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Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns

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Bibliographic data

fullscreen: Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns

Monograph

Identifikator:
1010817671
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-30359
Document type:
Monograph
Author:
Schüller, Richard http://d-nb.info/gnd/118937510
Title:
Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns
Edition:
Sonderabdruck aus: "Zeitschrift für Volkswirtschaft, Sozialpolitik und Verwaltung"
Place of publication:
Wien
Publisher:
Manzsche k.u.k. Hof- Verlags- und Universitäts-Buchhandlung
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (20 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns
  • Title page
  • 1.
  • 2.
  • 3.
  • 4.
  • 5.
  • 6.

Full text

4 
Richard Schüller. 
treidepreise und der steigenden Tendenz der Löhne hat die Ge 
treideproduktion bei uns wie in Deutschland und anderen Staaten 
nicht abgenommen, sondern sie ist gewachsen. Um dies zu er 
klären, muß in Betracht gezogen werden, daß die Gestehungs 
kosten — Produktions- und Frachtkosten — des Getreides inner 
halb Österreich-Ungams ganz verschieden sind. Die Frachtkosten 
sind in den letzten Jahrzehnten durch den Ausbau der Eisen 
bahnen und die Ermäßigung der Frachtsätze sehr gefallen. Während 
früher das Getreide vieler Gegenden nur nach langen Transporten 
durch Fuhrwerke zu den Konsumplätzen gebracht werden konnte, 
hat der sich rasch ausdehnende Bahnverkehr die Frachtkosten 
für immer weitere Gebiete verringert, so daß die „größten Kosten“, 
mit denen das Getreide 'auf die Märkte kommt, wesentlich ge 
sunken sind. Hiedurch wurde der intensivere Getreidebau, un 
geachtet der niedrigeren Preise, in Gebieten rentabel, in denen 
er vorher infolge der Transportverhältnisse auch bei höheren 
Preisen nicht möglich war. In der gleichen Richtung wirkte die 
Ausbreitung der technischen Fortschritte der Landwirtschaft, die 
Verwendung künstlichen Düngers und landwirtschaftlicher Ma 
schinen und Apparate. Für einen großen Teil der Getreide 
produktion sind die Gestehungskosten aus den angeführten Grün 
den viel geringer geworden; nur so ist es zu verstehen, daß die 
Intensität des Getreidebaues in der Periode 1870/1900 beträcht 
lich zunehmen konnte. 
Diese Entwicklung hat auch seit 1900 angedauert. Die Ge 
treideproduktion Österreich-Ungarns stieg seit den Siebziegerjahren 
von Jahrzehnt zu Jahrzehnt um 40, dann um 19, im letzten De 
zennium um 29 Millionen Meterzentner, wobei der Umstand zu be 
rücksichtigen ist, daß die Ernten auch im Durchschnitt eines Jahr 
zehnts nicht gleichmäßig ausfallen. Doch selbst wenn unsere Ge 
treideproduktion in den letzten Jahren in rascherem Tempo als 
früher zugenommen hätte, wäre hiefür eine genügende Veranlassung 
dadurch gegeben, daß der Weltmarktpreis des Getreides seit dem 
Beginn des neuen Jahrhunderts gestiegen ist. Der Preis eines Meter 
zentners Weizen in Chicago war durchschnittlich in den Achtziger 
jahren 16 - 80 Kronen, in den Neuzigerjahren 14, von 1900 bis 1904 
15'20, von 1905 bis 1910 17 80 Kronen. Der inländische Preis würde 
jetzt, auch wenn wir die früheren niedrigeren Getreidezölle hätten,
	        

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Die Handelspolitik Und Handelsbilanz Österreich-Ungarns. Manzsche k.u.k. Hof- Verlags- und Universitäts-Buchhandlung, 1912.
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