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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
100624364X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33077
Document type:
Monograph
Author:
Merckel, Curt http://d-nb.info/gnd/1024684814
Title:
Der Weltverkehr und seine Mittel
Edition:
Zehnte, durch einen Nachtrag ergänzte Auflage, Sonderausgabe aus dem Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Otto Spamer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 981 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Weltwirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

907 
Getreidebau und Viehzucht. 
den Speichern mittels Warrants bis zu 80 und 90 % seines Wertes bankmäßig belehnen 
zu lassen und so sein Kapital rasch wieder verfügbar zu erhalten. Bis in das Herz der 
Getreidegebiete des Westens geführte Bahnen, reichlich vorhandene natürliche Wasserwege 
und ein sich daran schließendes großartiges Kanalnetz ermöglichen die rasche und billige 
Beförderung des Getreides aus dem Inneren an die atlantischen Häfen, nach New Aork, 
Baltimore, Philadelphia und Boston, neben denen in neuerer Zeit New Orleans und 
Montreal zu wichtigen Stapelplätzen für Getreide sich entwickelten, ersteres durch seine 
Lage an der Mündung des nunmehr auch für Seeschiffe fahrbar gemachten Mississippi, 
letzteres infolge seiner Kanalverbindung mit den großen Seen und des Baues der 
kanadischen Überlandbahn. Die Frachtsätze haben durch die Konkurrenz und die Ver 
vollkommnung der Verkehrsmittel eine unglaubliche Erniedrigung erfahren. So kostete 
die Beförderung eines Bushels Weizen von Chicago nach New Aork im Jahre 1868 zu 
Wasser (See und Kanal) 22,79, bei kombinierter Fracht (See und Eisenbahn) 29 Cents, 
bei ausschließlicher Benützung der Eisenbahn 29,so Cents, 1898 jedoch nur noch 4,42 
bezw. 9,so und 11,52 Cents, und die Seefracht von New Aork nach Liverpool ist im 
gleichen Zeitraume von 14,5 auf 5,02s Cents zurückgegangen. 
Dem entsprechen auch die Ziffern für die Ausfuhr; sie betrug im Jahre 1897 für 
Weizen 40,s, für Roggen 2,6, für Gerste 3,4, für Hafer 7,5 und für Mais 48 Millionen 
Meterzentner. 
Daszweite große Exportland für den europäischen Getreidehandel ist Rußland. Bereits 
in den sechziger Jahren zu einer Zeit, wo sich der amerikanische Wettbewerb kaum fühl 
bar machte, erschien es mit bedeutenden Getreidemassen auf dem europäischen Markte. 
Seine Ausfuhr betrug bereits im Jahre 1871 17,9 Millionen Meterzentner Weizen. 
Im Jahre 1897 führte es an Weizen 34,9 Millionen, Roggen 12, Gerste 14,6, Hafer 7,1, 
Mais 3,4 Millionen Meterzentner aus. Auch hier war der Ausbau des Bahnnetzes im 
Inneren des Reiches und die Entwickelung der Schiffahrt nach den baltischen und süd 
russischen Häfen maßgebend für die Entwickelung der Ausfuhr. In neuerer Zeit suchte 
die Regierung diese dadurch zu begünstigen, daß sie durch Einstellung von Export 
tarifen die Transportkosten von jedem Punkte des weiten Reiches nach der Grenze gleich 
hoch stellte und so allen Produktionsgebieten die Ausfuhr unter gleichen Bedingungen 
ermöglichte. Die Anbaufläche hat in Rußland nicht dieselbe sprunghafte Entwickelung 
genommen wie in Nordamerika. Sie ist von 64,6 Millionen im Jahre 1881 nur auf 
67,6 Millionen im Jahre 1897, das ist um 4,5°/g gewachsen. Die schnelle Zu 
nahme der russischen Ausfuhr liegt eben weniger in der fortschreitenden Ausdehnung des 
Getreidebaues als in der zunehmenden Nutzbarmachung der vorhandenen Ernten für 
die Ausfuhr. 
Ungefähr seit 1876, in größerem Umfange seit 1881 erscheint auch Britisch-Ost- 
indien mit bedeutenden Weizenmengen ans dem europäischen Markte, wenn auch die 
Höhe seiner Weizenausfuhr stark wechselt, da infolge der klimatischen Verhältnisse periodische 
Mißernten eintreten und überdies die Einfuhr ostiudischen Weizens wegen seiner höheren 
Frachtkosten nur lohnend erscheint, sobald der amerikanische Weizenpreis eine gewisse 
Höhe erreicht hat. Als Getreideausfuhrländer kommen ferner für den europäischen Markt 
noch in Betracht die Balkanländer, Ägypten, Algier, Kanada und Australien, 
in neuerer Zeit auch die La Plata-Staaten, namentlich Argentinien. Seine 
Weizenausfuhr hat sich mit beispielloser Schnelligkeit entwickelt. 1889 betrug sie 
erst 229 000, 1894 hatte sie bereits den Betrag von 16,1 Millionen Hektoliter erreicht. 
Dabei ist von der gesamten auf 16 Millionen Hektar geschätzten, für den Weizenbau 
geeigneten Fläche dieses Landes nicht viel mehr als eine Million Hektar unter den Pflug 
genommen. Der Boden ist von einer unvergleichlichen Fruchtbarkeit, die Urbarmachung 
bei dem Mangel an Baumwuchs leicht, das Klima gestattet zwei Ernten im Jahre und 
die Vornahme landwirtschaftlicher Arbeiten das ganze Jahr hindurch, so daß die Gunst der 
natürlichen Verhältnisse kaum von irgend einem Erdstrich übertroffen werden kann. Dazu 
kommt noch der die Ausfuhr fördernde Einfluß einer tief entwerteten, schwankenden Papier-
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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