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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der Kapitalmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

52. Die Wirkungen der Verkehrs unter den Kapitalmärkten. 225 
land wurde durch seine Kolonien, deren Staatswerten es Mündel 
sicherheit eingeräumt hat, durch Amerika und teilweise Dstasien außer 
ordentlich start in Anspruch genommen und als Rapitalgeber des Kon 
tinents rückte immer mehr Frankreich in den Vordergrund, da Deutsch 
land den größten Teil seines Rapitalüberschusses lange Zeit hindurch 
für sich selbst benötigte und Holland, Belgien und die Schwei; für große 
Anleihebeträge nicht leistungsfähig waren. Seitdem sich bei der Allianz 
mit Rußland die Uapitalhergabe als wirksamer Ritt erwiesen hatte, 
suchte Frankreich Zug um Zug für Gewährung von Ausländsanleihen 
politische Vorteile auszutauschen. Und die Unterscheidung zwischen 
politisch geförderten und politisch mißliebigen Anleihen ist von Frank 
reich auch auf Deutschland übergegangen. 
Da wir uns mitten in der Entwicklung befinden, ist ein festes Ur 
teil über die Verbindung von Wirtschaft?- und äußerer Politik nicht 
möglich. Sie scheint aber auf unrichtigen Voraussetzungen zu beruhen. 
Um augenblicklicher politischer Vorteile willen werden Anleihen über 
nommen, die Jahrzehnte hinaus laufen. Line Rentenemission von 
1914 erstreckt sich bis ungefähr 1970 und im Zeitraum eines halben 
Jahrhunderts kann sich die politische Haltung eines Staates mehr als 
einmal ändern. Ulan könnte nicht eine einzige politische Uombination 
nennen, die in der letzten Vergangenheit solange Zeit gedauert hat. 
Um politischer Vorteile willen könnte man zwei- oder dreijährige Vor 
schüsse bewilligen, aber bei fünfzigjährigen Anleihen kann der poli 
tische Standpunkt den ökonomischen nicht verdrängen, sondern es muß 
die Frage gestellt werden, ob die Uapitalanleihe auch unbeeinflußt 
von politischer Gunst oder Ungunst übernommen würde. Staaten 
namentlich, die dauernd auswärtiges Uapital benötigen, pflegen sich 
gerne dorthin zu wenden, wo sie es am billigsten bekommen und je 
weils politische Versprechungen zu machen, an die sie gerne vergessen, 
wenn sie anderswo später Geld suchen. 
Die Konzentration der Kapitalbegebung auf bestimmte Gebiete 
verstößt endlich gegen den Grundsatz der Riskenverteilung. politische 
und wirtschaftliche Schicksale des starken Schuldnerstaats treffen auch 
den Gläubiger hart. Er ist bei der eventuellen Notwendigkeit der Zwangs 
eintreibung seiner Forderungen allein beteiligt und muß alle Mittel 
der völkerrechtlichen Erzwingung allein durchführen. Bei Krisen ist es 
dem Gläubigerstaat nicht möglich durch Abstoßung auswärtiger An 
lagen Hilfe vom Ausland zu bekommen, da die Verbindung von Ka- 
pitalbegebung und Politik eine Isolierung der Kapitalmärkte zur Folge 
hat. Und im Kriegsfall ist nicht einmal der Rückstoß der Werte in das 
L o m a r 7, Bankpolitik. 15
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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