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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

769 
Postverkehr in Italien nnb Spanien. 
Gleichgültigkeit der meisten Regierungen gegenüber den Anforderungen des Verkehrs 
geschah nichts, um den Nachteilen, welche aus jenem Übelstande entsprangen, einigermaßen 
zu begegnen. Erst mit dem Zusammenfassen der einzelnen Länder Italiens zu einem 
einzigen geordneten Staatswesen im vorbezeichneten Jahre wurde auch der freien Ent 
wickelung des Postverkehrs Bahn gebrochen. Freilich war es für die Regierung des neuen 
Einheitsstaates keine leichte Aufgabe, das Postwesen aus dem verwahrlosten Zustande 
heraus zu einer achtunggebietenden Stellung emporzubringen, und es bedurfte dazu nicht 
nur der größten Anstrengungen, sondern auch der Aufwendung sehr beträchtlicher Geld 
mittel. Inwieweit diese Aufgabe gelöst worden ist und wie der Postverkehr in neuester 
Zeit zugenommen hat, erhellt aus folgender Gegenüberstellung der Betriebsergebnisse 
der italienischen Posten aus den Jahren 1875 und 1897. Die Zahl der Postanstalten, 
welche im Jahre 1875 sich auf 4142 belief, war 1897 auf 7662 gestiegen; in dem 
gleichen Zeitraume sind die Briefkasten von 7690 ans 20 949 vermehrt worden und ist 
das Beamteupersonal von 14 914 ans 24 253 angewachsen. Im Jahre 1875 wurden 
129341000 Briefe, 12 194000 Postkarten, 138082000 Drucksachen, Zeitungs 
nummern, Geschäftspapiere und Warenprobensendungen, 3 890 000 Postanweisungen 
und 25 000 Geldbriefe befördert. Im Jahre 1897 dagegen kamen 218 145 000 Briefe, 
74 458 000 Postkarten, 292 193 000 Drucksachen, Zeitungsnummern, Geschäftspapiere 
und Warenprobensendungen, 11 678 000 Postanweisungen, 782 000 Postaufträge, 
9 315 000 Pakete und 1 457 000 Briefe mit Wertangabe zur Versendung. Im Jahre 
1875 betrugen die Einnahmen 19 732 000 Mark, die Ausgaben 17 099 000 Mark; 
1897 hatten sich die Einnahmen auf 53 829 000 Mark und die Ausgaben auf 
47 091000 Mark vermehrt. 
Eine der italienischen Postverwaltung eigene Einrichtung sind die Postschreib- 
stuben, die vorzugsweise von schreibunkundigen Personen und von Ausländern benutzt 
werden. Der Inhaber einer solchen Schreibstube, welcher für die Überlassung des be 
treffenden Raumes im Postgebäude an die Postverwaltung eine entsprechende Entschädi 
gung zu zahlen hat, besorgt gegen Entgelt auf Wunsch nicht nur die Abfassung von 
Briefen, sowie die Verpackung und Adressierung von Sendungen jeglicher Art, sondern 
stellt auch dem Nachsuchenden das zur Anfertigung von Postsendungen erforderliche 
Material zur Verfügung und gibt Auskunft über postalische Einrichtungen und Vorschriften. 
Den Postannahmebeamten wird dadurch eine nicht unwesentliche Erleichterung ihres 
Dienstes zu teil, da sie der Mühe überhoben werden, dem die Postschreibstuben benutzenden 
Publikum über die bei Auflieferung der Postsendungen zu beobachtenden Vorschriften Be 
lehrung zu erteilen. Außerdem erzielt die Postverwaltung aus der Vermietung der 
Räume eine nicht unbeträchtliche Einnahme. Auch die Inhaber der Postschreibstuben 
sollen ganz gute Geschäfte machen. 
Spanien spielte im 16. und 17. Jahrhundert als politische Macht in Europa eine 
hervorragende Rolle. Dementsprechend war auch das Posttoesen in diesem Lande zu jener 
Zeit schon ziemlich entwickelt, so daß es den gleichen Verkehrsinstituten in Frankreich und 
Deutschland völlig ebenbürtig zur Seite stand. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts wurde 
Simon von Taxis, ein Bruder des Generalpostmeisters im deutschen Reiche Franz 
von Taxis, von dem Könige Philipp dem Schönen zum Correo mayor von Spanien er 
nannt und mit der Verwaltung des Postwesens im Lande betraut. Indes gelang es 
weder diesem noch seinen Nachfolgern im Amte, die Post in Spanien einheitlich zu 
organisieren, weitste dabei auf übergroße Hindernisse stießen, welche ihnen von seiten der 
städtischen Behörden und der religiösen Brüderschaften zum Zwecke der Erhaltung ihrer 
eigenen Botenanstalten entgegengesetzt wurden. Die Oorrsos naayorss wandten ihre Auf 
merksamkeit daher zunächst vorzugsweise den Posten auf den großen Postkursen zu, 
tvährend die gedachten Botenanstalten den Verkehr auf den kleinen Kursen vermittelten. 
Im 17. Jahrhundert bestand in Spanien alle 14 Tage eine regelmäßige Postverbindung 
mit England, den Niederlanden und Deutschland. Inden Provinzen des Landes unterhielten 
die Bvtenanstalten eine wöchentliche Verbindung mit der Hauptstadt. Im Jahre 1706 
97
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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