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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

31. Die Wirksamkeit der Notenbanken in Rrisen- und Nriegszeiten. 141 
Im Krieg tritt zu den genannten Vorgängen noch der Einfluß auf 
Handelsbilanz, Schiffahrt und Reiseverkehr hinzu. Vas Mißtrauen des 
Auslands ist bis zu entscheidenden Siegen allgeinein. Es hängt von 
der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes ab, in welcher Weise sich 
die Zahlungsbilanz ändert. Großbritannien wird seine Kabrikatenaus- 
fuhr stärker Heruntergleiten sehen als seine Einfuhr, die aus Rohstoffen 
und Lebensmitteln besteht,- die Arachteneinnahme seiner Schiffe wird 
sinken, aber auch die Ausgaben für Auslandsreisen sich vermindern. 
Ein Agrarland dagegen wie Rumänien oder Brasilien kann nach Ab 
stoßung seiner Ernte den Import an nicht unbedingt nötigen Produkten 
einschränken und dadurch die Handelsbilanz entscheidend verbessern. 
Vas Maß des in Panik- oder Rriegszeiten für Auslandszwecke 
benötigten Goldes müßte auf Grund einer sorgsam geführten Zahlungs 
bilanzstatistik abgeschätzt werden. Starke Gläubigerreiche benötigen 
infolge der raschen Nonzentrierbarkeit ihrer Aktivforderungen eine viel 
niedrigere chuote ihrer Zahlungsbilanz in Gold als Schuldnerstaaten, 
bei denen ein hoher konzentrierter Goldbestand auch die Anleibenbe- 
schaffung im Ausland erleichtern soll. 
Die Anhäufung eines großen Goldbestandes hat die Bankpolitik 
Krankreichs und Rußlands in den letzten Jahrzehnten charakterisiert. 
Die Bank von Krankreich, die vor 50 Jahren sich den Vorwurf der schlech 
testen Notendeckung hatte gefallen lassen müssen — bei 813 Millionen 
Kcs. Notenumlauf war ihr Metallbestand auf 169 Millionen gesunken 
— hatte 1914 einen Goldvorrat von über vier Milliarden Kcs. Im 
Notfall kann Krankreich freilich nicht auf Eingänge aus seinen auswär 
tigen Anlagen durchaus rechnen, aber der Betrag von über 4 Milliarden 
scheint auch einem Höchstmaß an Zahlungen dem Ausland gegenüber 
zu hoch gegriffen zu sein. Stärkung des internationalen Nredits Frank 
reichs war in normalen Zeiten nicht nötig, da ja Frankreich Gläubiger 
des Auslandes ist, und im Nrieg achtet das unbeteiligte Ausland 
mehr auf die militärische Lage als auf den Goldbestand der Bank. 
Begründeter war der künstlich aufgebaute große Goldbestand der rus 
sischen Staatsbank, da Rußland schwankende, im Nrieg versagende Aktiv 
posten der Zahlungsbilanz, dagegen durch seine großen Schuldverpflich 
tungen dauernde Passivposten besitzt. 
Seit geraumer Zeit wird über gegenseitige hilfleistung der Noten 
banken diskutiert. Sie kommt nur in Kriedenszeiten in Krage. 
Man denkt dabei gewöhnlich an die oft erwähnten Hilfeleistungen der 
Bank von Frankreich an die Bank von England, zuletzt in der Zeit der 
Amerikakrise, viese Intervention war aber nicht infolge einer Notlage
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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