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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

686 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
Die ältere Bewegung, in der noch die Überlieferungen der Brüder 
lichkeit aus der Zeit von 1848 lebendig sind, ist die der Arbeiter- 
Produktivgenossenschaften, von denen wir schon gesprochen 
haben (Seite 290). Sie bemühen sich, die Emanzipation der Arbeiter 
klasse zu verwirklichen indem sie die Organisation der Republik auf 
die Werkstatt übertragen, und beginnen zunächst mit dem „Garantis 
mus“, den Sismondi von den Arbeitgebern verlangte, und den Fourier 
von der freien phalansterischen Genossenschaft erwartete 1 ). Obgleich 
ihre Entwicklung ziemlich stetig gewesen ist, bilden sie doch nur 
einen winzigen Bruchteil der Arbeiterklasse. 
Die Konsumgenossenschaften dagegen haben eine viel größere 
Bedeutung erlangt: ihre Mitglieder zählen nach Millionen und bilden 
in einigen Städten Englands, Deutschlands und der Schweiz schon 
die Mehrheit der Bevölkerung. Außerdem sind sie imstande gewesen, 
riesige Großhandelsgenossenschaften zu bilden, die sehr wohl binnen 
kurzem eine vollständige Umwälzung in der Organisation des Handels 
bewirken können, wenn man sein Urteil nicht nur auf die Höhe der 
erreichten Umsatzziffern stützt, sondern auch die unter den Handel 
treibenden hervorgerufene Erregung in Betracht zieht, die in allen 
Ländern zur Forderung von staatlichen Schutzmaßregeln geführt hat. 
Obgleich diese Gesellschaften sich in Frankreich stark vermehrt haben, 
können sie hier doch nicht entfernt die gleichen praktischen Erfolge 
aufweisen; — was ihnen am meisten fehlt, ist gerade das Solidaritäts 
gefühl. Dafür ist es ihnen aber gelungen, ein soziales Erneuerungs 
programm aufzustellen, das einer gewissen Größe nicht entbehrt und 
sich übrigens auf das Programm der „Pioniere von Rochdale“ gründet * 2 ). 
*) „Die Solidarität ist nur ein leeres Wort, wenn sie sich nicht auf besondere 
Organisationen stützt, die sie wirksam machen. Deshalb haben die Arbeiter-Assozia 
tionen den Garantismus geschaffen. . . .“ 
„Die reinste Kundgebung der Idee der Solidarität besteht darin, einen Teil des 
■von der Arbeit geschaffenen Reichtums dazu zu benutzen, dag Elend wieder gut zu 
machen, das die schlechte Organisation der Arbeit verursacht und den Arbeiter 
und die Seinigen den schwersten Leiden aussetzt, wenn Krankheit, Alter oder 
Schicksalsschläge ihn treffen.“ (Programm auf dem Umschlag der Association 
Ouvriere, Organ der Produktivgenossenschaften.) 
2 ) Dieses genossenschaftliche Programm ist in Frankreich allgemein als das der 
„Schule von Nimes“ bekannt. In Wirklichkeit ist es nur die Weiterführung in 
großem Maßstabe des 1844 von den Pionieren von Rochdale lakonisch aufgestellten 
Grundgedankens. Boürgüin, der es in seinen Systemes socialistes aufgenommen 
hat, hält dafür, daß es an Klarheit fehlen lasse. Es scheint uns aber wenigstens 
ebenso klar wir irgend ein anderes sozialistisches Programm, das die Zukunft vorweg 
nimmt, und hat den Vorzug voraus, daß es sich auf Ansätze zu seiner Verwirklichung 
stützen kann, die heute schon Beachtung verdienen. Im folgenden fassen wir 
es kurz zusammen, und zwar nach einem, schon vor £0 Jahren gelegentlich 
der Hundertjahrfeier der Revolution in einer Rede dargelegten Programm (in dem
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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