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Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Bibliographic data

fullscreen: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

s01] 
Die Nachfrage und die Haushaltsbudgets. 148 
habenden, also auf mehr als das achtzehnfache, während die Nahrungsausgabe 
dieser zwei Budgets sich nur wie 1: 5 stellt. Denkt man vollends an die mehrfachen 
Wohnungen und Schlösser der Millionäre, so sieht man, wie in diesen Bedürfnissen die 
Ausgaben lawinenartig ansteigen können. 
Immer ist der AUnterschied nicht so groß wie bei den Ausgaben für alle übrigen 
höheren Zwecke; sie steigen von 11 auf 690/0 in der Cheyssonschen, von 10 auf 4700 
in der Hampkeschen Tabelle; die absolute Verschiedenheit in letzterer ist 107 und 8105 Mark 
zwischen dem Armen und dem Wohlhabenden, also 1: 80. In der Mulhallschen Tabelle 
gibt die ärmste Nation pro Kopf 120, die reichste 420 Mark für alles übrige außer 
der Nahrung aus. Auf diesem Gebiete liegen eben die Hauptausgaben und der große 
Begehr der Reichen: ihre Reisen, ihre Geselligkeit, ihre Feste, ihre Kunstgenüsse und 
⸗einkäufe, ihre Pfexdestaäͤlle und ihr Sport, auch die Erziehungskosten, die Bedienung, 
die konsultierten Arzte steigern ihre Ausgaben in die Tausende und Hunderttausende, 
ohne daß sie viel mehr essen, viel mehr Kleider tragen könnten als die in mittlerer 
Lebenslage Befindlichen. 
Mag dieser Überblick über den Stand unserer empirischen Kenntnis des wirt— 
schaftlichen Begehrs und der Nachfrage auch noch recht unvollkommen sein, er zeigt uns 
doch die allgemeinen Ursachen derselben, ihre Grenzen und Entwickelungstendenzen. 
Er klärt uns doch wohl besser über die Nachfrage auf, als wenn wir mit Böhm-Bawerk 
sfagen: „Kleider werden immer in größerer Menge begehrt als Sanskritgrammatiken, 
Brot und Fleisch, die man täglich bedarf, in größerer Menge als Federmesser, die ein 
paar Jahre dauern.“ 
Wir sehen, daß ein erheblicher Teil der Nachfrage bei den Kulturvölkern seit sehr 
langer Zeit stabil ist, nur zeitweise durch mangelnden Wohlstand, zu hohen Preis der 
Guter, der Mieten ⁊c. zurückgeht; wir bemerken daneben eine mit dem Wohlstand, 
der verbesserten technischen Produktion, dem zunehmenden Handel wachfende Nachfrage; 
sie liegt in der Verfeinerung der Ernährung, in allen übrigen höheren Gebieten der 
Bedürfnisse. J 
Die langsamen Anderungen, seien es Verbesserungen oder Verschlechterungen, fixieren 
sich in Sitte und Gewohnheit; alle Nervenreize, alles Gefühlsleben, passen sich einem 
gewissen Stand der technisch-wirtschaftlichen Möglichkeit der Bedürfnisbefriedigung an; 
es entsteht so die feststehende Lebenshaltung; sie ist um so fester, je höher der Mensch 
sleht, je reicher er ist; fester auf den Gebieten der notwendigen Konsumtion als 
r dem der anderen hohen Bedürfnisse, die leichter und öiter einer Anderung unter— 
iegen. 
Neben der im ganzen vorhandenen Einheit der nationalen Konsumtionsgewohn—- 
heiten steht die klassenmäßige und individuelle Verschiedenheit; letztere wird aber, je 
höher Kultur und Wohlstand steht, als eine harte empfunden. Die Nachahmung, die 
gegenseitige Berührung sucht immer, sie bis auf einen gewissen Grad zu überwinden. 
Die Einkommensverschiedenheit set aber diesem Drange unübersteigbare Grenzen. 
178. Die Analyse der RNachfrage: ihre Schwankungen im einzelnen. 
Haben wir in der bisherigen Untersuchnng angenommen, die Nachfrage sei eine im 
großen und ganzen konstante, durch die Macht der Gewohnheit fixierte, nur langsam 
sich mit der Anderung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen, der ganzen Kultur und 
Sitte sich ändernde, so schließt die Wahrheit dieser Annahme es doch nicht aus, daß 
fie fortwaͤhrend von Tag zu Tag, von Monat zu Monat kleinen Schwankungen unter⸗ 
worfen sei. Dieselben zeigen sich ebenso bei stabilen wie bei sich ändernden Zuständen. 
Der Kaffeekonsum stieg in den Vereinigten Staaten pro Kopf 187151895 von 6-27 
auf 8—Hu/ Pfund, aber mit jährlichen Schwankungen von 32—1 Pfund; der Durch— 
schnittsverbrauch an Roggen war in den preußischen Städten 1838 —1861 ziemlich 
lonstant 226 —-280 Pfund, aber er sank doch in einem Jahre auf 181, stieg in anderen 
auf 260 - 264. 
wiß Die Ursachen dieser wechselnden Nachfrage sind nun ziemlich verschieden. Teil— 
eise handelt es sich mehr um einen Wechsel der begehrten Waren bei ähnlicher wirt—
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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