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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

106 
II. Der Geldmarkt. 
was nicht immer mit jener Schnelligkeit geschehen kann, die für die 
Arbitrage notwendig ist. In der Diskussion über die Krage der Prämien 
politik zwischen Landesberger auf der einen, Heiligenstadt und Raffalo- 
vich auf der andern Seite hoben die beiden letztgenannten als schädliche 
Wirkung des prämiensgstems die Verschlechterung des Zirkulations 
goldes hervor, da die Arbitrage die noch nicht abgenützten Münzen 
aus dem Verkehr herauszuziehen bemüht sei. Ich würde indes diesem 
Einwand kein großes Gewicht beilegen, da der Verlust, um welchen es 
sich auch bei großen Goldentziehungen durch diese Praxis handeln 
kann, für die Volkswirtschaft dem absoluten Betrag nach geringfügig 
ist. Bedenklicher ist die andere Konsequenz, daß die französische Wäh 
rung im internationalen Verkehr nicht als freie Goldwährung ange 
sehen wird und demgemäß sich die französische Valuta nur schwer an 
ausländischen Plätzen einbürgern könne. Indes scheint dieses Moment 
nicht auf die Prämienpolitik allein, sondern auch auf andere admini 
strative Schwierigkeiten zurückzugehen, welche die Bank von Krankreich 
der Soldhergabe bereitet, denn auch in den fünfzehn Zähren der Si 
stierung der Prämienpolitik hat die Devise Paris auf dem Weltmarkt 
nie großen Verkehr bekommen können, weil in der dtty immer wieder 
-behauptet wurde, daß Krankreich doch Arbitragegold nicht abgebe. 
Oie Diskreditierung der Währung im internationalen Verkehr läßt die 
Prämienpolitik für Reiche mit starkem Auslandshandel oder bedeu 
tender auswärtiger Verschuldung als ungeeignete Maßnahme erschei 
nen, während sie für andere Länder wohl anwendbar sein mag. 
Zn Rußland übt die Staatsbank auf die Kreditbanken einen starken 
Druck aus Arbitrageoperationen zu unterlassen und Gold für Arbitrage- 
zwecke nicht herzugeben. Auch die deutschen Kreditbanken haben in 
kritischen Zeiten, namentlich 1907, die hergäbe von Arbitragegold, 
wie es hieß aus Kurcht vor der Reichsbank, verweigert, die Reichsbank 
hat aber dieses Vorgehen scharf mißbilligt, mit vollem Recht, da die 
mühsam errungene Konkurrenzfähigkeit der deutschen Devise im Aus 
land durch Verweigerung der freien Goldhergabe gefährdet wird. 
Zn Reichen des Zwangskurses wie Gesterreich-Ungarn und Italien 
verweigern die Notenbanken bei stärkerem Goldbedarf offen die her 
gäbe von Arbitragegold, und da dort Ersatz aus dem Verkehr nicht zu 
schaffen ist, ist ein Ueberschreiten des Goldpunktes ohne Goldausfuhr 
möglich, wie dies sich auch in der letzten Konjunkturperiode in beiden 
Reichen, vornehmlich in Italien gezeigt hat. Neuere österreichische Au 
toren haben die Beibehaltung des Zwangskurses mit der dadurch für 
die Notenbank gebotenen Möglichkeit der Abwehr von Arbitrage-
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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