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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

46 
II. Der Geldmarkt. 
Lösung des Engagements großen Verlust hätte und daher bestrebt ist, 
um jeden preis zu prolongieren. Diese Erwägung erklärt die Möglich 
keit des zeitweisen Vorkommens von Effektenkreditsähen, die unge 
wöhnlich hoch erscheinen. Es hat zum Beispiel namentlich bei im Bank 
wesen nicht erfahrenen Leuten erstauntes Kufsehen erregt, daß in New 
tzjork in Panikzeiten der Satz für tägliches Geld vorübergehend bis über 
1000% pro anno stieg: das bedeutet 3% für den Tag/ wenn nun zum 
Beispiel ein Spekulant Aktien zu 100 gekauft hat und am Tag, an dem 
er verkaufen will, der Nurs z. B. durch eine Nriegseröffnungsnachricht 
auf 60 gesunken ist, so mag er dafür, daß ihm die Möglichkeit eines 
Verkaufs am nächsten oder zweitnächsten Tag, an welchem er eine 
„Erholung" erwartet, gewährt wird, wohl 3% pro Tag zahlen/ ist 
der Rurs in der Zwischenzeit auch nur auf 70 wieder hinaufgegangen, 
so ist er bei verkauf zu diesem preis noch immer besser als bei sofortiger 
Lösung des Engagements davongekommen. — Auf die Dauer aber 
kann nur sehr kapitalkräftige Spekulation selbst bei gleichbleibenden 
Effektenkursen hohe Zinsen zahlen. 
Die wichtigsten Kreditgeber auf dem Geldmarkt sind die Uredit- 
banken. Untersuchen wir, nach welchen Gesichtspunkten sie den Zins 
bestimmen. 
Jede Bank muß mehr verdienen als sie für Einlagen vergütet/ 
ein Industrieunternehmen mag zeitweise ohne Gewinn arbeiten, eine 
Bank ist im gleichen Zoll verloren, weil ihr die Einlagen abgehoben 
werden und niemand ihr Akzept nimmt. Die Vergütung an die Ein 
leger zuzüglich der Ausgaben und eines Nutzens muß somit aus den 
Geldmarkt- und Anlagekrediten insgesamt erzielt werden. Für die 
Einlagen, welche den Nassenbestand der privaten Unternehmungen 
bilden, wird in Reichen mit entwickeltem Ueberweisungsverkehr nichts 
vergütet, während dort, wo der Bankzahlungsverkehr erst zu schaffen 
ist, eine Zinsvergütung geleistet wird, die in Frankreich fast zu allen 
Zeiten %%, in Deutschland 2—3%%, in Osteuropa erheblich mehr 
beträgt. In: Nontokorrent wird zwischen 1 und 1%% unter dem Bank 
satz, zu welchem die Notenbank kvechsel diskontiert, vergütet. Für die 
höhe der Vergütung ist die Frage entscheidend, was die Einleger bei 
anderweitiger Verwendung ihres Geldes an Zins erhalten würden: 
würden die Banken zum Beispiel bei fünfprozentigem Banksatz nur 
2% vergüten, so würden manche Kaufleute und Industrielle direkt 
Wechsel kaufen und darin ihre überschüssigen Bestände anlegen, wie 
dies vereinzelt in deutschen und schweizer Industriebezirken der Fall 
ist. Die Bank vergütet weniger, nimmt aber Arbeit, Ausgaben und
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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