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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Der Kapitalmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

254 
III. Der Kapitalmarkt. 
allein an. Einem Industriellen in einer kleinen Provinzstadt des Rhein- 
landes, der bei einem Jahreseinkommen von einer Million Mark spe 
kulative Engagements in höhe von einer Viertelmillion Mark unter 
hält, ist manchmal die Spekulation die einzige Anregung, die er, wenn 
er literarische Bildung nicht besitzt, in der Einöde seines Wohnortes 
erhalten kann. Dem Unternehmer, der sich von den Geschäften zurück 
gezogen hat, kann die Spekulation ein Nachklang an seinen Lebensbe 
ruf, eine Art Beteiligung am Leben bedeuten, die Lektüre der Tages 
blätter zum mindesten interessanter gestalten. Oie Spekulation kundiger 
und reicher Personen ist volkswirtschaftlich nötig, da sonst die Gründung 
von Aktiengesellschaften mit hohem Unternehmerrisiko unmöglich wäre, 
und den Kreditbanken wäre es allein unter allen Organisationen möglich, 
die Spekulation auf diese Kreise zu begrenzen, vast dies derzeit nur 
in wenigen Zöllen geschieht, ist allerdings unleugbar, allein das liegt 
nur in der gegenwärtigen Praxis, nicht im Wesen der Kreditbanken 
begründet. 
Die Gleichzeitigkeit der Gewährung von Anlagekredit und der 
Ausübung eines Einflusses auf die Vividendenbestimmung mag be 
gründete Besorgnis erregen. Es liegt der Gedanke nahe, daß eine Lank, 
die die Mobilisierung des Anlagekredites vorbereitet, durch hohe Gewinn 
ausschüttung den Aktienmarkt günstig beinflussen will. Aber eine der 
artige Praxis widerstoßt dem Emissionskredit und wird darum von 
ernsten Banken vermieden. 
Mit besonderem Nachdruck wird die Gefahr der Immobilisierung 
für die führenden Lanken selbst hervorgehoben und es ist zweifellos, 
daß die Banken dieses Sgstems im Durchschnitt nicht so mobil sein 
können wie reine Geldmarktinstitute. Indessen kann auch bei pflege 
von Anlagekredit und Finanzgeschäft die Flüssigkeit gewahrt bleiben, 
wenn die Festlegungen die höhe jener Beträge nicht übersteigen, welche 
den Banken unter allen Umständen zur Verfügung bleiben. 
Die Gewährung von Anlagekredit, die finanzielle Führung der 
Unternehmungen und Mitwirkung bei der Vividendenbestimmung 
sowie die Leitung der Vermögensverwendung des Publikums legen 
in die Hand der Bankleiter eine so große Verantwortung, daß Miß 
griffe über die Bilanz der Lank hinaus selbst wirken können. Irrtüm 
liche Beurteilung der kommenden Konjunktur kann für die Kunden 
schwere Verluste zur Folge haben. Kein Privatbankier kann auch nur 
entfernt ein so großes Effektengeschäft aufbauen, wie eine Berliner 
Großbank, und Fehlgriffe einer einzigen Persönlichkeit wirken darum 
ungleich intensiver als der Irrtum eines Bankiers.
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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