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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der Kapitalmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

224 
III. Der Kapitalmarkt. 
teile hingewiesen, welche die Großziehung der Landwirtschaft in den 
überseeischen Ländern der nationalen landwirtschaftlichen Produktion 
bereitet und haben sich darum z. B. in Frankreich gegen die Gewäh 
rung von hgpothekarkredit und den Bau der Eisenbahnen in Argen 
tinien durch französisches Kapital ausgesprochen. Die übliche Ent 
gegnung, daß die Kapitalbewegungen nur den natürlich gegebenen 
Standorten von Industrie und Landwirtschaft folgen, ist in unserer 
Periode staatlicher Wirtschaftspolitik nicht aufrecht zu halten. 
Die alte freihändlerische Doktrin, der zufolge das Kapital dem 
höchsten Zins zu folgen hätte, wird heute sowohl von den Regierungen 
wie vom Publikum selbst zurückgewiesen. Es ist offenkundig inkonse 
quent, wenn durch Schutzzölle die eigene Industrie gegenüber jener 
des Auslandes nach Kräften gefördert wird, dagegen der auslän 
dischen Konkurrenz die Möglichkeit der Kapitalinvestition verbilligt 
wird. Es hat sich darum vielfach der Grundsatz durchgesetzt, auswär 
tige Kapitalanlagen nur dann vorzunehmen, wenn mit ihnen Liefe 
rungsaufträge für die einheimische Industrie verbunden sind. Man 
glaubte dadurch zweierlei erreichen zu können: die Verschlechterung 
der Zahlungsbilanz zu vermindern und die Entwicklung zum Rentner 
staat aufzuhalten. Die konsequente Durchführung dieser Forderung 
führt aber zur Bevorzugung der Anleihen der Staaten mit unaus- 
gebildeter eigener Industrie und daher auch mit schwachen Finanzen. 
Man konnte diese Forderung den Balkanstaaten oder China, aber 
nicht der Union, Oesterreich und Rußland gegenüber stellen. 
Frankreich hat die auswärtige Kapitalbegebung als Mittel seiner 
auswärtigen Politik zu verwenden versucht. Ls ist kein Zufall, daß dies 
gerade im letzten Jahrzehnt scheinbar so erfolgreich geschah. Die Pe 
riode der großen Kapitalinvestierungen und steigenden Preise seit dem 
Ende des vorigen Jahrhunderts hat deutlich gezeigt, daß zu den Gläu 
bigerstaaten der Periode der fünfziger und sechziger Jahre des vorigen 
Jahrhunderts nur wenig neue hinzugetreten sind. Holland und die 
Schweiz haben schon im achtzehnten Jahrhundert, England seit Be 
ginn, Frankreich seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts Kapital 
an das Ausland verliehen. Zu diesen Staaten sind seither nur Deutsch 
land und Belgien hinzugetreten. Italien ist als Schuldner von den 
auswärtigen Märkten fast verschwunden, alle übrigen Staaten sind 
aber weiter auf ausländischen Kapitaleinstrom angewiesen, und zwar 
nicht bloß wie vor einem halben Jahrhundert die vereinigten Staaten, 
Oesterreich und Spanien, sondern in wachsendem Maß auch die engli 
schen Kolonien, das lateinische Amerika, Rußland und Ostasien. Eng-
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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