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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

175 
Außenmaße. Leistung der Lokomotiven. 
(1360 mm) fest. Zwischen den Rädern liegt aber der Kessel. Je größer nun jene sind, 
desto mehr umschließen sie diesen, wie Abb. 167 (links) erkennen läßt, und hindern seine 
Breitenausdehnung. Wäre seinerZeitdie Brunelsche Breitspur (2135mm) durchgedrungen, 
so könnten die Lokomotivkessel geräumiger und somit leistungsfähiger gebaut werden und 
wären dem Ingenieur in dieser Sache die Hände nicht so gebunden. Denn auch die 
Kessellänge kann nicht mehr wesentlich gesteigert werden, da, abgesehen von der Ver 
mehrung des Gewichtes und der dadurch bedingten größeren Zahl von Radachsen, der über 
5 m reichende vordere Teil des Kessels erfahrungsgemäß nur wenig zur Dampferzeugung 
beitragen würde, somit von sehr geringem Nutzen wäre. Muß man große wirksame 
Heizflächen einbauen, so bleibt nichts anderes übrig, als Doppellokomotiven (Zwillings 
und Fairlielokomotiven) zu verwenden, oder nach amerikanischem Vorbilde den Kessel recht 
hoch zu legen und erforderlichenfalls auch noch die Feuerbüchse über dem Radgestell zu 
verbreitern (Woottenkessel); beides hat aber wieder mancherlei Übelstände im Gefolge. 
Lange Zeit galt eine tiefe Schwerpunktlage der Lokomotive für höchst vorteilhaft. Die 
Kesselmitte wurde möglichst niedrig gelegt und hatte bei der Crampton-Lokomotive der 
Abb. 215 z. B. einen Abstand von 1,8 na von der Schienenoberkante. Über 2 1 / i m 
ging man ungern, bis zu Anfang der 90 er Jahre die Nordamerikaner sie zwecks Unter 
bringung größerer Kessel wesentlich höher legten und zwar bis 2,8, selbst 2,g m über SO. 
Man vergleiche daraufhin die Abb. 174 u. 215 mit 224 u. 228. Damit wurde auch 
die alte Anschauung von der Notwendigkeit einer tiefen Schwerpunktlage über Bord ge 
worfen, denn diese neuen amerikanischen Lokomotiven zeigten eine durchaus befriedigende, 
ruhige Gangart. Bei der im Jahre 1899 erbauten schweren Schnellzuglokomotive der 
Arlbergbahn liegt die Kesselmitte auch bereits 2,6 m über SO. 
Die vorhin erwähnte andauernde größte Leistung einer Lokomotive ermittelt man 
im Betriebe mittels des Indikators und aus der geförderten Zuglast oder auch mittels 
des Zugdynamometers. Die so für die einzelnen Lokomotivgattungen bei verschiedenen 
Geschwindigkeiten ermittelte Zahl der Pferdestärken bezieht man zweckmäßig ans die Heiz 
fläche und erhält so eine Anzahl Werte, die ergeben, wie viele Pferdestärken durch 1 gm Heiz 
fläche im Mittel entwickelt werden. Einfluß auf die Höhe dieser Werte haben außer der 
Fahrgeschwindigkeit bezw. Zahl der sekundlichen Treibradumdrehungen die Größe der 
Rostfläche, die Art der Dampfausnntzung (ob Zwilling- oder Verbundwirkung), die Blas 
rohr- und Schornsteinverhältnisse, sowie die Beschaffenheit des Brennstoffes. 
Nach neueren Erfahrungen kann man als Zahl der Pferdestärken, die durch 1 gm Heiz 
fläche erzeugt werden, folgendes annehmen: 
Umdrehungszahl der Treibachse in 1 Sekunde 
1 
2 
3 
4 
Personen und Schnellzuglokomotive } Verbund 
Guterzuglokomotrve } £* 
Tenderlokomotive 
3,5 
3.5 
2.6 
3,0 
4,7 
5,2 
3,6 
4,1 
4,1 
5.5 
6,3 
4,2 
4,8 
4.5 
^ II 1 
Hierbei ist vorausgesetzt, daß die Rostfläche in angemessenem Verhältnis zur Heizfläche 
steht, also bei Personen- und Schnellzuglokomotivcn etwa '/ 60 , bei Güterzuglokomotiven ungefähr 
V 80 und bei Tenderlokomotiven etwa ’/bo derselben ausmacht. Ist die Rostfläche zu klein im 
Verhältnis zur Heizfläche, so wird die Leistung der Lokomotive kleiner, als in der Tabelle 
angegeben, während sie bei besonders guter Kohle größer ausfallen kann, wie 8 3 zeigt. 
Beispiel. Eine ff,-Verbund-Schnellzuglokomotive mit 120 gm Heizfläche, deren 2 m 
große Treibräder in der Sekunde sich viermal umdrehen, entsprechend einer Fahrgeschwindig 
keit v — 90 km in der Stunde — 25 m in der Sekunde, entwickelt auf 1 gm Heizfläche 
nach obiger Tabelle 7 Pferde, mithin insgesamt 17 — 120 X 7 = 840 Pferdestärken. Ihre 
Zugkraft Z bei 90 km Fahrt beträgt, da 17 — -, also 840 = Üß ^ — 2520 kg. 
Soll dieselbe Lokomotive einen Zug mit 45 km in der Stunde (= 2 Treibachsum- 
drehungen in 1 Sekunde) befördern, so kann sie jetzt nach der Tabelle 120 X 5,2 — 624 Pferde- 
75 ■ 624 
stärken leisten und ihre Zugkraft beträgt Z — ‘ ^ - - — 3744 kg.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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