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Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Bibliographic data

fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Monograph

Identifikator:
100669000X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18753
Document type:
Monograph
Title:
Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
Place of publication:
Halle a.S.
Publisher:
Carl Marhold Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 70, 441 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
  • Title page
  • Contents
  • I. Allgemeine Vorbemerkungen
  • II. Charakter und Entwicklung der "Deutschen Ehrentafel"
  • III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
  • IV. Ergebnisse und Schlußbemerkungen
  • [Beiträge]

Full text

Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege. 21 
Mit der in Gruppe 8 behandelten 
KRANKEN- UND GENESENENFÜRSORGE verhält es sich ähnlich wie mit den 
schon bei der Besprechung von Gruppe 1, Pensions- und Unterstützungskassen, ange 
deuteten Verhältnissen. Gerade seitdem die Krankenversicherung der Arbeiter eine gesetz 
liche Regelung gefunden hat, erhöhte sich die Neigung, diesem Zweig der Wohlfahrts 
pflege außergesetzliche und freiwillige Zuwendungen zu machen. Erst die Wirksam 
keit der gesetzlichen Krankenversicherung hat die Lücken gezeigt, die die freiwillige 
Wohlfahrtspflege ausfüllen konnte. Die freiwilligen Zuwendungen für Kranken- und 
Genesenenfürsorge und für Wöchnerinnenpflege, an welchen im Jahre 1883 nur 5000 M. 
aufgefunden wurden, erhöhten sich in fast gleichmäßiger Steigerung auf 17 393 058 M. 
im Jahre 1912! Der Gesamtbetrag dieser Art freiwilliger und außergesetzlicher Wohl 
fahrtspflege für die letzten 30 Jahre zeigt in Gruppe 8 unserer Tabelle 7 einen Betrag 
von 125 366 095 M.! 
In vielen Fällen wurden im Jahre 1885, als die in Kraft tretende gesetzliche Kranken 
versicherung für die meisten Fabriken Betriebskrankenkassen einführte, die oft erheblich 
weniger zu leisten verpflichtet waren als die früheren freiwilligen Krankenkassen, die 
überschießenden Kapitalien der letzteren als Grundlagen für Schaffung von Unterstützungs 
kassen benutzt, deren Wirkungsrichtungen wir schon bei Besprechung der Gruppe 1 auf 
geführt haben. 
Erwähnung von den im speziellen Teil aufgeführten Firmen verdient die Einrichtung 
einer Unterstützungskasse bei der Steingutfabrik Villeroy & Boch in Mettlach und 
Dresden, welche für andauernd Kranke die Leistungen der Betriebskrankenkasse auf 
2 Jahre und darüber ausdehnt. Die jährlichen Aufwendungen für diesen Zweck belaufen 
sich auf rund 10 000 M. — Vorbeugende Krankenpflege durch eigens angestellte 
geprüfte Krankenpflegerinnen, entweder innerhalb der Fabrik oder in den Arbeiterwoh 
nungen, finden wir bei der Firma Chemische Werke Henkel & Co. in Düsseldorf, 
woselbst die Krankenschwester auch die Vermittlerin zwischen Arbeitgeber und Arbeiter 
ist. Sie versieht hier also gleichzeitig den Posten einer Fabrikpflegerin, wie solche 
vielfach auch ausschließlich für diesen Zweck, namentlich dort, wo viele weibliche Arbeits 
kräfte mitwirken, angestellt sind. — Hoffmanns Stärkefabriken, A.-G., Salzuflen 
besitzen ein eigenes Stiftungs-Krankenhaus mit 50 Betten, desgl. die Cigarrenfabrik 
Arnold Schindler, G. m. b. H., Herbolzheim, seit 1899, das der Gemeinde als Geschenk 
überwiesen wurde. 
Die Württembergische Metallwarenfabrik, Geislingen hat 2 Desinfektions 
apparate aufgestellt, welche im Bedarfsfälle an Fabriksangehörige ausgeliehen werden. 
Die dazu gehörigen Pastillen werden unentgeltlich abgegeben. Im Jahre 19x1 wurde die 
Desinfektion in 119 Wohnungen ausgeführt. 
Die Große Berliner Straßenbahn gewährt zum Krankengeld einen Zuschuß 
in Höhe von einem Drittel des Tagesverdienstes. 
WÖCHNERINNENPFLEGE wird vielfach — außer in den schon aufgeführten be 
sonderen Anstalten — auch indirekt dadurch ausgeübt, daß seitens mancher Firmen den 
örtlichen Hauspflege- und Frauenvereinen Zuwendungen gemacht werden, wogegen 
letztere verpflichtet sind, in Bedarfsfällen den Familien der Werksangehörigen Hilfe zu 
leisten. — Die Farbenwerke vorm. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen gewähren 
dem Frauenverein einen Jahreszuschuß von 5000 6000 M. — In der Papierfabrik Kübler 
& Niethammer in Kriebstein i. Sachsen erhalten Arbeiterinnen, welche mindestens 
1 Jahr bei der Firma arbeiten, im Falle des Wochenbettes 25 M. unter der Voraussetzung 
ausgehändigt, daß sie mindestens 4 Wochen lang der Arbeit fern bleiben. 
ERHOLUNGS- ODER GENESUNGSHEIME werden nach den durch die Reichsversiche 
rung gegebenen Beispielen vielfach auch von größeren Firmen errichtet. So hat die Buch 
druckerei Büxenstein in Berlin für ihre Angestellten und Gehilfen das Erholungs-
	        

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Die Freiwilligen Sozialen Fürsorge- U. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel U. Industrie Im Deutschen Reiche. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, 1913.
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