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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

r- 
80 Die gegenwärtige Lage der liberalen Schule 
gangenheit gehabt. Mit dem Wegfall der kriegerischen Kon 
kurrenz ist es aber völlig zwecklos geworden und kann nur 
schädlich wirken. 
In den ersten Zeiten der Kultur gab es fast ausschließlich 
nur innern Tausch. Außenhandel gab’s nur für eine kleine 
Anzahl von Luxus waren. Eine Verkehrsunterbrechung in Kriegs 
zeiten beraubte also die Völker weder der Existenz, noch der 
Verteidigungsmittel. In dem Maße aber, als sich Industrie und 
Verkehrsmittel entwickelten, nahm der Außenhandel zu. Da 
zeigte sich die natürliche Inkompatibilität des Außenhandels und 
des Krieges. Weil der Außenbezug von zur Existenz notwen 
digen Gütern im Kriegsfall in Frage gestellt werden konnte, 
so konnte es nützlich erscheinen, den Handel damit zu unter 
drücken. Allerdings hatte man in diesem Falle teurere Preise 
für die im Inland hergestellten Produkte zu zahlen, als wenn 
man sie vom Ausland bezogen hätte. Der Preisunterschied 
stellte eine Prämie dar für die Sicherheit und das Vorhanden 
sein von Existenzmitteln im Kriegsfall. Andererseits sicherte 
der Schutzzoll eine Verwendungsgelegenheit für die im Inland 
vorhandenen Kapitalien und Arbeitskräfte zu einer Zeit, wo 
sie draußen nur schwer und unsicher zu verwerten waren. 
Auch vermehrte er die innere Produktion der geschützten 
Güter, wenn er auch die Gesamtproduktion verringerte. 
Das Schutzzollsystem ergänzte also die allgemeine äußere 
Politik des Kriegszustandes. Es schloß Handelsbündnisse und 
-Verträge nicht aus, ordnete diese aber den politischen Bünd 
nissen unter. Resultat desselben war aber Vermehrung der 
Lasten für die Allgemeinheit der Kulturvölker, weil die ein 
heimischen Konsumenten den einheimischen Produzenten für 
die geschützten Produkte mehr zahlen mußten, als wenn der 
Handel frei gewesen wäre, und Verringerung der Produktivkraft 
der Menschheit, wegen der künstlichen Züchtung der verschie 
denen Gewerbe an ungünstigem Standort. Das war aber nur 
der geringere Schaden des Kriegszustandes und der ihm an 
gepaßten Handelspolitik. 
In dem Maße, als sich die wirtschaftliche Konkurrenz 
entwickelte, hat sich über alle Zoll- und politischen Grenzen 
hinaus ein Wirtschaftsstaat gebildet, in welchen jedes Volk seinen
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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