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Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Bibliographic data

fullscreen: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

Monograph

Identifikator:
1009139274
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23341
Document type:
Monograph
Title:
Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges
Place of publication:
[Bochum]
Publisher:
[Verband der Bergarbeiter Deutschlands]
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (383 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges
  • Title page
  • Contents

Full text

139 
schweige denn, daß sie einen Ausgleich für die beispiellos hohe 
Preissteigerung der Lebensmittel darstellt. 
Es ist auch bekannt, daß die Familien der Bergarbeiter 
zu den kinderreichsten gehören, eine Tatsache, die im Interesse 
der allgemeinen Volkspolitik zu begrüßen ist. Aber der Kinder 
reichtum der Bergarbeiterfamilien vermehrt nun unter der 
Herrschaft der enormen Nahrungsverteuerung die wirtschaft 
liche Not dieser Familien noch besonders. Wenn selbst der 
Durchschnittslohn der bestbezahlten Hauer, Lehrhauer und 
Schlepper (Gedingearbeiter) nur auf 6,64 Mk. bemessen ist, 
nicht höher als zu einer Zeit, wo die Lebenshaltung ganz er 
heblich billiger war, so ist noch besonders zu bedenken, wie 
schlecht sich die wirtschaftliche Lage, namentlich der verheirateten 
anderen Untertagsarbeiter und gar die der noch geringer be 
zahlten Obertagsarbeiter gestaltet hat. Die Notlage dieser Ar 
beiter und Familien ist unstreitig sehr groß, darum ihre wach 
sende Mißstimmung leicht erklärlich. Die unzulängliche Er 
nährung verringert aber auch naturgemäß die Arbeitsfähigkeit 
der Leute, muß die Leistung vermindern und die hohen Krank 
heitsziffern noch steigern. Wir behaupten darum, daß eine an 
gemessene Lohnerhöhung auch im Interesse der Werksbesitzer 
liegt, weil sie den Arbeitern eine bessere Ernährung ermöglicht, 
und dadurch die gerade jetzt so notwendigen bergbaulichen 
Leistungen sichert. Mit einer unbegrenzten Zahl von Ueber- 
stunden und Ueberschichten kann diese Sicherstellung nicht er 
reicht werden. 
Die begreifliche Mißstimmung der Arbeiter hat nun noch 
eine Stütze bekommen durch das anerkennenswerte Entgegen 
kommen, welches die Werksverwaltung im benachbarten hollän 
dischen Kohlenbezirk ihren Arbeitern bewiesen haben. Seit 
Februar d. I. gewähren die holländischen Werksverwaltungen 
ihren verheirateten Arbeitern eine Kinderzulage, die sich für 
jedes dritte Kind und mehr pro Kopf auf monatlich 2 Gulden 
bemißt. Da bekanntlich der holländische Gulden heute 2 Mk. 
(genau 2,04 Mk.) nach deutschem Gelde gilt, so bedeutet diese 
Zulage.schon eine ansehnliche Familienbeihilfe. Uns sind zahl 
reiche Fälle bekannt, wo diese Kinderzulage 6 bis 12 Gulden 
monatlich, also nach unserem Geldwert 12 bis 24 Mk. ausmacht! 
Sodann haben aber die holländischen Werksverwaltungen 
laut Schreiben vom 28. Oktober d. I. an die Vorstände der Berg- 
arbeiterorganisationen den Bergwerksarbeitern eine allgemeine 
Lohnerhöhung zugesichert, die ab 1. November in Kraft ist. Durch. 
diese in aller Form schriftlich zugestandene Bewilligung stellt 
sich nun in Holland der durchschnittliche Lohn (nach dem jetzigen 
Geldwerte) der Hauer auf 8 Mk., der Lehrhauer ans 7,20 Mk.,
	        

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Material Zur Lage Der Bergarbeiter Während Des Weltkrieges. [Verband der Bergarbeiter Deutschlands], 1919.
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