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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

18 
Entwickelung des Verkehrswesens im Mittelalter. 
Im Namen Gottes ließ der Kapitän die Segel aufziehen, und fort ging cs ins Gelobte Land. 
In der Regel pflegten sich mehrere Schiffe zu vereinen, und oft waren es ganze Geschwader, 
die dem Osten zusteuerten. Bezeichnend für den damaligen Stand der Schiffahrt ist es. den 
Kurs zu verfolgen, welchen die Schiffe im allgemeinen einschlugen. Die Schiffe hielten sich 
in der Regel an der Küste. Die Fahrt ging an den jonischen Inseln tind an den Küsten 
Griechenlands entlang. Nördlich von Kreta schlugen sie die östliche Richtung ein. liefen 
nicht selten Rhodos an, erreichten dann Cypern und von hier aus ihren Bestimmungs 
hafen. Von Messina nach Accon dauerte die Fahrt vier Wochen. Von Marseille nach Syrien 
rechnete man sünfunddreißig Tage. 
Das aus kirchlichen Motiven entsprungene Verbot des Warenbezuges ans den in den 
Händen der Ungläubigen befindlichen Ländern, veranlaßte die Venezianer, den asiatischen 
Produkten einen neuen Handelslveg zu erschließen. Die Warenzüge gingen fortan durch 
die Bucharei. Das alte Tanais am Don kam als Tana wieder zu großer Bedeutung, ans 
ihm entwickelte sich das heutige Asow. An der neuen Welthandelsstraße lagen Buchara, 
Balkh und Samarkand. Orte, welche schon im Altertum zum Teil eine angesehene Stellung 
eingenommen hatten. Diese Straße für den Warenbezug aus Indien blieb bis zum 
Ende des 14. Jahrhunderts von Bedeutung. Ihr Verkehr wurde allmählich schwächer, 
als die Kirchenverbote eine weniger abschreckende Wirkung auszuüben begannen. Immer 
stärker erwies sich das Verlangen, dem Handel wiederum einen lveniger kostspieligen Weg 
zu eröffnen. Syrien war um diese Zeit die Beute der Mameluken und Mongolen geworden, 
und die Venezianer waren durch die Genuesen (1261) aus Konstantinopel und damit fast 
ganz aus dem Schwarzen Meer verdrängt worden. Mit Hilfe der Genuesen war Michael 
Paläologns auf den Kaiserthron gekommen, und er hatte seinen Verbündeten dadurch 
seine Dankbarkeit bewiesen, daß er diesen die Vorstädte Galata und Pera einräumte. Die 
Venezianer, bemüht, das Verlorengegangene möglichst wieder an anderer Stelle zu ge 
winnen, sicherten sich den Warenzug durch das mongolische Vorderasien. Taurus ward 
ein wichtiger Handelsplatz. Die indischen Waren kamen per Schiff bis Ormus, von wo 
ans der Weitertransport zu Lande nach Persien oder über das Persische Meer und den 
Tigris bis Bagdad erfolgte. Die morgenländischen Waren schaffte man auf einem nord 
östlich gekrümmten Umweg durch Kleinarmenien bis an das Mittelländische Meer nach 
Ajaß. Um den bequemsten Weg nach Indien, den über Ägypten, benutzen zu können, 
wurde vielfach Schleichhandel getrieben. Die Händler kamen von Ägypten nach ver 
schiedenen einst im Altertume hochberühmten Orten, nach Candelorum (Side) und Attalea, 
sowie nach Satalia in Pamphylien. Als der Papst Clemens (1307) allen Handel unter 
Androhung des Kirchenbannes verbot, erklärten viele Kaufleute, sich genau an den Konzilien 
beschluß vom Jahre 1179, der nur den Handel von Waren zum Kriegsgebrauche betraf, 
halten zu wollen, darüber hinausgehende Bestimmungen aber für nicht gültig betrachten 
zu können, und in ihrer Übertretung glaubten sie kein geistliches Verbrechen erblicken zu 
müssen. Diese Widerstrebenden wurden durch eine päpstliche Bulle im Jahre 1326 für 
Ketzer erklärt und zum Schweigen gebracht. Durch dieses scharfe Verbot ward dem Lug 
und Trug Thür und Thor geöffnet. Um die Konkurrenz der Geistlichen zu hintertreiben, 
brachte Benedict VI. die Erteilung von Freibriefen an einzelne venezianische Handels 
häuser auf. Im Jahre 1345 erhielt der gesamte Handelsstand von Venedig auf fünf 
Jahre Dispensation, und diese wurde später verlängert. Venedig stieg, je mehr das An 
sehen seiner bedeutendsten Rivalin, Konstantinopel, sank, immer höher, und mit dem Ende 
des 14. Jahrhunderts erreichte die mit Recht vielgepriesene Lagunenstadt den Gipfelpunkt 
ihrer Macht und ihres Glanzes, als dessen sichtbare Zeichen die Kuppeln und die Paläste 
zurückgeblieben sind. 
Die Verschiebung des Handelsschwerpunktes von Byzanz nach Venedig hatte für 
Deutschland weittragende Folgen. Der Weg von den italienischen Städten nach Nord- 
europa führte fortan durch dieses Land. Die direkten Handelsbeziehungen mit Nürn 
berg, Augsburg und anderen deutschen Städten nahmen außerordentlich zu, und die 
neuen Verhältnisse ließen diese Städte sehr aufblühen. Übrigens hatte sich in Deutschland 
während des 13. Jahrhunderts ein für die Verkehrsgeschichte sehr wichtiger Vorgang voll 
zogen. Trotz der Eiferung der Fürsten auf dem Reichstage zu Worms (1231) gegen.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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