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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

52 
II. Der Geldmarkt. 
Dezentralisierung der Bankanstalten durch Errichtung zahlreicher Filia 
len und durch den postscheckoerkehr, niedrige Mindestguthaben oder 
selbst Verzicht auf solche, Verzinsung der Guthaben, Gestattung der 
Einzahlungen auf Kontis auch durch Nichtdeponenten, geringe Nosten 
der Uebertragung namentlich auch bei Sendungen von Grt zu Grt, 
Veröffentlichung von Listen der Giroteilnehmer haben zur Verbrei 
terung des Bankzahlungsverkehrs wesentlich beigetragen. Sein Anteil 
am gesamten Zahlungsverkehr wurde wiederholt zu schätzen versucht. 
Oie englischen und älteren amerikanischen Erhebungen legten die 
Ein- und Ausgänge bei den Kreditbanken zugrunde; eine englische 
Schätzung der fünfziger Zähre des vorigen Zahrhunderts ergab bei 
den Einnahmen eines Bankhauses 89% in Schecks, bei den Auszah 
lungen 96%; eine andere englische Schätzung in den sechziger Zähren 
ergab, daß 96.8% aller Ein- und Ausgänge eines Bankhauses in Schecks 
geleistet wurden. Eingehendere Untersuchungen wurden in der Union 
1872, l88l und namentlich seit 1890 veranstaltet: Zn den vereinigten 
Staaten, die frühzeitig ausgebildeten Scheckverkehr besaßen, wurden 
die Depositen der Nationalbanken 1871 zu 12% in lvährungsgeld und 
zu 88% in Schecks, 1908 zu 6% in lvährungsgeld und 94% in Schecks 
eingezahlt. Aber die Einnahmen und Ausgaben der Banken geben 
kein richtiges Bild, da sie nur mit der Mittel- und Oberschicht der Ge 
sellschaft verkehren: Mehrere Erhebungen der Comptrollers ok the 
Currency und neuerdings Professor Kinlegs versuchten darum die 
Zahlweise im Detailhandel festzustellen, indem sie die Art der Ein 
zahlung der Bankdepositen nach Branchen sonderten, während die 
Großhandelsgeschäfte im Durchschnitt der Union zu 96.4%, in manchen 
Staaten sogar zu 99% Schecks ablieferten, lieferten die Detailhändler 
im Durchschnitt nur 73%, in manchen Staaten erheblich weniger in 
Schecks ab — immerhin ein Verhältnis, das in keinem europäischen 
Staat auch nur annähernd erreicht werden dürfte. 
Aber auch die beste Organisation des Bankzahlungsverkehrs kann 
das Währungsgeld nicht überflüssig machen; auch in den vereinigten 
Staaten werden ungeachtet des Verzichts der Banken auf Mindest 
guthaben nur 30% der Arbeitslöhne in Schecks gezahlt. Für den, der 
von der Hand in den Mund lebt und von seinem Lohn sofort die Aus 
gaben begleichen muß, ist Lankzahlung unmöglich — und die Zahl 
dieser Personen ist umso größer, je geringer der Wohlstand ist und in 
je kleineren Zwischenräumen Gehalte und Löhne gezahlt werden, die 
Bankzahlung ist ferner unmöglich bei Zahlungen Zug um Zug zwischen 
Unbekannten, zum Beispiel an der Bahnkasse und bei den kleinen Zah
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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