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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Eisenbahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Adam Smith. 
93 
Das, was vom Metallgeld gilt, gilt auch für jene besondere Art des 
Geldes, die Banknoten. Smith hat eine klassische Beschreibung des Bank 
betriebes und im besonderen der damals berühmtesten Bank, der Bank 
von Amsterdam, gegeben. Auch dort konstatiert er eine selbsttätige 
Anpassung der Notenmenge an die Nachfrage. Denn wenn die Banken 
mehr ausgeben, als der Umlauf verlangt, so steigen die Preise. Man kauft 
im Ausland und bringt den Banken die Noten bald zurück, um sie in Gold 
Und Silber, das einzige internationale Geld, umzuwechseln. So haben 
die Banken keinen Vorteil davon, zuviel Noten auszugeben, weil sie dann 
gezwungen sind, eine entsprechend größere Metallreserve zu halten. Zweifel 
los verstand sich in der Wirklichkeit „eben nicht jede Bankgesellschaft 
immer auf ihren eigenen Vorteil, und der Umlauf wurde oft mit Papier 
geld überfüllt 1 )“. Aber das Prinzip wird dadurch nicht berührt. Das 
stellt nach ihm einen weiteren Beweis für das selbsttätige Arbeiten des 
'wirtschaftlichen Mechanismus dar. 
Wir haben so die hauptsächlichsten Theorien A. Smith’s durchmustert 
und haben gesehen, wie jede bedeutende Tatsache bei ihm den gleichen 
Gedanken auslöst. Wenn der Platz es erlaubte, könnten wir noch weitere 
Beispiele anführen, aus denen der gleiche Schluß sich ergeben würde 2 ). 
Ger Gedanke der Selbstentstehung der wirtschaftlichen Einrichtungen 
und Punktionen wird von Smith nicht a priori wie ein abstrakter, theo- 
re tischer Grundsatz, dessen genaueste Beweisführung er nachher liefern 
wird, aufgestellt. Er entwickelt sich nach und nach (und dies ist für seine 
ganze Art und Weise charakteristisch) in dem Maße, wie er den Bereich 
der Volkswirtschaft durchmißt; er tritt uns sozusagen bei jeder Biegung 
des Weges entgegen. Stets deutet Smith von neuem darauf hin; langsam 
zw ingt sich dem Geist des Lesers dieser Gedanke als der natürliche Schluß 
aus allem, was vorhergeht, auf. Die gesamte wirtschaftliche Ordnung 
erscheint ihm zuletzt wie eine organische Schöpfung tausender mensch- 
ucher Willen, die, unbewußt des zu erreichenden Zieles, alle dem Triebe 
oiner gleichen, instinktiven, mächtigen Kraft gehorchen. 
Was ist nun diese Kraft, die alle wirtschaftlichen Handlungen her- 
v °rruft, deren Beständigkeit und Gleichheit über alle künstliche Hinder 
nden Aufsätzen über „das Geld“ und in der „Handelsbilanz“ gibt, ist sogar viel ein- 
a cher und klarer als die von Smith. 
1 ) Völkerreich tum I, S. 176, B. II, Kap. II. 
2 ) Der hohe Wechselkurs zielt zum Beispiel darauf hin, selbsttätig das Gleich- 
Scwicht im Handel wieder herzustellen (Völkerreichtum H, S. 4, B. IV, Kap. I). 
n anderer Stelle führt er aus, daß die großen Vorteile, die Europa aus seinen Kolonien 
8®zogen habe, nicht zweckbewußt und beabsichtigt werden; das Suchen nach Kolonien, 
hre Entdeckung, ihre In-Wertsetzung sind ohne jeden vorgefaßten Plan und trotz 
verderblichen Verordnungen, die die europäischen Regierungen erließen, geschehen 
UI, S. 99—100, B. IV, Kap. VII, Teil 2).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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