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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

32 
II. Der Geldmarkt. 
Banken weder auf dem offenen Markt noch bei der Notenbank redis 
kontieren,- daher würden die in Wertpapieren angelegten Summen durch 
wegs als liquider angesehen als die Wechselforderungen. Vas ist un 
zweifelhaft richtig für die direkt genommenen Wechsel- die Bank von 
England hat im 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Diskontie 
rung von wechseln mit Unterschrift einer Privatbank verweigert, weil sie 
in diesen Konkurrenten erblickte und sie hat den später entstandenen 
Aktienbanken gegenüber eine gleiche Politik befolgt, weil deren Grün 
dung eine Durchbrechung ihres Monopols bedeutete. Die Depositen 
banken haben sich darum auf sich selbst gestellt und daraus ist bei ihnen 
seit zwei Generationen eine Anschauung entstanden, die es für unehren 
haft hält Wechsel weiterzugeben. Nach dieser Praxis ist natürlich ein 
Wechsel, der noch zwei Monate lauft, weniger liquide als sofort ver 
käufliche Konsols. Eine andere Auffassung aber gilt für die bwksr, 
die Wechselmakler, die Wechsel kaufen und daraufhin sich entweder von 
den Depositenbanken oder, wenn diese den Kredit zurückziehen, von der 
Notenbank Geld leihen- und es ist eine gerade in den kritischen Perio 
den der englischen Geschichte erprobte und auch von der gegenwärtigen 
broker-Generation geteilte Ansicht, daß Wechsel auf dem Markt leichter 
weiterzugeben sind als Konsols. (vgl. für kritische Perioden: Richard 
fon vor dem Bullioneommittee von 1810, 124 und James im Report 
from the select committee on banks of issue, London 1840, Bd. 2, 
1485.) wenn nun ungeachtet dessen die Bedeutung der Wechselanlage 
so erheblich gesunken ist, während gleichzeitig die Vorschüsse erheblich 
gestiegen sind, so liegt die Ursache wohl mit in der Aenderung der 
Zahlungssitten und Kreditgewohnheiten. — 
In den vereinigten Staaten, wo weder Geldmarkt noch Zentral 
bank besteht, hat der Wechseldiskont, da hier die Mobilisierbarkeit bis 
her nicht zur Geltung kam, nie starke Bedeutung gehabt,- die geplante 
Notenbankgssetzgebung muß ihn erst in den Verkehr gewissermaßen 
einführen. 
Auf dem Kontinent hat sich der Wechsel am stärksten in Krankreich 
auch im Kleinverkehr eingebürgert und dort nehmen im Portefeuille 
der Bank von Krankreich die Wechsel unter 100 krs. mehr als die Hälfte 
des Gesamtbetrags ein. Zm deutschen Reich ist gleichfalls ein sehr aus 
gebreiteter, wenn auch nicht ebenso stark demokratisierter Wechsel- 
verkehr ausgebildet worden; aber auch hier macht sich namentlich die 
Tätigkeit der Konventionen geltend und in der Bankenquete wurde 
wiederholt die Abneigung großer Kunden, gegen das Akzeptieren von 
wechseln hervorgehoben, das zum Teil die Ersetzung des warendis-
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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