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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

122 
II. Der Geldmarkt. 
eine solche der Oiskontfestsetzung ergänzt werden. Ansätze hiezu finden 
sich nur in Nlarshalls Ausführungen vor der englischen Silberkommission 
von 1888 und in Wicksells „Geldzins und Güterpreise". 
Wicksell stellt der Diskontpolitik die Aufgabe gleichmäßige Waren 
preise zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, muß der Bankzins bei 
steigenden preisen erhöht, bei fallenden erniedrigt werden und jeweils 
auf dem so erreichten Stand bleiben, bis eine weitere Bewegung der 
preise eine neue Veränderung des Zinssatzes verlangt, von der klas 
sischen Doktrin unterscheidet sich diese Lehre grundwesentlich: dort 
bedeutet die Diskontfestsetzung eine Uonstatierung auf Grund des 
Status der Notenbank und der Wechselkurse, Erhöhung des Diskonts 
geschieht nur im Interesse der Liquidität der Bank. Nach wicksells 
Vorschlag aber würde die Erreichung eines wirtschaftspolitischen Ziels — 
die Stabilisierung des Geldwerts — den Entschließungen der Bank- 
leitungen zugrunde zu legen sein. Es erübrigt sich hier die Krage zu 
diskutieren, ob die Notenbank zu einer derartigen teleologischen Oiskont- 
normierung berechtigt ist,- die praktische Durchführung der Korderung 
würde jedenfalls auf große Schwierigkeiten stoßen. Nkan müßte zu 
nächst feststellen, bei welcher Preisänderung — jener von Effekten 
oder von waren —die Notenbank einschreiten sollte, da die Bewegungen 
dieser beiden Gruppen durchaus nicht in gleicher Entwicklungslinie 
verlaufen, und welche von den bisher durchaus mangelhaften Index 
ziffern als Grundlage angesehen werden sollten, vor allem aber könnte 
eine derartige Diskontpolitik nur im gemeinsamen Einvernehmen 
aller Notenbanken betrieben werden. Venn ein Land, dessen Zentral 
bank auf Preiserhöhungen sofort mit Hinaufsetzung der Bankrate 
antwortet, würde bald vom Ausland kurzfristiges Napital erholten 
und die Spannung zwischen Bank- und Privatsatz würde so groß werden, 
daß der Notenbank die Aufrechthaltung ihrer Note wohl sehr er 
schwert würde. — 
Dagegen scheint mir die Korderung wicksells, die Notenbank solle 
ihre Zinspolitik nach dem natürlichen Zins richten — dem Zins, der 
sich ergeben würde, wenn sich nicht Geld zwischen die wirtschaftlichen 
Transaktionen einschieben würde—theoretisch sehr beachtenswert,- aber 
für die Praxis ist damit kein fester Anhaltspunkt gegeben. 
Es kann nicht Aufgabe der Notenbank sein, im Interesse der Sta 
bilisierung des Geldwerts die Nonjunkturbewegungen durch Ausübung 
dauernden Drucks auf die Volkswirtschaft aus der Welt zu schaffen 
suchen. Sie muß vielmehr im Interesse ihrer Liquidität Nonjunktur- 
politik treiben, das heißt auf Grund der Erfahrungen der letzten Perioden
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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