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Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Bibliographic data

fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Monograph

Identifikator:
100669000X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18753
Document type:
Monograph
Title:
Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
Place of publication:
Halle a.S.
Publisher:
Carl Marhold Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (X, 70, 441 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
  • Title page
  • Contents
  • I. Allgemeine Vorbemerkungen
  • II. Charakter und Entwicklung der "Deutschen Ehrentafel"
  • III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
  • IV. Ergebnisse und Schlußbemerkungen
  • [Beiträge]

Full text

30 Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege. 
Für die LEHRLINGSAUSBILDUNG UND -FORTBILDUNG finden wir wieder bei Bayer 
&Co. hervorragende Einrichtungen. Bevor die Lehrlinge den Werkstätten überwiesen werden, 
durchlaufen sie einen dreijährigen Ausbildungskursus in der Lehrlingsschule. Eine 
obligatorische Fortbildungsschule befindet sich innerhalb der Werksanlagen, die im Jahre 
1911 von 252 Schülern besucht war. — Auch die Werkzeugmaschinenfabrik Ludwig 
Löwe & Co., A.-G., Berlin, besitzt eine Lehrlingsschule, in der sämtliche Lehrlinge freien 
Unterricht in Mathematik, Zeichnen, Grundzüge der Mechanik und Chemie, und zwar nicht 
nach Fabrikschluß, sondern während der Arbeitszeit erhalten können. Niemand wird 
gezwungen, am Unterricht teilzunehmen, doch haben bis jetzt alle Lehrlinge ohne Ausnahme 
freiwillig die Lehrlingsschule besucht. — Die Firma Rob. Tümmler in Döbeln erteilt 
durch tüchtige Fachleute den Lehrlingen kostenfreien Unterricht im Zeichnen und Model 
lieren. — Die Firma Orenstein& Koppel, Berlin usw., läßt ihren Lehrlingen Unterricht 
in fremden Sprachen erteilen. — Die Unterrichtskurse der Firma E. Breuninger, Stutt 
gart, sind für die jüngeren Angestellten obligatorisch, für die älteren (in Fremdsprachen) 
fakultativ. Die Kurse sind sämtlich unentgeltlich. — In der Waffenfabrik Mauser, 
A.-G., Oberndorf, erhalten die Lehrlinge (seit 1890:458) gleichzeitig während ihrer prak 
tischen Ausbildung wissenschaftliche Fortbildung in der Oberndorfer staatlichen Gewerbe 
schule. Es knüpft sich an diese Unterrichtsteilnahme keinerlei Verpflichtung für die 
spätere Beschäftigung. — Mustergültige Lehrlingsausbildung ist auch in der Württem- 
bergischen Metallwarenfabrik, Geislingen. — Recht beachtlich erscheint die 
Aufmerksamkeit, welche große Firmen und Warenhäuser der Ausbildung ihres Personals 
zuwenden. Von beteiligten Firmen hat Rudolf Hertzog in Berlin, welcher rund 
2000 kaufmännische und gewerbliche Angestellte beschäftigt, für ihre 700 Hausdiener 
und Lehrlinge eine eigene Lehrlingsschule innerhalb der Geschäftshäuser eingerichtet, die 
von hervorragenden Fachlehrern geleitet wird. — Das Warenhaus Hermann Tietz in 
Berlin besitzt schon seit 1907 eine eigene Fortbildungsschule für die Kassen- und Lehr 
mädchen. In den 5 Jahren ihres Bestehens wurden in ihr über 500 Schülerinnen ausgebildet. 
Eng verbunden mit Gruppe 14 ist die nachfolgende Gruppe 15, welche die freiwilligen 
Aufwendungen für 
BILDUNGS- UND VEREINSZWECKE, BIBLIOTHEKEN UND MUSEEN zusammen 
faßt. Auch hier weist die Endsumme von 25 Jahren, denn für die Jahre 1883, 1884, 1891, 
1893 und 1895 sind Beträge nicht ermittelt worden, den erheblichen Betrag von 43 495 746 M. 
auf. Für das Jahr 1912 wurden 2 611 670 M. festgestellt, der größte Jahresbetrag entfiel 
auf 1901 mit 6 192 800 M. 
In vielen Fällen betrachten diejenigen Arbeitgeber und Stifter, welche für Unterrichts 
zwecke Einrichtungen geschaffen haben, es als eine natürliche Folgerung, diesen weitere 
allgemeine Bildungseinrichtungen anzureihen. Die Farbenwerke vorm. Friedr. Bayer 
&Co.in Leverkusen gehen besonders vorbildlich auch in dieser Richtung vor. Sie sind dazu 
in der Lage, weil ihnen in ihren Fachbeamten eine so große Anzahl wissenschaftlich vor 
gebildeter Kräfte zur Verfügung steht, denen die Erteilung von Unterricht und die Organi 
sation und Fortführung von Bildungsinstituten innere Befriedigung gewähren müssen. Es ist 
von der Firma eine besondere „Zentralstelle für Bildungswesen“ errichtet worden, die, 
man möchte sagen, wie eine Art Volksakademie organisiert ist. Ein Ausschuß der Zentral 
stelle veranstaltet nämlich halbjährliche Vortragszyklen, die in planmäßigen Lehr 
gängen die Fächer Chemie und Physik, Mechanik, Maschinenlehre, Kunst und Musik, 
Volkswirtschaftslehre und Literaturgeschichte, anorganische Chemie und Gesundheits 
lehre berücksichtigen. Im allgemeinen werden die Vortragszyklen gut besucht, und es 
entspricht namentlich den Absichten der Direktion, daß der Arbeiterbesuch bei den 
chemischen Vorträgen sich steigert, und daß dadurch in beruflicher Hinsicht für die 
Arbeiter der Farbenfabriken eine Förderung erzielt wird. -—- Der Ausschuß arrangiert 
ferner größere Volksunterhaltungsabende mit Lichtbildern, die sich eines besonderen
	        

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Die Freiwilligen Sozialen Fürsorge- U. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel U. Industrie Im Deutschen Reiche. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, 1913.
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