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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

166 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Um zu vermeiden, Boden einer geringeren Kategorie in Angriff 
zu nehmen, gibt es noch ein anderes Hilfsmittel. Es besteht darin, 
in der Ferne durch Auswanderung und Kolonisation Felder zu 
erwerben, die den Feldern erster Kategorie gleichwertig sind, oder- 
besser, einfach die Erzeugnisse dieser überseeischen fruchtbaren Felder 
zu kaufen und dafür industrielle Erzeugnisse in Tausch zu geben, 
auf die das Gesetz des sinkenden Bodenertrages keine Anwendung 
findet. Hierbei muß jedoch noch die Arbeit des Transportes in Be 
tracht gezogen werden, die sich der Erzeugungsarbeit anfügt, und 
die das gleiche Resultat ergeben wird, nämlich eine Bodenrente für 
die dem Markt näher gelegenen Grundstücke, eine Bodenrente, die sich 
aus der Überlegenheit der Lage erklärt, oder, wie J.-B. Say sagt: 
„Entfernung wirkt wie geringere Fruchtbarkeit.“ In Amerika gibt es 
Felder, die das Getreide zu 10 Fr. den Hektoliter erzeugen; wenn 
es aber notwendig wird, für den Transport 5 Fr. Fracht zu zahlen, 
so ist es klar, daß das nach England gelieferte Getreide 15 Fr. wert 
ist, d. h. genau ebensoviel, als -wenn man dort Felder zweiter Kate 
gorie in Angriff genommen hätte. Die Eigentümer der Felder Nr. I 
in England werden daher ebenfalls eine Rente von 5 Fr. erhalten. 
Dieses dritte Hilfsmittel wird jedoch von Ricaedo kaum erwähnt, 
und er konnte in der Tat damals noch kaum voraussehen, welche 
außerordentliche Entwicklung ein halbes Jahrhundert später hierin 
eintreten würde, eine Entwicklung, die das Gesetz der Bodenrente 
in unseren europäischen Ländern Umstürzen und all die Drohungen, 
die es -in sich barg, Lügen strafen sollte 1 ). 
Sterling 100 Zentner Getreide gewinnt und wenn er, infolge der Aufwendung eines 
weiteren Kapitals von 1000 Pfund Sterling einen Mehrertrag von 85 Zentnern er 
zielt, so würde der Besitzer berechtigt sein, von ihm 16 Zentner oder deren ent 
sprechenden Wert zu verlangen, denn für den Profit kann es nicht zwei verschiedene 
Sätze geben“ (S. 43). Er will damit sagen, daß die Kente notwendigerweise in 
Erscheinung tritt, wenn die Höhe des Gewinnes infolge der geringeren Ertragsfähig 
keit der neuen Kapitalien sinkt. Denn die Kente ist, wie das Wort schon sagt, der 
Teil des Ernteertrags, der nach Abzug des Gewinnes und der Löhne übrig bleibt. 
Diese Darstellung nähert sich (wie Eicardo zugibt) der eines anderen englischen 
Schriftstellers, Edward West, in dessen 1815 veröffentlichten Buch: Application 
of Capital to Land. 
*). Kurze Zeit darauf gab ein Deutscher, selbst ein Großgrundbesitzer, ein Buch 
heraus, das sich mit der Untersuchung gerade jener Seite der Eentenfrage, die Eicardo 
vernachlässigt hatte, befaßte, d. h. mit dem Einfluß der Entfernung vom Markt auf 
die Bewirtschaftung und auf den Preis der Erzeugnisse. Es war das y. Thünbn, der 
in seinem Buch: „Der isolierte Staat“ (der erste Band erschien 1826) das Bild 
einer Stadt aufstellte, die von einem bestimmten Landhezirk umgeben ist. Er weist 
nach, auf Grund welcher Gesetze die Bewirtschaftung sich in konzentrischen 
Zonen um den Mittelpunkt anordnen wird, und wie jedes der Wirtschaftssysteme 
zu der Entfernung in Beziehung steht.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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