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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der Kapitalmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

60. Die Aufgaben des Bankenplacement. 
247 
sonders starke Einwirkung des Bankenplacements hat zur Bevorzugung 
der Obligationen auch bei den Gesellschaften geführt, die von fran- 
zösischem Kapital im Auslande errichtet wurden. Vas zu große Ausmaß 
dieser Obligationen, die bei russischen und südamerikanischen Bahn- 
werten in manchen Zöllen zweidrittel des Investitionskapitals über 
schreiten, und der dadurch verursachte Zwang zu hoher fester Verzinsung 
hat bei schlechtem Geschäftsgang bei einer Reihe so finanzierter Unter 
nehmungen Schwierigkeiten hervorgerufen und mitunter den Fort 
bestand des Unternehmens gefährdet. Die Geschichte der österreichi 
schen Südbahn liefert hierfür das markanteste Beispiel. In der Industrie 
ist die Bemessung der Obligationen noch schwerer durchzuführen als 
bei Verkehrsunternehmungen. 
3. In den vereinigten Staaten suchte man dem Nachteil der Ver 
zinsungspflicht, welcher den Obligationen anhaftet, zum Teil dadurch 
obzuhelfen, daß man auf Grund des Gegenwartsertrags Vorzugsaktien 
schuf, die in ihrer Dividende fix begrenzt waren und zumeist aus den 
Gewinnen künftiger Jahre Ersatz für das Unterbleiben oder die 
Verkürzung der Dividendenzahlungen in einem Jahre erhalten sollte. 
Auf dem Kontinent haben sich Vorzugsaktien nur wenig eingebür 
gert, da sie das Placement der gewöhnlichen Aktien vielfach benach 
teiligen. 
4. Der Ausgabe von Obligationen sind enge Grenzen gesetzt, die 
Vorzugsaktien konnten sich auf dem Kontinent überhaupt nur wenig 
einbürgern, hier galt es somit die gewöhnlichen Aktien dem Banken 
placement einzufügen. Um dieses Ziel zu erreichen, gingen die Banken 
für ihre Aktien zur stabilen Dividendenpolitik über. In den ersten Zeiten 
der Aktienbanken wurde entsprechend den Anforderungen der Börse aller 
Reingewinn ausbezahlt und die Dividende schwankte daher noch in der 
Gründerperiode außerordentlich stark. Die Anglo-österreichische Bank 
z. L. erhöhte noch im Jahre 1868 ihre Dividende von 15 auf 78% ohne 
dabei die Reserven über das statutenmäßige Rlaximum hinaus zu sor 
tieren. Seit Anfang des achten Jahrzehnts des vorigen Jahrhunderts 
begannen einzelne Kreditbanken, unter welchen die Deutsche Bank, der 
Credit Lyonnais, die österreichische Boden-Kredit-Anstalt und die bel 
gische 8ooi6t6 göneralo besonders konsequent vorgingen, große stille und 
offene Rücklage zu machen und auf eine Stabilisierung der Dividende 
hinzuarbeiten, indem sie die Gewinne aus einmaligen Geschäften nament 
lich aus Konsortien und Effektentransaktionen ganz oder zum Teil un- 
verrechnet ließen und an die Aktionäre nur eine Ouote des gesamten 
Reingewinns verteilten. Dieser Vorgang wurde bald so allgemein,
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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