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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Wasserstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

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1. Ideen über die Entstehung und die Entwickelung des Handels. 71 die Krämer waren in den großen Städten Großhändler, d. h. sie holten Pfeffer, Safran, Ingwer im großen aus Venedig. Bis gegen 1500 verbanden alle die größeren seßhaft gewordenen Kaufleute das lokale Detailgeschäft mit dem Besuch der nächsten Märkte und dem Holen der Waren aus der Ferne. Charakteristisch ist, wie groß, wenigstens in Frankfurt a. M., das offizielle Marktpersonal der Markt meister, Makler, Warenprobierer, Messer und Träger war. Besondere Münzer und Geldwechsler treffen wir zuerst als Fremde, dann vom 12.—14. Jahrhundert als patrizifche Hausgenossen korporativ organisiert. Aus den Geldwechslern geht in Italien im 13. und 14. Jahrhundert schon ein Groß bankierstand hervor. In Nordeuropa bleibt das Bankgeschäft lange überwiegend ein Nebengeschäft des Großwarenhändlers, in England der Goldschmiede, deren Ober schichte seit 1500 freilich große Kaufleute waren. In seiner vollen Selbständigkeit hat sich das Bankgeschäft erst seit hundert Jahren entwickelt. Auch das seit dem 14. Jahrhundert in Italien sich einbürgernde Versicherungsgeschäft bleibt bis gegen 1700 überwiegend Nebengeschäft großer Kaufleute. — Vom 16. Jahrhundert an stieß der Großhandel vielfach den Detailverkauf ab und wurde ein anderer durch den Handel nach den Kolonien, durch die entstehenden Posten mit ihren Nachrichten und ihrem Briefverkehr; das sich ausbildende Meß- und Zahlungsgeschäft, die Loslösung des Verkehrsgeschäfts vom Handel und anderes wirkten da mit. Das Verkehrsgeschäft ist bei allen Völkern sehr lange Sache des reisenden Kauf manns selbst geblieben. Er verpflegt sich unterwegs oder nimmt Gastfreundschaft in Anspruch, er besitzt eigene Schiffe, Pferde und Wagen, er oder seine Diener begleiten die Waren selbst. Im Orient kehrt er noch heute in der von den öffentlichen Ge walten hergestellten Karawanserei ein, die ihm nur leere Räume bietet. Gasthäuser sind erst langsam im Mittelalter aufgekommen, noch im 18. Jahrhundert mußte die preußische Verwaltung sich bemühen, sie durch besondere Begünstigungen ins Leben zu rufen, während heute das Gasthaus, die Bank und die Poststelle die ersten Häuser einer städtischen Neugründung in Amerika sind und die europäische Gasthausindustrie eine der großartigsten, technisch und auch arbeitsteilig vollendetsten ist. Die Entstehung eines besonderen Frachtgewerbes haben wir am Wasser zu suchen. Der Schiffer, der freilich lange zugleich Fischer bleibt, auch einzelne Zweige des Handels, so hauptsächlich den Getreide- und Holzhandel, mit seinem Frachtge werbe verbindet, nimmt den Kaufmann und seine Waren schon bei den Phönikern und im Altertume auf; aber daneben bleiben vielfach die Großkaufleute der Seestädte Reeder und Schiffsbesitzer bis heute. Viel langsamer entwickelt sich ein besonderes Frachtfuhrgefchäft auf dem Lande. Das Altertum hat nur Spuren davon, die neueren Zeiten haben es vom 14.—18. Jahrhundert langsam entstehen sehen; die Metzger und Bauern an den Hauptstraßen beschäftigten lange ihre Pferde nebenher in dieser Weise, bis das regelmäßige Frachtfuhrgeschäft als selbständiges Gewerbe sich lohnte. Eine Post im Dienste der kaiserlichen Verwaltung hat das Altertum gekannt, aber nicht im Dienste des Verkehrs; erst aus den städtischen und fürstlichen Botenkursen des 15.—17. Jahrhunderts sind die Posten unserer Tage als selbständige, dem Brief-, Personen- und Frachtverkehr dienende Institute erwachsen. An sie knüpfen sich als große Privatunternehmungen oder Staatsinstitute unsere heutigen Eisenbahnen, Tele- graphenanstalten, Postdampferlinien, Telephoneinrichtungen mit ihrem arbeitsteiligen Personal von Tausenden von Personen. Alle diese Institutionen zusammen haben vom 16. Jahrhundert an unsern Handel und seine Einrichtungen in den zivilisierten Staaten und zwischen ihnen gänzlich umgestaltet. Nun konnte der Kaufmann zu Hause bleiben, durch Briefe und Frachtgeschäfte, welche andere besorgten, seinen Handel abmachen; er brauchte nicht

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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