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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der Kapitalmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

250 
III. Der Kapitalmarkt. 
nicht die Bewegungsrichtung de- Rentenzinses, sondern jene des Aktien 
marktes die Rentabilität mitmachen. 
Es ist im Augenblick schwer zu übersehen, ob die Entwicklung zu 
einer Zurückdrängung der Börse zu Gunsten der Banken führen wird. 
Va es sowohl in der deutschen Literatur wie in der Bankpraxis nicht an 
Stimmen fehlt, welche eine derartige Entwicklung mit besonderer Kreude 
begrüßen, erscheint es notwendig auf die Gefahren hinzuweisen, welche 
in einer weiteren Ausdehnung des Bankenplacement liegen würden. 
Sind die Aktien eines Unternehmens größtenteils bei dem Runden einer 
Bank untergebracht, so werden Raufs- und Verkaufsaufträge größten 
teils bei dieser Bank zusammenlaufen und intern ausgeglichen werden. 
An die Börse kommen nur geringe Ouantitäten und es ist der Bank 
dadurch leicht, entscheidenden Einfluß auf die Rursbildung zu üben. 
va alle anderen Börsenmitglieder das Interesse an diesem Wertpapier 
verlieren, sieht sich der Verkäufer nur einem Räufer gegenüber und in 
kritischen Zeiten mag, wenn die Bank an der Rursregulierung kein Inter 
esse nimmt, der Rurs ohne Intervention sehr stark heruntergehen, weil 
dieses Wertpapier aus dem Interessenkreis der übrigen Mitglieder 
ausgeschaltet ist. 
Die ausschließliche Ronzentrierung des Effekten-An- und Verkaufs 
bei den Rreditbanksn gewährleistet nicht neutrale Beratung der Runden, 
da ja die Rreditbanken gleichzeitig das Ronsortialgeschäft betreiben. 
Die Bank hat natürlich ein Interesse ihre Sgndikatseffekten beim Pu 
blikum unterzubringen, sie ist Partei bei der Rundenberatung und wenn 
sie bei ihren Zinanzgeschäften die Ronjunktur unrichtig beurteilt hat, 
dann kann sie nicht bloß ihr Eigenkapital und das Geld ihrer Einleger, 
sondern auch das sonstige vermögen ihrer Runden verlieren, wenn diese 
es im Effektenkonzern der Bank angelegt haben. Es ist nie ohne Ge 
fahr sein ganzes vermögen vom verstand einer einzigen Direktion ab 
hängen zu lassen. 
Und endlich fehlt dem Bankenplacement ohne die Börse das Urteil 
der Öffentlichkeit. Ohne die Börsennotierung wäre der Effektenkäufer 
der Bank gegenüber hilflos. 
Zweifellos sind infolge der Zurückdrängung der Börse Gefahren 
auch für die Banken vorhanden. Namentlich die geringere Rurswahr- 
heit infolge der Schwächung der Börsen ist für sie von Nachteil geworden. 
Es ist geradezu ein Lebensinteresse des Emissionsgeschäftes zu wissen, 
wie die einzelnen Effektengruppen tatsächlich bewertet werden und nur 
die leichte Verkäuflichkeit rechtfertigt den Charakter des Effektenkredits 
als Geldmarktgeschäft. Die Banken sind aus diesen Gründen an der
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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