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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel I. Sismondi und die Ursprünge der kritischen Schule. 
195 
Die Krisen sind eine nicht weniger beunruhigende Tatsache als 
das Arbeiterelend. 1815 erschüttert eine erste Krise den englischen 
Markt, wirft zahlreiche Arbeiter auf die Straße, und ruft Revolten 
hervor, die die Zerstörung von Maschinen zur Folge hatten. Sie be 
ruhte auf dem Irrtum der englischen Fabrikanten, die auf den nahen 
Friedensschluß spekulierten und in ihren Fabriken weit mehr Waren 
für die Ausfuhr angesammelt hatten, als der Kontinent aufnehmen 
konnte. 1818 tritt eine neue, ebenfalls von Yolksunrnhen begleitete 
Handelsstörung in England auf. Im Jahr 1825 endlich verursachte 
eine dritte, schwerere Krisis, verschuldet wahrscheinlich von den über 
triebenen Krediten, die den neueröffneten Märkten Südamerikas ge 
währt worden waren, den Zusammenbruch von 70 Provinzbanken in 
England, zog zahllose Bankerotte nach sich und hatte ihre Rück 
wirkung auf mehrere benachbarte Länder. Seitdem treten die Krisen 
mit einer wenn nicht absoluten, so doch wenigstens höchst bemerkens 
werten Regelmäßigkeit in mehr oder weniger kleinen Zwischenräumen 
im ganzen Verlauf des 19. Jahrhunderts auf und erstrecken sich über 
immer größere Regionen, je nachdem sich die Herrschaft der großen 
Industrie ausbreitet. Lag hierin kein Grund, sich zu fragen, ob das 
ganze wirtschaftliche System unter seiner glänzenden Außenseite 
nicht irgendeinen tiefen Fehler verbarg, und ob die Gesellschaft nicht 
in alle Zukunft hinein dazu verurteilt sein sollte, für ihre Fortschritte 
in der Industrie durch solche periodischen Zuckungen zu büßen? 
Der Pauperismus und die wirtschaftlichen Krisen sind die beiden 
Tatsachen, die sich im selben Augenblick, in dem die wirtschaft- 
liche Freiheit ihre ersten Triumphe feiert, der Aufmerksamkeit auf 
drängen und die seitdem beständig die Meinungen beschäftigen. 
Sie werden von nun an ohne Unterlaß von den verschiedensten 
Schriftstellern gegen die neue Ordnung ins Treffen geführt und zer 
stören nach und nach in vielen die Zuversicht in die Richtigkeit der 
Lehren Adam Smith’s. Bei zahlreichen philanthropischen und christlichen 
Schriftstellern rufen sie nur eine sentimentale Entrüstung hervor, einen 
starken Protest der Menschlichkeit gegen ein so unerbittliches System, 
Quelle so vielen Elends und einer solchen Menge von Unglück. Andere 
— die Sozialisten — gehen in ihrer Kritik viel weiter, greifen die 
Einrichtung des Privateigentums an und verlangen den vollständigen 
Umsturz der Gesellschaft. Alle aber verwerfen einstimmig die Idee 
einer selbsttätigen Harmonie der Privat- und der Allgemein-Interessen, 
als unvereinbar mit den Tatsachen, die wir soeben ausgeführt haben. 
Unter diesen Schriftstellern nun hat keiner den Einfluß dieser 
Tatsachen stärker gefühlt, als Sismondi 1 ). Für ihn gipfelt das ganze 
*) Sismondi war nicht Franzose, sondern Gjnfer, obgleich seine ursprünglich 
italienische Familie sich im 16. Jahrhundert nach Frankreich geflüchtet hatte. Nach 
13*
	        

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Untersuchungen Über Das Versicherungswesen in Deutschland. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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