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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

262 
Zweites Buch. Die Gegner. 
unter der jetzigen wirtschaftlichen Ordnung diese Kräfte erstickt 
werden, ausgenommen vielleicht für einige Privilegierte. Sie glauben, 
daß die Freiheit und die Individualität sich nur dann entfalten 
können, wenn sie in ein neues Milieu verpflanzt worden sind. Dieses 
neue Milieu wird sich nun nicht von selbst schaffen: es muß ge 
schaffen werden, ebenso wie ein Gärtner seine Treibhäuser errichtet. 
So hat denn auch jeder dieser Erfinder seinen Organisationsplan und 
sogar, wie sie sich nicht zu sagen scheuen, sein Geheimnis x ). Be 
sonders hierin, in dieser Auffassung eines künstlichen Milieus, das 
inmitten des bestehenden sozialen Zustandes zu schaffen sei, und das 
von ihm sozusagen durch wasserdichte Schotten getrennt ist, liegt es 
begründet, daß dieser Sozialismus mit dem Namen Utopismus bedacht 
worden ist. 
Sicherlich -würden sie nur eine wahre Beobachtung ausgesprochen 
haben, wenn sie sich auf die Behauptung beschränkt hätten, daß das 
soziale Milieu verändert werden soll und muß, ehe man den Menschen 
umwandeln kann. Diese Veränderung sei trotz der sogenannten be 
stehenden und unveränderlichen Gesetze zunächst in Angriff zu 
nehmen. Das wirksamste Mittel, diese Umformung zu erzielen, sei 
die Genossenschaft. Hiermit wären sie nur allen denen vorausgeeilt, 
die heute in der Gewerkschaft oder in der Kooperation oder in der 
Schaffung von Gartenstädten, die an Stelle der elenden Mietskasernen 
treten sollen, die Lösung der sozialen Frage sehen. 
Wenn es ihnen aber gelungen wäre, ihre Pläne zu verwirklichen, 
so wäre, fürchten wir, die Freiheit in diesem neuen Milieu noch 
schlechter als in dem heutigen gefahren. Diese Furcht scheint be 
rechtigt, wenn man berücksichtigt, daß alle, mit denen sie einen, 
wenn auch noch so kleinen, Versuch zur Verwirklichung ihrer Experi 
mente anstellten, den Wunsch ausdrückten, sich so schnell wie möglich 
wieder zurückzuziehen. 
Jedoch würden sie es sehr übel vermerkt haben, wenn man ge 
äußert hätte, sie wollten ein künstliches Milieu schaffen. Sie be 
haupteten, daß gerade umgekehrt das jetzige Milieu ein künstliches 
sei, und daß es sich nicht darum handele, ein Milieu zu schaffen, 
sondern dasjenige Milieu zu entdecken, das seiner Natur nach schon 
auf die wirklichen Bedürfnisse des Menschen zugeschnitten sei und 
zwar auf Grund einer natürlichen oder von der Vorsehung einge- 
b In der No. vom 27. Aug. 1821 der Zeitung Owen’s T he Econoinist las 
man: „Das Geheimnis ist enthüllt; es ist die vollkommene Kooperation seitens aller 
Mitglieder und für alle Zwecke des sozialen Lebens“. Eotjbibr schrieb fast dasselbe: 
„Das Geheimnis der Einheit der Interessen liegt in der Assoziation“ (Association 
Domestique, I, S. 133). An anderer Stelle schreibt er: „Heute, am Charfreitag, 
habe ich das Geheimnis der Assoziation gefunden.“
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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