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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

959 zz 
Die Luftschiffahrt. 
konnte sich auf einer Fahrt nicht weniger als 11 1 / 2 Stunden ununterbrochen in der Luft 
halten. Kürzlich, am 8./9. Juni 1912, ist der Parseval-Ballon in 11 Stunden 40 Minuten 
von Berlin-Tegel bis in die Nähe von Königsberg geflogen, hat also bei Übertvindung 
einer Entfernung von 550 km die recht ansehnliche Stundengeschwindigkeit von beinahe 
50 km entfaltet. — Alle drei deutschen Luftschiffe haben sich als vollauf brauchbar erwiesen; 
jedes hat seine Vorteile und seine Nachteile, aber eine Zukunft dürfte ihnen allen ge 
sichert sein. 
Auch außerhalb Deutschlands war man bei der beginnenden Eroberung der Luft nicht 
untätig; doch nur in Frankreich konnte man im Luftschiffbau Erfolge aufweisen, die sich 
den deutschen an die Seite stellen konnten. Alberto Santos-Dumont, ein in Paris 
lebender, schwerreicher Brasilianer, baute eine Reihe von Luftschiffen und konnte am 19. Ok 
tober 1901 eine Fahrt rund um den Eiffelturm unternehmen und dann gegen den Wind 
zur Ausgaugsstelle zurückkehren. Auch Severot und Julliot schufen französische Luftschiffe, 
hattet: aber nur geringe Erfolge. Nachdem ein von Julliot erbautes, halbstarres Luftschiff 
„La Patrie", auf das man sehr große Hoffnungen gesetzt hatte, am 1. Dezember 1907 vom 
Winde entführt und im Ozean versunken war, hat neuerdings ein von Kapperer erbautes, 
62 m und 3200 odm fassendes, mit sehr eigenartigen Stabilisierungsballons versehenes 
Luftschiff „Bille de Paris" beachtenswerte Erfolge zu verzeichnen gehabt. ■— In England 
hat man es auf dem Gebiete des nationalen Luftschiffbaus über sehr hochmütige Ankündi 
gungen und einen sehr schönen Namen für das Luftschiff („Nullt secundus") noch kaum 
hinausgebracht. Auch in andren Ländern sind bisher tiur bescheidene Erfolge erzielt worden. 
Die Ehre, dem lenkbaren Luftschiff zum Dasein verholfeu zu haben, kommt im vollen Um 
fang Deutschland und Frankreich allein zu. 
Es ist bemerkenswert, daß auch die grundlegenden Erfindungen auf dem Gebiete der 
Flugschiffahrt überwiegend in Deutschland gemacht worden sind. Wenn trotzdem Deutsch 
land heute ganz und gar nicht die Führung in der «Aviatik hat, so ist daran ausschließlich 
der alte Erbfehler der Teutschen schuld, ihr hervorragend unpraktisches Wesen, das die 
Tragweite neuer technischer Ideen meist viel zu spät und in der Regel erst dann erkennt, 
wenn das Ausland sich anschickt, die in Deutschland geborenen Gedanken materiell nutzbar 
zu machen und in klingende Münze umzusetzen. So galt auch für die Schaffung der Flug 
apparate das alte, tadelnde: „Vinosrs scis, victoria uti nescis“. 
Gelegentliche Flugversuche sind vermutlich so alt, wie die Menschheit selbst; die ungeheure 
Menge der über die ganze Erde verbreiteten Flugsagen zeigt zur Genüge, daß der Traum, 
den Vögeln gleich emporschweben und davonfliegen zu können, die Menschenseele von jeher 
beschäftigt hat, und wo dieser Traum die Gedanken gepackt hat, da reizt er immer und 
immer wieder wagemutige Idealisten, Leib und Leben an seine Verwirklichung zu wagen. 
In den letzten tausend Jahren ist kaum ein Jahrhundert vergangen, in dem sich nicht 
mindestens ein stets sehr ernst gemeinter, wenn auch oft mit primitivsten Mitteln unter 
nommener Versuch zur Nachahmung des Vogelfluges historisch nachweisen läßt. Noch vor 
100 Jahren wurde zum letztenmal in Deutschland der Versuch gemacht, mit Hilfe künst 
licher Vogelschwingen das Flugrätsel zu lösen, als der „Schneider von Ulm", Albr. Ludwig 
Berblinger, am 31. Mai 1811 vom Nlmer Donauufer einen stolzen Flug antrat, der 
freilich noch in derselben Minute in den Wellen des Stromes endete. 1852 ereignete sich 
ein ähnlicher Fall in Paris. 
Im 19. Jahrhuitdert hinderte die Konzentrierung der Aufmerksamkeit auf die Luft 
ballons lange Zeit hindurch weitere Versuche, das Flugproblem für den Menschen zu lösen. 
In Deutschland, Österreich und Frankreich lebte erst in den letzten zwei Jahrzehnten das 
alte Streben abermals auf. 1878 begann der Wiener Ingenieur Wilhelm Kreß, auf 
mathematisch-wissenschaftlichen Berechnungen basierend, das Studium des Vogelfluges; er 
konnte aber seine durchaus gesunden Ideen nicht verwirklichen, teils aus Mangel an Mitteln, 
teils, weil eS damals noch nicht genügend leichte Motoren gab, und als solche schließlich 
geschaffen wurden, fehlte es Kreß an Geld, so daß er nur ein befruchtender Anreger, nicht 
ein wirklicher Pfadweiser geworden ist. — Ähnlich erging es dem Franzosen Ader, der
	        

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Die Angestellten in Der Wirtschaft. Freier Volksverl., 1928.
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