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Weltporto-Reform

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Bibliographic data

fullscreen: Weltporto-Reform

Monograph

Identifikator:
1008918695
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20162
Document type:
Monograph
Author:
Jürgensohn, Arved http://d-nb.info/gnd/1045767883
Title:
Weltporto-Reform
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Druck und Verlag von Liebheit & Thiesen
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XXIV, 317 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vorrede und Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Weltporto-Reform
  • Contents
  • Title page
  • Vorrede und Einleitung
  • Kapitel I. Das Inlandsporto als Auslandsporto
  • Kapitel II. Die Weltportobewegung des letzten Jahrzehnts
  • Kapitel III. Der Entwicklungsgang des In- und Auslandsportos
  • Kapitel IV. Der Siegeszug des internationalen Pennyportos
  • Kapitel V. Der Chinesische Weltpostverein
  • Kapitel VI. Die Transitgebühren im Weltpostverkehr
  • Kapitel VII. Welt-Pennyporto und Postfinanzen
  • Kapitel VIII. Verkehrssteigerungen nach Portoermässigungen
  • Kapitel IX. Einnahmeausfälle und Mehrausgaben
  • Kapitel X. Reformvorschläge
  • Kapitel XI. Weltverkehr, Weltbriefmarke und Weltmünze
  • Anhang. Kapitel XII. Die Sonderpostenvereine im Weltpostverein

Full text

-XI- 
Birmingham, die 66 Schüler zählte, später (seit 1826) in einer selbst- 
begründeten eigenen Schule in Tottenham bei London. Doch scheint er 
in recht auskömmlichen Verhältnissen gelebt zu haben. Es war nun eigen 
artig, wie er überhaupt zu postalischen Studien kam. Als Vorstandsmitglied 
der Gesellschaft zur Verbreitung nützlichen Wissens (Society for the diffu- 
sion of useful knowlegde), die besonders die Schaffung wohlfeiler Bücher 
austrebte, beschäftigte sich sein erfinderischer Kopf auch mit der Technik 
der Buchdruckerei und erfand eine zylindrische Botations-Schnellpresse, die 
von einer sich abwickelnden Papierrolle in der Stunde 8000 Bogen be 
drucken konnte, zehnmal mehr als die bisherigen Maschinen. Sie ist 1835 
auch als Nr. 6762 patentiert worden. Das Modell kann man noch heute im 
South Kensingtön-Museum zu London sehen. Hill, damals 40 Jahre alt, 
hatte dieser Erfindung gemeinsam mit seinem Bruder ein ganzes Jahr der 
Arbeit gewidmet. Er hatte für Modelle und Patent 2000 £ (40 000 M) 
ausgegeben und hoffte natürlich auf wirtschaftliche Erfolge daraus. Aber 
ihr Hauptzweck, dem Zeitungsdruok zu dienen, wurde durch die damals 
bestehende Stempelsteuer (S’/a d) auf Zeitungen vereitelt. Jeder Papierbogen 
musste nämlich vor dem Druck im Stempelamt einzeln gestempelt werden. 
Das Schatzamt ging aber nicht auf Hills Gesuch ein, diese Stempelung 
durch die Botationspresse selbst besorgen zu dürfen, so dass die Erfindung 
damit überflüssig war und die Einführung der später vervollkommneten 
Rotationsmaschinen um Jahrzehnte verzögert wurde. Ähnlich verderblich 
hat ja 1865 eine gesetzliche Bestimmung auf die damals schon hoch ent 
wickelte Dampfautomobil-Industrie Englands gewirkt, wonach die Fahr 
geschwindigkeit auf 4 engl. Meilen auf dem Lande und auf 2 Meilen in 
Ortschaften beschränkt wurde und ausserdem jedem Auto innerhalb der 
Ortschaften ein Mann mit einer roten Fahne als Warnung für Fuhrwerke 
und Begegnende vorausgehen musste. Natürlich war es seitdem mit dieser 
Industrie zu Ende für 30 — 35 Jahre. Es war kein Wunder, wenn Hill 
daher — schon seit 1834 — an einer Agitation zur völligen Aufhebung des 
Zeitungsstempels lebhaften Anteil nahm. Die Herabsetzung auf einen Penny 
folgte zwar bald, die völlige Aufhebung liess jedoch noch 25 Jahre auf 
sich warten. 
Des angreifenden Schullebens müde, oft sehr abgearbeitet und über 
haupt stets viel an Kopfschmerzen leidend, gab er schon 1833 seine lang 
jährige Lehrerstelluug auf, da sie ihn auch nicht dauernd befriedigte und 
er sich nach einem Beruf sehnte, der sein Dasein besser rechtfertigen konnte. 
Nach einer Reise in Frankreich übernahm er dann die ihm angetragene Stelle 
eines Londoner Geschäftsführers (Secretary) der Gesellschaft zur Kolonisierung- 
Süd-Australiens, sein erstes öffentliches Amt, das er 4 Jahre lang, bis zum 
September 1839, bekleidet hat. Er bezog hier ein Gehalt von 500 £ 
(10 000 M) jährlich, ohne welches seine Postreformstudien und Veröffent 
lichungen ihm kaum möglich gewesen wären. Das arme Schulmeisterlein 
der Legende ist er also nicht gewesen. 
Allein auch dieser Posten, wo er sich immer noch nicht auf dem 
rechten Platze fühlte, befriedigte ihn nicht ganz. Er begann vielmehr sich
	        

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Weltporto-Reform. Druck und Verlag von Liebheit & Thiesen, 1910.
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