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Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Bibliographic data

fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Monograph

Identifikator:
100669000X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18753
Document type:
Monograph
Title:
Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
Place of publication:
Halle a.S.
Publisher:
Carl Marhold Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 70, 441 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
  • Title page
  • Contents
  • I. Allgemeine Vorbemerkungen
  • II. Charakter und Entwicklung der "Deutschen Ehrentafel"
  • III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
  • IV. Ergebnisse und Schlußbemerkungen
  • [Beiträge]

Full text

19 
Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege. 
der Anstalt. Im Jahre 1910 betrugen die Beiträge der Mütter 7827 M., diejenigen der 
Fabrik 8280 M., so daß sich die gesamten Unterhaltungskosten, ausschließlich Gebäude 
kosten, Erleuchtung und Heizung, für die die Fabrik aufkommt, auf 16 107 M. beliefen. 
Die Gesamtzahl der Pflegetage in demselben Jahre betrug 42 797, die Kosten pro Kind 
und Tag beliefen sich auf 37,61 Pf. 
Da im speziellen Teil nur eine skizzenhafte Andeutung über diese Musterstätte ge 
bracht wird, haben wir hier etwas ausführlicher berichtet. Es empfiehlt sich für Interes 
senten, die gedruckten Berichte und Bestimmungen der Kinderpflegeanstalt der Mechani 
schen Weberei zu Linden einzusehen, die die Fabrikleitung gern zur Verfügung stellt. 
Eine ähnliche Musterstätte wie die hier beschriebene ist die der RheinischenGummi- 
und Celluloid - Fabrik in Mannhei m - Nec karau, die auch schon seit einer Reihe 
von Jahren besteht. Eine genaue Beschreibung der letztgenannten Fabrikkinderkrippe von 
dem Fabrikleiter Karl Bensinger befindet sich in der „Zeitschrift für Säuglingsschutz“, 
Oktoberheft 1910. Die Neckarauer Anstalt hat in dem Maße das allgemeine Vertrauen er 
worben, daß die Verwaltung der Stadt Mannheim 1910 eine städtische Milchküche in dieser 
Anstalt einrichtete und letzterer eine größere Anzahl von der Armendirektion zu ver 
pflegende Säuglinge überwies. 
Hervorragend mustergültige Einrichtungen für Säuglingsfürsorge haben auch die 
Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen. In ihrer Fürsorge 
befanden sich 19 n 262 Kinder mit ihren Müttern. Fast alle Säuglinge wurden gestillt. 
Im Verlauf der ersten Lebensmonate mußten von diesen 13,4% abgesetzt werden, die 
übrigen konnten weiter gestillt werden. Die Säuglingswäsche wurde in vielen Fällen von 
der Fürsorgestelle ausgebessert und ergänzt. An Stillprämien wurden bezahlt 4204 M., 
Säuglingsmilch wurden 3632 Portionen geliefert. Die Unkosten der Firma betrugen für diese 
Anstalt im Jahre 1911 7361 M. 
Hervorzuheben sind weiter noch das Säuglings- und Mütterheim der Firma W. Spindler 
in Spindlersfeld und das Säuglingsheim und Kinderheim der Baumwollspinnerei am 
Stadt bach in Augsburg. Letzteres nimmt zweihundert Kinder auf, darunter die Säuglinge 
bis zu einem Jahr, 1 6 jährige Kinder im Kinderhort und ferner Schulkinder, die während 
ihrer freien Zeit Näh- oder Handfertigkeitsunterricht erhalten. — In der Zigaretten 
fabrik A. M. Eckstein & Söhne zu Dresden, die über 2000 Arbeiter beschäftigt, erhält 
jede sich Mutter fühlende Arbeiterin vor ihrer Entbindung eine Babyausstattung von 
der Firma geschenkt, die aus 63 Teilen, darunter 1 Kopfkissen, 6 Hemdchen usw. besteht. — 
Ein eignes Wöchnerinnenasyl, das gleichzeitig 12 Wöchnerinnen aufnehmen kann, 
hat die Badische Anilin- und Soda - Fabrik in Ludwigshafen für ihre Arbeiterinnen 
errichtet. Der Leiter ist ein Frauenarzt, dem zwei gelernte Pflegeschwestern zur Seite 
stehen. Jährlich werden 210 Frauen aufgenommen. Mit der Anstalt ist eine Säuglings 
fürsorgestelle verbunden. Für die Lieferung der Milch und sonstiger Ernährungsmittel 
trägt die Firma die Hälfte der Kosten. — Kaisers Kaffeegeschäft G. m. b. H. zu 
Viersen versorgt aus den Erträgnissen einer Stiftung von 182 000 M. die vorherige 
Belehrung, die Entbindung und die Pflege von Mutter und Kind. Die Mutter erhält 
10 Tage lang kräftiges Mittagessen und 1—3 Monate lang täglich 1 — 2 Liter Milch auf 
Kosten der Firma. 
Die meisten der Fabrik - Säuglingshei me und - Kinderhorte werden von ge 
prüften Pflegerinnen bezw. Kindergärtnerinnen geleitet. 
Die Schultheiß’ Brauerei, Berlin hat in Berlin-Pankow und in Dessau eigene 
Kinderheime unter ärztlicher Aufsicht und unter Führung von Diakonissen errichtet. Es 
sind Kleinkinderschulen, Strickschulen, Handfertigkeitsunterricht, Spielplätze damit ver 
bunden. Das Pankower Kinderheim steht während der Wintermonate als Arbeiter-Ge 
nesungsheim zur Verfügung. Die Meierei C. Bolle, Berlin besitzt in Mitow b. Rathenow 
ein eigenes Kinderheim, in welchem alljährlich 130 Kinder einen sechswöchigen Landauf- 
2*
	        

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Die Freiwilligen Sozialen Fürsorge- U. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel U. Industrie Im Deutschen Reiche. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, 1913.
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