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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Landstraßen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

60 
Der Straßenbau. 
Seren Bewohnern erhoben wurden. Die Blütezeit des römischen Staatspostwesens war 
von der Mitte des 1. bis zum Schluffe des 3. Jahrhunderts. Zn jener Zeit erstreckte sich 
der cui'sus publicus von dem Piktenwall in Britannien bis zum Wendekreis des Krebses 
und von den Säulen des Herkules bis zum Euphrat. 
Über das gesamte Hauptstraßennetz gab es Karten, Jtinerarien, auf welchen 
alle Stationen aufgeführt waren. Am berühmtesten von den auf uns gekommenen Karten 
ist die Peutingersche Tafel, so genannt nach ihrem einstigen Besitzer, dem Augsburger 
Stadtschreiber Konrad Peutinger (gest. 1547). Dieser Karte liegt ein Jtinerarium aus 
dem 4. Jahrhundert zu Grunde. 
Der Niedergang und Zusammenbruch des römischen Weltreichs übte erklärlicherweise 
auch auf die wichtige Staatseinrichtung des cursus publicus einen ungünstigen Einfluß aus. 
Durch Kaiser Leo (457bis474n. Chr.) erfuhr dieselbe bereits eine weitgehende Einschränkung. 
Der cursus publicus ging zwar in der Folgezeit noch nicht völlig unter, und sowohl die 
Merowinger wie die Westgoten versuchten die Vorteile, welche diese Einrichtung der Obrig 
keit auf Kosten der Provinzbewohner bot, zu erhalten, allein die Benutzung fand nur 
zeitweilig statt, und dieser Umstand mußte naturgemäß die Leistungsfähigkeit bedeutend 
herabdrücken. Karl der Große scheint ein Gesetz erlassen zu haben, nach welchem für die 
königlichen Kommissarien Stationen zu erhalten waren, der Post- und Fährverkehr in der 
früheren Form erhielt sich nicht. Erst 1464, also am Ende des Mittelalters, wurde wiederum 
eine Staatspost und zwar durch Ludwig XI (1461 bis 1483) in Frankreich eingerichtet. 
Während die Straßen in Europa das ganze Mittelalter hindurch viel zu wünschen 
übrig ließen, trafen die spanischen Eroberer in dem neueutdeckten Erdteil, in Amerika, 
in Peru und Mexiko auf zahlreiche, gebahnte und wohlerhaltene Straßen, auf denen 
in Peru eine gut organisierte Kurierpost verkehrte. Die Straßen des Jnkareiches, 
besonders die in einer Länge von 400 bis 500 Meilen hergestellte große Jnkastraße, 
sind geeignet, auch heute noch unsere Bewunderung zu erregen. Der Straßenkörper war 
aus mächtigen Hausteinen und sorgfältig aneinandergefügten Deckplatten hergestellt. Auf 
außerordentlich großen zusammenhängenden Strecken ist diese Straße in die Felsen ein 
gehauen. Über die Flüsse und tiefe Schluchten führten hängende Brücken, deren Trage 
konstruktion aus Weidengeflecht hergestellt war und deren Fahrbahn durch Bohlen gebildet 
wurde. In Entfernungen von 2 1 / 2 bis 3 Meilen befanden sich Unterkunftsräume für die 
stets bereitstehenden Postläufer. Auf diesen Straßen wurden Tagesleistungen von 36 
bis 40 Meilen erreicht. Gleich dem römischen cursus publicus dienten auch diese Ein 
richtungen lediglich dem Staatsinteresse. 
Auf die Inkas von Peru glaubt man auch die Überreste sehr schöner Straßen zurück 
führen zu können, welche man auf der Llano del Pullal, deren Höhe die des Pie von Teneriffa 
übersteigt, aufgefunden hat. Diese Straßen sind von großen behauenen Steinen begrenzt, und 
Alexander von Humboldt stellte sie auf eine Stufe mit den besten Römerstraßen Italiens, 
Galliens und Hispaniens. Die Fahrbahn ist vollständig eben und hat aus eine Länge von 
6 bis 7 französischen Meilen die gleiche Richtung. Die Spuren desselben Weges glaubte 
Alexander von Humboldt bei Caxamorea, 120 Meilen südlich von Assuay wiedergefunden zu 
haben, und die Ansicht herrscht, daß die Straße nach Cuzeo führte. 
An der Nordküste von Columbia in der Sierra Nevada hat man die Überbleibsel von 
Straßen der Arhuaeo-Jndianer aufgefunden. Diese alten gepflasterten indianischen Straßen, 
die von Masinga la Nueva ausgehen, bestehen ans behauenen runden Granitblöcken von 
40 era Länge und 20 cm Breite, und drei solche Steine liegen nebeneinander. Das Ganze 
ist durch Kantsteine eingefaßt. Diese Straße zieht sich in schnurgerader Richtung zwei Stunden 
weit hin und geht über ein 300 m hohes Hügelland. Wahrscheinlich führte dieser Weg nach 
einem zur Abhaltung von Festen und religiösen Zeremonien dienenden Versammlungsort. 
Eine eben solche Straße ist zwischen Mamatoeo und Minea vorhanden. Auch noch an anderen 
Stellen hat man im Gebirge Spuren derartiger Straßenanlagen, deren Breite 3 bis 4 Fuß 
beträgt, gefunden. Brücken sind gleichfalls vorhanden, können jedoch nur von Menschen und 
Hunden passiert werden, Pferde und sonstige Saumtiere müssen die Furten benutzen. 
In den meisten Distrikten Amerikas blieb für lange Zeit die Benutzung von Last 
tieren im Gebrauch. In Nordamerika entstanden erst nach 1800 die ersten Straßen und 
zwar nach der Methode von Mae Adam, auf welche bei Beschreibung des englischen 
Straßenwesens in neuerer Zeit zurückzukommen sein wird.
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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