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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

84 
II. Der Geldmarkt. 
zahlten Kapitalien bei den Banken zu bleiben, da die auf diese weise 
ausgebrachten Summen in der Mehrzahl der Zölle nicht sofort vom 
Schuldner benötigt werden. Mit Ausnahme der letzten Januar- und 
Zebruarwoche — in der wie stets zu Monatsschlusz die per ultimo regu 
lierten Geschäftszahlungen und die Börseengagements zu begleichen 
sind — pflegen die beiden ersten Monate leichten Geldstand auf dem 
offenen Markt zu zeigen. Der März bringt einen erheblichen Bedarf 
für Dividenden- und Kuponzahlungen/ die für diesen Zweck bereit 
gehaltenen dem Markt in den vorhergehenden Wochen zur Verfügung 
gestellten Gelder werden zum Teil der kurzfristigen Geldmarktanlage 
entzogen,- der Beginn des „Zrühjahrsgeschäfts" und der Campagne 
in den Sommerproduktionen erfordert neuen Betriebskredit. Zn der 
letzten Märzwoche ist ein starker Bedarf wegen der bedeutenden Guar- 
talszahlungen — da ein großer Teil der städtischen Mieten und vielfach 
auch Gehalte vierteljährlich gezahlt werden. Nach vierteljahrsschlutz 
pflegt der Bedarf nach Geld wieder zurückzugehen, erreicht seinen Tief 
punkt in der zweiten Hälfte des Mai und steigt dann langsam empor/ 
die letzte Zuniwoche bringt die chuartalsansprüche, die jedoch bei der 
relativen Ruhe in Industrie und Handel leicht befriedigt werden können. 
Juli und August haben gleichfalls (mit Ausnahme der letzten Mo 
natstage) nicht hohe Inanspruchnahme, der Tiefpunkt wird gewöhnlich 
in der dritten Augustwoche erreicht: Diese Monate sind die traditionelle 
Urlaubszeit und erhebliche Beträge neu zufließenden Einkommens 
strömen den Banken als Einlagen zu, da die Eigentümer erst nach ihrer 
Rückkehr über die Beträge verfügen wollen. Zn der zweiten August- 
hälfte setzt der Erntebedars ein, im September treten die Erfordernisse 
für Betriebskredit bei einer Reihe von Industrien hinzu. Der chuartal- 
zahlungstermin zu Ende September stellt dementsprechend außerordent 
lich große Ansprüche an den Geldmarkt und an die Notenbank. Nach 
Septemberende treten Rückflüsse ein, der Geldmarkt wird weniger stark 
beansprucht, zu Novembermitte pflegt der Tiefpunkt der Ansprüche 
im vierten (Quartal erreicht zu werden, dann nimmt der Bedarf wieder 
langsam zu und schnellt in der letzten vezemberwoche rasch in die höhe, 
in welcher zu den sonstigen chuartalszahlungen der Bilanzbedarf hinzutritt. 
§ür den deutschen Geldmarkt charakteristisch ist die starke Bedeutung 
der chuartalszahlungen, vor allem zu September-, ferner zu Dezember 
ende/ in der Mitte der Quartale pflegt der Geldmarkt und der Status 
der Notenbank relativ am günstigsten zu sein. Der offene Geldmarkt 
wird nach den Quartalsschlüssen rascher flüssig als der Status der Reichs 
bank.
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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