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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Posten und Postwesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

818 
Posten und Postwesen. 
jede Division eine Feldpostexpedition etabliert. Das Personal einer jeden Feldpostanstalt 
besteht aus 3 — 7 Beamten und der erforderlichen Anzahl von Feldpostschaffnern und 
Postillonen. Ferner wird dieselbe mit der nötigen Zahl von Pferden und Fahrzeugen 
versehen und mit den für den Postbetrieb bestimmten Utensilien, Drucksachen u. s. w. aus 
gerüstet, so daß sie jederzeit selbst auf freiem Felde ihre Thätigkeit aufnehmen kann. 
Die Sendungen für die Truppenteile werden von den Feldpostanstalten durch Ordonnanzen 
abgeholt. Der Feldwebel nimmt dann die Verteilung vor, sowie er es auch ist, der die 
von seinen Soldaten geschriebenen Briefe zur Weiterbeförderung sammelt. Bei Adressierung 
der Soldatenbriefe ist natürlich die Angabe des Truppenteils, des Regiments, der Com 
pagnie, Schwadron, Batterie erforderlich, da der Absender ja nie zuverlässig wissen kann, 
wo der Adressat sich befindet. Die Beförderung der Sendungen durch die Feldpost er 
folgt größtenteils portofrei. 
Wie großartig die Leistungen der deutschen Feldpost im Kriege gegen Frankreich 
in den Jahren 1870 — 71 waren, geht zur Genüge daraus hervor, daß durch die 
deutschen Feldpostanstalten in der Zeit vom Beginn des Krieges (Juli 1870) bis zum 
31. März 1871 über 89 Millionen Briefe und zwei Millionen Zeitungsexemplare be 
fördert worden sind. Die Thätigkeit der Feldpost erstreckte sich aber nicht bloß auf die 
Beförderung von Briefen und Zeitungen, sondern auch auf die Zuführung von Packereien 
an die Soldaten. Die Zahl dieser Gegenstände betrug in derselben Zeit beinahe 
zwei Millionen. 
Bevor die Briefe u. s. w. an die Feldpostanstalten gelangten, wurden sie nach den 
Truppenteilen, für die sie bestimmt waren, bereits im Jnlande sortiert und zu dem Be 
hufe von den Postanftalten auf Sammelstellen geleitet, deren sich je eine in Berlin, 
Hamburg, Leipzig, Kassel, Köln, Frankfurt a. M. und Saarbrücken befand. Bei diesen 
Sammelstellen waren sehr viele Personen, bei der Sammelstelle in Berlin beispielsweise 
zu gewissen Zeiten 150 Mann thätig. Zur Zeit des regsten Verkehrs wurden allein bei 
der Sammelstelle in Berlin täglich 130 000 gewöhnliche Briefe und beinahe 3000 Geld 
briefe expediert. 
Die Beförderung der Feldpostbriefe zur Armee erfolgte von Berlin aus mit dem 
um 8^2 Uhr abends vom Anhaltischen Bahnhöfe nach Frankfurt a. M. abgehenden 
Kurierzuge, und zwar in einem für diesen Zweck besonders eingestellten Postwagen. Zum 
Transport der Briefsäcke von der Sammelstelle nach dem Bahnhöfe waren 5 bis 7 zwei- 
spännige Güterpostwagen erforderlich. 
Taubenpost. Erwähnenswert ist eine andere Einrichtung, welche mit der Brief 
beförderung im Zusammenhange steht. So gut die Zugvögel von ihren weiten Reisen 
den Rückweg nach ihrer Heimat zu finden wissen, so kehren auch unsere Haustauben dahin 
zurück, von woher sie ausgeflogen sind. Auf Grund dieser Wahrnehmung hat man schon 
in den frühesten Zeiten Brieftauben als Boten verwendet, namentlich im Orient, wo 
man sich dazu der türkischen Taube bediente und heute noch bedient. Schon der griechische 
Dichter Anakreon (530 v. Chr.) spricht von den Tauben als Briefboten. Auch den 
Römern war der Taubenpostdienst bekannt. Die Sarazenen unterhielten im 12ten und 
13ten Jahrhundert viele Verbindungen durch Tauben. Kaufleute zu Aleppo ließen sich 
vor mehr als 200 Jahren die Ankunft von Schiffen im Hafen von Alexandrette durch 
Brieftauben melden. Holländische Schiffer, die in Ägypten den Wert des Taubenpost- 
dienstes kennen gelernt hatten, verpflanzten ihn im 16 ten Jahrhundert nach Europa. Er 
wurde bei der Belagerung von Haarlem und Leyden im Jahre 1573 mit großem Nutzen 
angewandt. Napoleon I. machte zur Übersendung von Nachrichten gleichfalls von Brief 
tauben Gebrauch. In neuerer Zeit bedienten sich die Bankiers der großen Wechselplätze 
der Tauben als Briefträger, um Nachrichten über den Stand der Kurse schnell weiter zu 
befördern. Doch hat der Entwickelungsgang der elektrischen Telegraphie auch dieses ver 
hältnismäßig schnelle und leichte Verkehrsmittel zurückgedrängt. — Die zu Briefträgern 
bestimmten Tauben werden an ihren Bestimmungsort gebracht und dort, nachdem man 
ihnen den in Wachs getränkten Brief unter dem Flügel an die Fußwurzcl befestigt, los-
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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