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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Der Staatssozialismus. 
503 
andere. Der größte Teil ihrer Argumente besteht einfach darin, zu 
gunsten der Regierung ein Vorurteil zu schatfen, demjenigen gerade 
entgegengesetzt, das der Individualismus nach und nach verbreitet 
hatte. Hierin liegt die eigentliche Aufgabe, die er sich gestellt hat. 
Zu diesem Zweck wird zunächst auf die Schwäche der einzelnen 
ökonomischen Person hingewiesen. Man wiederholt nochmals, wie es 
schon Sismondi und die Sozialisten getan haben, die sozialen Ünzu- 
träglichkeiten der freien Konkurrenz, die übrigens fast stets mit der 
wirtschaftlichen Freiheit verwechselt wird 1 ). Man hebt, gleich ihnen, 
die schon von A. Smith bemerkte soziale Ungleichheit der Kapitalisten 
und Arbeiter in ihren Verhandlungen über den Arbeitsvertrag hervor, 
wie auch den allgemeinen Gegensatz zwischen „Schwachen“ und 
„Starken“. Weiterhin kennzeichnet man die Unfähigkeit der Einzel 
personen, gewisse große Kollektivinteressen zu befriedigen. 
In Frankreich hatte schon 1856 Dupont-White mit noch größerer 
Schärfe gezeigt, „wie alle Wege der Zivilisation von demselben ewig 
sich wiederholenden Hindernis starren: dem Individuum mit seiner 
Unfähigkeit und Böswilligkeit“ 2 ). Auch hatte er nachgewiesen, wie 
die Kollektivinteressen in unseren immer komplizierter werdenden 
Gemeinwesen: „eine Größe und Ausdehnung erlangen, die sie immer 
mehr dem Bereich des Individuums entziehen“ 3 ). „Es gibt“, sagte 
er, in einer Formel, die ausgezeichnet die notwendigen Fälle einer 
Intervention zusammenfaßt, „in jeder Gesellschaft Angelegenheiten 
von vitaler Bedeutung, die das Individuum niemals tun wird, ent 
weder, weil sie seine Kraft übersteigen, oder weil sie ihm 
keinen entsprechenden Gegenwert bieten, oder aber, 
weil sie nur unter Beihilfe aller zustande kommen 
können, dieman aber nicht durch freundlichesZureden 
erhalten kann. Für alle diese Dinge ist der Staat der gegebene 
Unternehmer, die berufene Triebkraft“ 4 ). 
Wie wir wisren, hat man aber in Frankreich nicht auf ihn 
gehört. 
In gleicher Weise beruft sich Adolf Wagner zugunsten des 
Staates auf die ganze Geschichte; er beschreibt uns seine je nach den 
Zeitumständen verschiedenen wesentlichen Funktionen, so daß man 
wohl dazu gelangen muß, ihm keine definitiven Grenzen stecken zu 
können. Das individuelle Interesse, die barmherzige Hilfstätigkeit 
4 ) Wagner, Grundlegung. Die Staatssozialisten gebrauchen stets, und sehr 
zu Unrecht, die beiden Ausdrücke: „freie Konkurrenz“ und „Wirtschaftsfreiheit“ 
als synonym. 
2 ) Ddpont-White, L’Individu et l’Etat, 5. Ausg. S. 9. 
s ) Ebenda, S. 267. 
4 ) Vorwort zu Essay on Liberty v. Stuart Mild (1860) S. LXX.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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