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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

690 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
Sie beschränkt es aber auf diese wirtschaftliche Solidarität, die 
ihr genügend erscheint, und die sie für die beste hält, die man sich vor 
stellen kann, auch wenn es von uns abhinge, sie neu zu organisieren. 
Selbst der ausschweifendste Traum kann nichts besseres schaffen, 
als eine Ordnung, die auf Grund der Teilung der Funktionen tag 
täglich für alle Menschen die Reziprozität der geleisteten Dienste 
verwirklicht, und, wie Bastiat sagt, die Fabel vom Blinden und 
Lahmen ins Leben überträgt: 
„Ich werde für dich gehen, und du wirst für mich 
sehen.“ 
Es genügt, sagt die liberale Schule, die Dinge gehen zu lassen, 
um, unter dem Druck der Konkurrenz, den Grundsatz „Einer für Alle“ 
zu verwirklichen: liegt es denn nicht im Interesse eines jeden Pro 
duzenten, die Bedürfnisse, den Geschmack, die Phantasien des Marktes 
in Betracht zu ziehen und sich zu bemühen, sie, so gut er kann, zu 
befriedigen? Wenn er anders handelt, so geht er zugrunde. Ihn 
zwingt also, und zwar mit viel größerer Kraft als eine sittliche 
Pflicht es tun könnte, die berufliche Notwendigkeit selbst zum Altruis 
mus, — denn was ist Altruismus anders als die beständige Sorge, 
den Bedürfnissen anderer zu genügen oder sogar für andere zu 
leben 1 ). Solidarität besteht aber nicht nur zwischen Produzenten 
und Verbrauchern, sondern auch zwischen Kapital und Arbeit. Kann 
doch keiner dieser beiden Faktoren für sich allein produzieren, und 
ist doch ihr Interesse das gleiche, nämlich: daß die zwischen ihnen 
zu verteilende Menge so groß wie möglich sei. Ebenso besteht aber 
auch zwischen Nationen Solidarität, da eine jede um so mehr Aus 
sicht hat, Absatzmärkte für ihre Produkte zu finden, je reicher die 
anderen Länder sind, usw. 
Auch sind alle diese Solidaritäten in Übereinstimmung mit def 
Gerechtigkeit, da ein jeder den Gegenwert dessen, das er liefert, er 
hält. Und was will denn nun der Solidarismus dieser bewunderungsr 
würdigen, von der Natur gegebenen Organisation hinznfügen? — 
ganz einfach den Parasitismus * 2 ). 
*) „Der Produzent sorgt sich jeden Augenblick um ihr Wohlsein (das seiner 
Kunden) . . . sein Gefühl umfaßt die ganze Menschheit . . . der Kaufmann, der 
Spediteur sind auf der Suche nach dem, was den Leuten, für die sie arbeiten, am 
besten Zusagen könne, durch welche Kombinationen sie neue Kunden finden, d. h. 
immer mehr Personen Dienste leisten können.“ Diese Zeilen, von denen man glauben 
könnte, daß Bastiat sie geschrieben habe, sind einem merkwürdigen kleinen Buche 
von Yves Gdyot entnommen: La Morale de la Conourrence. 
2 ) „Die Solidarität dient den Leuten als Vorwand, die von der Frucht der Arbeit 
anderer profitieren wollen, den Politikern, die das Bedürfnis empfinden, sich auf 
Kosten der Steuerzahler Anhänger zu suchen: es ist einfach ein neuer Name, den
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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