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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Bibliographic data

Object: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1009604546
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-71914
Document type:
Monograph
Author:
Carnegie, Andrew http://d-nb.info/gnd/11866719X
Title:
Kaufmanns Herrschgewalt
Edition:
5. Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von G.A. Gloeckner
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 221 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Einleitung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel III. Die Pessimisten. 
151 
161 
Im Allgemeinen können wir sagen, daß sich Ricardo hauptsächlich 
mit der Verteilung der Güter beschäftigt hat. Hierin hat er in Wahr 
heit ein neues Feld eröffnet, denn seine Vorgänger haben sich fast nur 
mit der Produktion befaßt. „Die Gesetze, denen diese Verteilung 
untersteht, festzulegen, ist die Hauptaufgabe der Nationalökonomie.“ — 
Man kannte allerdings schon die Dreiteilung des Einkommens, in Über 
einstimmung mit der Dreiteilung der Produktionsfaktoren, —• die Rente 
für den Boden, den Profit für das Kapital, den Lohn für die Arbeit —; 
Ricardo will aber feststellen, in welcher Weise diese Verteilung vor sich 
geht, und welche Gesetze den Anteil eines jeden bestimmen. Wenn 
Ricardo diese Untersuchung auch ohne jede normative Gerechtigkeits 
voraussetzung führt, so läßt sich leicht voraussehen, daß er die Ära 
der Polemik und sogar des Sozialismus eröffnen wird. Auf der einen Seite 
nämlich treten in der Verteilung der Güter die Naturgesetze gegenüber 
geschriebenen Gesetzen und menschlichen Einrichtungen zurück, und auf 
der anderen sind dieselben individuellen Interessen, die in der Produktion 
Zusammenwirken, in der Verteilung antagonistisch. 
großes Vermögen, das man sogar auf 40 Millionen Fr. geschätzt hat, was aber, besonders 
für seine Zeit, enorm gewesen wäre und wahrscheinlich übertrieben ist. 
Ganz natürlich waren es Fragen des Bankwesens, die ihn zuerst sich mit der 
volkswirtschaftlichen Wissenschaft beschäftigen ließen. Zu jener Zeit hatte der Krieg 
mit Frankreich eine solche Entwertung der Banknoten in England herbeigeführt, daß 
nicht nur Spezialisten, sondern auch Privatleute sich viel mit dieser Frage befaßten. 
Damals, 18/0, veröffentlichte er seinen ersten Aufsatz: Über den hohen Geld 
preis als Beweis für die Entwertung der Banknoten. Er war zu dieser 
Zeit 38 Jahre alt und ließ dieser ersten Arbeit bald weitere über Kredit und Bankwesen 
folgen. Diese kleineren Streitschriften jedoch ließen kaum ahnen, mit welchen tief 
eingreifenden Untersuchungen über die Grundsätze der Wissenschaft er sich beschäf 
tigte — anscheinend zu seiner persönlichen Unterhaltung, denn sie scheinen nicht 
für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen zu sein, — die endlich 1817 unter dem Titel: 
Principles of political Economy herausgegeben wurden. 
Als er sie veröffentlichte, ahnte dieser „businessman“ sicherlich nicht, daß er 
dadurch die Grundpfeiler des kapitalistischen Wirtschaftsgebäudes erschüttern würde. 
1819 wurde er Mitglied des Unterhauses, doch scheint er als Redner nicht 
glänzender, denn als Schriftsteller gewesen zu sein, obschon er übrigens vom Haus 
mit größter Achtung angehört wurde. „Ich habe zweimal angefangen zu sprechen, 
war aber so befangen, daß ich alle Hoffnung aufgebe, der Furcht Herr zu werden, die 
mich jedesmal überfällt, wenn ich meine eigene Stimme höre.“ 
Im Jahre 1821 gründete er den Klub „Political Economy“, der wahrscheinlich 
die erste der zahlreichen Gesellschaften für ökonomische Studien war, die seitdem in 
allen Ländern gebildet worden sind. 1822 gab er eine Abhandlung über den Schutz 
der Landwirtschaft heraus. Er starb im Jahre 1823, 61 Jahre alt. 
Seit seinem Tode hat man pietätvoll seine Schriften gesammelt und besonders 
seine Briefe veröffentlicht. Er stand in regem Briefwechsel mit den bedeutendsten 
Nationalökonomen seiner Zeit, wie Malthus, Mao Culloch, J.-B. Say und anderen. 
Diese Briefe und ihre Beantwortungen sind für das Verständnis seiner Lehren äußerst 
wertvoll. 
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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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