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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Entwicklung der Welttelegraphie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

858 
Die Welttelegraphie. 
kann. Die Verbindung der Teilnehmerleitungen mit den Schleifleitungen wird durch die 
Jnduktionsrollen a a bewirkt. Diese Methode der Herstellung induktionsfreier Leitungen 
hat sich in verschiedenen Ländern Eingang verschafft. Ein weiterer Vorteil ist mit derselben 
insofern verbunden, als sie die Anbringung von Fernsprechleitungen auch an gewöhnlichen 
Telegraphengestängen gestattet, ohne daß das Sprechen durch die Induktion von Morse 
strömen u. s. w. gestört wird. Eine andere Methode, die besonders in England bevorzugt 
wird, besteht darin, daß die Schleifleitungen in Schraubengängen an dem Gestänge an 
gebracht werden. Seit einigen Jahren wendet man in Deutschland ein sehr einfaches 
Mittel zur Beseitigung des sogenannten Mitsprechens an, das sich vortrefflich be 
währt hat. Man bringt die beiden Zweige der Schleife thunlichst nahe aneinander und 
befestigt die Schleifen am Gestänge in Entfernungen von etwa 50 am. 
Eine Methode, die Telegraphenleitungen selbst zum Fernsprechen zu verwenden, ist 
von van Rysselberghe angegeben worden. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß langsam 
anschwellende Batterieströme im Fernsprecher keine lauterzeugende Wirkung hervorbringen, 
sich also für das Ohr nicht bemerkbar machen, so hat van Rysselberghe durch Einschaltung 
von Jnduktionsrollen und Kondensatoren das plötzliche Anschwellen der Batterieströme 
verhindert. Es wird hierbei die Erscheinung nutzbar gemacht, daß in einer mit einem 
Batteriepole in Verbindung gesetzten Drahtleitung zunächst ein entgegengesetzt gerichteter 
sogenannter Extrastrom entsteht, welcher das plötzliche Anwachsen des Batteriestromes ver 
hindert, und daß bei Öffnung ein dem Batteriestrom gleichgerichteter Extrastrom den 
Batteriestrom nicht sofort auf den Wert Null herabsinken läßt. Diese Wirkungen werden 
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835. Induktionsfreie Fernfprrchleitung. 
erheblich verstärkt, wenn in die Leitung eine Drahtrolle eingeschaltet wird, welche innen 
und außen mit starken Eisenmassen versehen ist. Ähnlich verhält es sich mit der Ein 
schaltung von Kondensatoren in eine Leitung. Beim Schluß der Batterie ladet sich derselbe, 
was einer Schwächung des Stromes bei seinem Entstehen gleichkommt, und beim Ver 
schwinden des Batteriestromes muß sich der Kondensator erst entladen, was einer Ver 
längerung der Stromesdauer entspricht. So einfach dieses System im Prinzip erscheint, 
seine praktische Anwendung ist doch mit Schwierigkeiten und Kosten verbunden, da sämtliche 
an einem Gestänge befindliche Leitungen mit diesen Apparaten ausgerüstet werden müssen. 
Dazu kommt, daß immer nur eine Sprechleitung gewonnen wird, weil die betreffenden 
Apparate zwar die Wirkung der Batterieströme, nicht aber diejenige der Fernsprechströme 
abzuschwächen oder zu beseitigen vermögen. 
Gleichwohl sind mit dem Rysselberghescheu System umfassende Versuche angestellt 
worden. In Belgien, dem Vaterlande van Rysselberghes, sind die Telegraphendrähte 
zwischen Brüssel-Antwerpen, Brüssel-Gent, Brüssel-Löwen, Brüssel-Lüttich, Brüssel- 
Charleroi u. s. w. zu Fernsprechverbindungen hergerichtet; in Österreich, Frankreich und 
Deutschland haben die Versuche keine günstigen Ergebnisse geliefert. Die Einrichtungen 
sind daher wieder beseitigt worden. Dagegen ist es seit einiger Zeit gelungen, Fern- 
sprechschleifleitungeu sowohl zum gleichzeitigen Telegraphieren, als auch zum Doppel 
sprechen vorzurichten. Während man für das Sprechen und Telegraphieren mit einer 
Doppelleitung auskommt, bedarf man für das Doppelsprechen zwei Doppelleitungen. 
Durch Einschaltung von Drahtrollen, welche so eingerichtet sind, daß sie dem Durchgang 
der Sprechströme sehr großen Widerstand entgegensetzen, ist es thunlich, sowohl die 
Sprechströme als auch die Telcgraphierströme zu zwingen, die für sie bestimmten Wege 
zu durchlaufen. Diese Einrichtungen sind von großer Wichtigkeit, da sie ohne nennens 
werte Kosten eine höhere Ausnutzung der teuren Fernsprechleitungen gestatten. Als
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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