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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

32 
Einleitung: Entwickelung des Verkehrswesens. 
kaum zu unterscheiden war. Nur bei schönem Wetter war die ganze Wegebreite für Räder 
fuhrwerk zu gebrauchen. Meistens lag rechts und links tiefer Kot, und nur ein schmaler 
Streifen festen Bodens erhob sich über dem Sumpfe. Bei einer solchen Wegebeschaffenheit 
war es unvermeidlich, daß häufig Wegeversperrungen und Zänkereien vorkamen und daß 
nicht selten der ganze Weg lange Zeit hindurch von Fuhrleuten besetzt war, von denen 
keiner ausweichen wollte. Alltäglich saßen die Kutscher fest, aus einem benachbarten Pacht 
hause mußte alsdann ein Gespann herbeigeschafft werden, um den Wagen aus dem Schlamme 
herauszuarbeiten. Das Reisen auf solchen Wegen war mit den denkbar größten Unbequem 
lichkeiten verbunden. Die große Straße durch Wales nach Holyhead war in einem solchen 
Zustande, daß der Vizekönig im Jahre 1685 fünf Stunden brauchte, um 22 */ 3 Kilometer 
zurückzulegen. In Conway wurden die Wagen auf jener Strecke gewöhnlich auseinander 
genommen und auf den Schultern stämmiger wallisischer Bauern bis zur Menaistraße 
getragen. An dem schlechten Zustande der Straßen war nicht am wenigsten der Umstand 
schuld, daß die Kirchspiele die sie durchziehenden Straßen zu bauen und zu unterhalten 
hatten. Die Bauernschaft mußte sechs Tage im Jahre unentgeltlich daran arbeiten. Ge 
nügte deren Leistung nicht, so wurden gemietete Arbeitskräfte benutzt und die Kosten durch 
eine Kirchensteuer gedeckt. Es war unleugbar eine Ungerechtigkeit, daß die Landstraßen 
zwischen den Städten auf Kosten der zwischen ihnen liegenden zerstreuten ländlichen Be 
völkerung unterhalten wurden. Nach der Restauration wurde ein Landstraßengesetz er 
lassen, wonach von den Reisenden und für Waren eine Abgabe zu entrichten war. Gleich 
zeitig wurde durch Parlamentsbeschluß die Einführung von Schlagbäumen festgesetzt. 
Das Volk wollte jedoch den damit geschaffenen Zoll nicht tragen und zerstörte die Schlag 
gitter zu wiederholten Malen. 
Alle diese Umstände trugen in England in gleicher Weise, wie solches für andere 
Länder zutrifft, dazu bei, daß das Verkehrsleben im Inneren des Landes sehr wenig 
ausgebildet und daß den wenigsten Menschen ein Hinaustreten aus dem Orte ihrer Geburt 
beschieden war. Der Mangel an brauchbaren Wegen beherrschte das gesamte Leben und 
drückte ihm seinen Stempel auf. Eng umgrenzt war der Blick des einzelnen, und die 
Welt mit ihrem Getriebe Ivar für die meisten Menschen ein unanfgeschlossenes Land. Nur 
selten drang von auswärts eine Kunde, und die Ereignisse waren am Thatorte fast ver 
gessen, wenn die Nachricht davon nach den entlegenen Stätten gelangte. Die Kirchturms 
politik und der Lokalpatriotismus konnten sich zur höchsten Blüte entfalten, jeder konnte 
mit Recht seine Ortsverhältnisse für die besten und schönsten der Welt halten, da er von 
den übrigen nichts sah, selten etwas hörte. Leicht war es, dem Leben einen patriarchalischen 
Charakter zu wahren, Meister und Gesellen wohnten unter einem Dache und aßen aus 
einer Schüssel. Die Lebenserfahrungen des einzelnen waren gering, Sitten und Gewohn 
heiten nicht der feinsten Art. 
Infolge der durch die schlechte Beschaffenheit der Wege verursachten hohen Transport 
kosten mußte der größte Teil der Menschen auf Hunderte von Gegenständen verzichten, 
deren Benutzung heute als selbstverständlich gilt. Selbst viele Edelleute besaßen im 
17. Jahrhundert noch nicht viel mehr als Bett, Tisch, Stuhl und Truhen. Die Bequem 
lichkeit war unzähligen Menschen ein nngekannter Genuß. Dem Leben, welches gleich 
mäßig dahinfloß, war zwar die Nervosität unserer Zeit nicht eigen, ihm fehlte aber auch 
das meiste, wodurch uns dasselbe reizvoll erscheint. Die wenigen Gegenstände des täg 
lichen Gebrauches waren äußerst einfach und unausgebildet. Die Töpferei befand sich 
aus ihrer kunstlosesten Stufe, Holz-, Zinn- und selbst Ledergefäße bildeten den Hauptteil 
der Hausstandsgegenstände und die Tischgeräte von wohlhabenderen und gebildeten 
Familien. Hausierer, welche gleichzeitig die Beförderer der Nachrichten von Ort zu Ort 
waren, versahen die Bewohner mit den erforderlichen Waren, in den meisten Ortschaften 
gab es keine Läden. Die land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse konnten nur in un 
genügender Weise verwertet werden. In Schottland, welches Land reich an gutem Bau 
holz ist, brachte man nur die Baumrinden ans dem Rücken der Pferde nach der Stadt 
und ließ das übrige verfaulen. Auf dem Rücken der Pferde mußten Korn und Wolle 
fortgeschafft werden, und mittels Tragkörben empfing London einen erheblichen Teil seiner
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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