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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

872 
Die Weltwirtschaft. 
laufgebiet dieser primitiven Geldsorten oft ein eng begrenztes; von Stamm zu Stamm 
wechselt die marktgängige Tauschware. Einzelne seltener vorkommende Waren, z. B. die 
Salztäfelchen in salzarmen Gegenden besitzen wieder ein weites Umlaufgebiet, innerhalb 
dessen ihr Wert mit der Entfernung vom Ursprunglande stetig wächst. 
So zeigen sich in dem Wirtschaftsleben der Naturvölker bereits die ersten Keime der 
wirtschaftlichen Erscheinungsformen, die auf den höheren Stufen der Entwickelung zu 
beobachten sind. Im ganzen sehlt jedoch selbst bei den Fortgeschritteneren unter ihnen 
noch vieles an der einheitlichen Geschlossenheit der Hauswirtschaft, mit der die euro 
päischen Kulturvölker bereits in die Geschichte eintreten. „Überall klaffen", wie Bücher 
treffend sagt, „noch tiefe Risse, und dem Individuum ist eine wirtschaftliche Selbständigkeit 
gewahrt, die uns fremdartig anmutet" — ein Überbleibsel aus der Zeit der individuellen 
Nahrungssuche. 
Die geschlossene Hauswirtschaft. 
Die nächste Stufe der Entwickelung, die der geschlossenen Hauswirtschaft, beherrscht 
das Wirtschaftsleben der europäischen Kulturvölker von dem Beginne unserer geschichtlichen 
Kenntnis über sie bis in das Mittelalter hinein. Sie kennzeichnet sich dadurch, daß jedes 
Hauswesen für sich eine abgeschlossene und sich selbst genügende Einheit bildet, innerhalb 
deren sich der ganze Kreislauf von der Gütererzeugung bis zum Verbrauche vollzieht. 
Art und Maß der Produktion bestimmt sich lediglich nach dem Bedürfe der Hausgenossen 
(der Familie, des Geschlechtes) an Verbrauchsgütern. Auch die gewerbliche Thätigkeit 
ist ausschließlich Hauswerk (Hausfleiß), das ist Produktion im Hause für das Haus aus 
selbstgewonnenen Rohstoffen. Jedes Produkt durchläuft seinen ganzen Werdegang von 
der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Genußreife in der gleichen Wirtschaft. 
Dies bedingt zunächst freie Verfügung jeder einzelnen Wirtschaft über den 
nötigen Grund und Boden. Denn sämtliche Rohprodukte, deren das Hans, sei es 
zum unmittelbaren Genusse, sei es zur weiteren Verarbeitung, bedarf, müssen von ihm 
selbst gewonnen werden, und sein Recht an Grund und Boden muß so weit reichen, daß 
diese möglich wird. Wer nicht aus eigenem Rechte über den Boden verfügt, kann keine 
eigene Wirtschaft führen und kann sein Leben nur fristen, wenn er zum Knechte des 
Grundeigentümers wird und als dienendes Glied in den Bereich einer anderen Haus 
wirtschaft eintritt. 
Anderseits setzt die geschloffene Hauswirtschaft eine solche Vielseitigkeit des Könnens 
und der Beschäftigung voraus, daß eine weitgehende Arbeitsteilung unter den Gliedern 
der Familie notwendig wird, während gleichzeitig die Einfachheit der Arbeitsbehelfe ein 
Zusammenwirken vieler bei einer Aufgabe häufig erfordert. Eine Familie im heutigen 
Sinne, bestehend aus einem Ehepaare, dessen Kindern und einigen Dienstboten wäre 
außer stände, allen diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Im Beginne der Wirtschafts 
geschichte finden wir daher als wirtschaftliche Einheit auch nicht die Familie, sondern die 
Sippe (Geschlecht, Gens, Clan), das sind größere, aus mehreren Generationen bluts 
verwandter Personen bestehende Gruppen, die gemeinsames Grundeigentum haben, 
gemeinsame Wirtschaft führen, einen gemeinsamen Rechtsschutzverband bilden. Die Nieder 
lassung erfolgt gewöhnlich derart, daß die Geschlechtsgenossen zusammen große Höfe und 
Dörfer begründen. Erst allmählich scheiden sich aus diesen großen Verbänden kleinere 
familiäre Hausgemeinschaften aus, aber noch jahrhundertelang blieb der Grund und 
Boden im Gemeineigentum der Sippe, und auch seine Bebauung geschah lange Zeit hin 
durch noch gemeinsam, wenngleich der Verbrauch der Früchte in jedem Hanse gesondert 
erfolgte. Mit der fortschreitenden wirtschaftlichen Aussonderung der einzelnen Familien 
wurde es jedoch immer schwerer, den Ansprüchen an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 
zu genügen, und um die sich hieraus ergebende Schwächung der wirtschaftlichen Leistungs 
fähigkeit zu vermeiden, wurde ein doppelter Weg eingeschlagen: 
Der eine bestand darin, daß man für größere Aufgaben, denen die Einzel 
familie nicht gewachsen war, die alten Geschlechtsverbände fortbestehen ließ, sei
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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