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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der Kapitalmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

226 
III. Der Kapitalmarkt. 
Schuldnerland selbst möglich, da sonst der Kreund oder Verbündete 
finanziell geschwächt wird. — Schwache Staaten sind bei böswilliger 
Zahlungseinstellung des Schuldners wehrlos — die großen Anlagen 
Belgiens im Ausland zum Beispiel sind eine ungeschützte Aktivpost 
der Wirtschaft. Nur wo auch die militärische Macht vorhanden ist, wie 
bisher im Verhältnis zwischen England und seinen Kolonien, kann die 
Uebernahme von Kapital ein loses Band enger flechten. 
Die Literatur hat sich bisher ausschließlich mit den Wirkungen 
der Kapitalbegebungen auf die Gläubigerstaaten befaßt, dagegen 
die Wirkungen für die Schuldnerländer unberücksichtigt gelassen, viel 
fach in der Annahme, daß hier die Kragen einfach liegen, da jene Staa 
ten doch nur Interesse an der großen Kapitalzufuhr hätten. In der 
Tat werden aber die Kapitalmärkte gerade der Schuldnerreiche und 
ebenso die Banken und Staaten derselben vor ungleich größere Schwie 
rigkeiten gestellt. 
Oie Aufnahme von Anleihen oder die Begebung von Aktien im 
Ausland bedeutet die Beschaffung von billigerem Kapital, und dieser 
große Vorteil wird namentlich bei geringer Entwicklung der Wirtschaft 
nicht von starken anderen Momenten durchkreuzt. Das wird aber 
anders, je stärker die Entwicklung fortschreitet und je mehr der Gläu 
biger Wirtschaftspolitische Nebenforderungen stellt. 
Bei einer Verbindung von Ausländsanleihen und Industrie- 
lieferungen kann der Schuldnerstaat nicht dort kaufen, wo er die Ware 
am besten oder billigsten erhält, sondern dort, wo er die Anleihe be 
kommt. Zudem werden die Bestrebungen zur Zörderung der eigenen 
Wirtschaftspolitik gehemmt,- wo die Bedingungen für eigene Industrie 
entwicklung gegeben sind, dort ist es Aufgabe der Banken, den Kapital 
markt so zu organisieren, daß auswärtige Kapitaltransaktionen mit der 
Bedingung der Industrielieferung nach Möglichkeit vermieden werden. 
Oie Unterbringung inländischer Wertpapiere im Ausland ist nur 
solange gesichert, als die Zinsspannung zwischen den Kapitalmärkten 
anhält. Erhöht sich der Durchschnittszins im Gläubigerland durch 
Aenderung der Konjunktur stärker als im Schuldnerland, so wird ein 
Teil der im Ausland untergebrachten Effekten zurückkommen. Oie 
Rückströmungen infolge der Bewegungen des Auslandsmarktes, welche 
vom Schuldnerland nicht übersehen werden können und auf welche 
die heimischen Banken keinen Einfluß zu üben vermögen, macht eine 
zielbewußte Kapitalmarktpolitik unmöglich. Die Entwicklung des 
Rentenmarktes und der Industriekonjunktur wird von der Situation 
des auswärtigen Kapitalmarktes abhängig.
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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