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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

114 
II. Oer Geldmarkt. 
— zum Beispiel bei rascher Verdoppelung des Goldbestandes — den 
Widerstand gegen straffe viskontpolitik zu sehr herauszufordern. Prin 
zipielle Bedeutung kommt aber diesem Argument nicht zu. Die Zer 
streuung des Goldes in die Zirkulation mit der Motivierung der Not 
wendigkeit einen Teil des nationalen Goldvorrats vor den lüsternen 
Augen der Nreditwerber zu verbergen mag nur in jenen Staaten 
begründet sein, in denen es nicht möglich ist die Notenbank von 
den Einflüssen von Industrie, Handel, Landwirtschaft und Emis 
sionsbanken zu befreien,- es ist ein Eingeständnis organisatorischer Un 
fähigkeit. 
Zn Zeiten finanzieller Bedrängnis des Staates ist die Gold 
zentralisation für die Privatwirtschaften von Nachteil, wenn der Staat 
seine Bedürfnisse durch Ausgabe von Papiergeld befriedigt und es in 
der Zirkulation an Geld fehlt, welches internationalen Wert besitzt- 
die Verschlechterung der Staatsfinanzen äußert in solchem §a!l ihre 
Wirkung auf alle Wirtschaften, da die Beschaffung von international 
wertvollem Geld im Inland nur ausnahmsweise möglich ist. 
§ür die Zentralisierung des Goldbestandes bei der Notenbank 
spricht folgende Argumentation: 
Oie Notenbank sieht sich in unsrer gegenwärtigen wirtschaft 
vor den Aufgaben die Zorderungen des Auslands zu befriedigen, bei 
Paniken im nationalen Verkehr zu intervenieren und in außerordent 
lichen politischen Situationen, in welchen andere Mittel der Napital- 
beschaffung versagen, dem Staat zu Hilfe zu kommen. Oie Erfüllung 
dieser Ausgaben wird durck Goldzentralisation wesentlich erleichtert, 
da die Notenbank über alles im Land vorhandene Gold verfügt und 
nicht Einlösungsansprüche aus dem inneren Verkehr zu erwarten 
hat. Wo die Bevölkerung an Noten gewöhnt ist, wird sie auch in 
unruhigen Zeiten weniger Goldmünzen verlangen als dort wo Gold 
neben der Note zirkuliert und in kritischen Zeiten erhöhtes vertrauen 
gewinnt. Zn der Zeit des Balkankriegs hatten die beiden an der Nriegs- 
sphäre nächstgelegenen und meistbetroffenen Reiche, Gesterreich-Ungarn 
und Rußland, vornehmlich infolge der Gewöhnung der Bevölkerung 
an Papiergeld, ungleich geringeren Goldbedarf als das durch die Ereig 
nisse weit weniger betroffene Deutschland. Zn Ländern der Papier 
zirkulation thesauriert die Bevölkerung vielfach Noten,- aber auch 
wenn in solchen Tagen zeitweilig Bedarf nach Gold zu Thesaurierungs 
zwecken auftreten sollte, ermöglicht der durch die Zentralisierung er 
reichte große Goldoorrat leichter das hineinsenden von Gold in den 
Verkehr, das das vertrauen umsomehr hebt, je weniger die Bevöl-
	        

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Die Theerfarben-Fabriken Der Herren Meister, Lucius & Brüning Zu Höchst a. Main, in Sanitärer Und Socialer Beziehung. Schumacher, 1880.
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