Ballons nachging. Er unternahm am 28. und 29. August 
1896 auf der Berliner Gewerbeausstellung mit gutem Erfolg kleine Probefahrten, die im 
nächsten Jahr wiederholt wurden. Auf einer Fahrt aber, am 12. Juni 1897, geriet das 
Luftschiff in Brand, und Wolfert kam ums Leben. Etwa gleichzeitig führte der ungarische 
Holzhändler David Schwarz mit einem von ihm ersonnenen Aluminiumluftschiff zwei er 
folgreiche, kleine Fahrten in Petersburg aus. Als ihm aber glaubhaft hinterbracht wurde, 
daß die russische Regierung, wenn die entscheidende dritte Probefahrt gelang, sich des Luft 
schiffs bemächtigen und ihn selbst als Spion verschwinden lassen wolle, zerstörte er sein 
Luftschiff und flüchtete aus Rußland nach Deutschland. Hier nahm er seine Arbeit wieder 
XI 1204
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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