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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1010948261
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20477
Document type:
Monograph
Author:
Hoffmann, Alexander http://d-nb.info/gnd/119001837
Title:
Die Kommunalbesteuerung in Italien
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 207 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Eigene direkte Steuern und andere Gemeindeabgaben
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Organisation. 
148 
b) Die gleichzeitige oder zeitlich geschachtelte Durchführung vieler einzelner 
Aufgaben durch viele Stellen macht eine Planung über sehr große Mengen und 
sehr lange Zeiträume im voraus nötig. Dadurch ist ein Abstoppen von Anweisun 
gen bei veränderten Verhältnissen häufig nicht mehr möglich, weil sonst vorgetane 
Arbeit und vorbestelltes Material in großem Umfang hinfällig würden, außerdem 
auch eine Kontrolle nur unter großen sachlichen und persönlichen Schwierigkeiten 
möglich ist. 
c) Die sachliche Gliederung der Aufgaben macht auch eine Gliederung der Ver 
antwortung erforderlich; diese wirkt sich leicht in ungesunder Weise zu einer Ver 
antwortungs-Splitterung aus, welche nur durch sehr straffe Anweisungen und 
scharfe Begrenzung der Befugnisse seitens der Gesamtleitung zurückgedämmt 
werden kann, was jedoch neue Schwierigkeiten zur Erhaltung der Betriebseinheit 
zur Folge hat. 
d) Andererseits führt aber auch die Aufgabengliederung und das durch sie 
hervorgerufene Anwachsen von Sonderkenntnissen notwendig zu einer Steigerung 
der persönlichen Leitungsmacht solcher Gliedbetriebe 1 . Es kommt zu einem ge 
wissen Drang nach Selbständigkeit und Eigenleben der einzelnen Abteilungen und 
Stellen mit dem Bestreben, möglichst viele Verantwortungsbereiche in weitem 
Umfang selbst zu beherrschen; die Einheit und Geschlossenheit der Betriebsfüh 
rung wird dadurch erheblich behindert und vermindert. 
e) Diese Geschlossenheit wird aber ebenso gestört von der Seite der Ausführen 
den selbst, welche durch die Erledigung einer untergeordneten Teilaufgabe den 
Überblick über den Gesamtbetrieb verlieren. 
f) Wenn zudem Geschicklichkeit als die Fähigkeit des Zusammenfügens 
(Nicklisch) angesehen wird, so macht die Aufgabengliederung ungeschickt und 
einseitig, eine Tatsache, die bei vielen Spezialisten in den Betrieben beobachtet 
werden kann 2 . 
g) Durch die Ausschaltung aller überflüssigen Wege fallen aber auch die 
natürlichen Ruhepausen weg, die dann durch künstliche ersetzt werden müssen. 
h) Endlich ist auch die seelische Wirkung der fortdauernd gleichen und an 
regungslosen Arbeit nicht zu verkennen. Die Ausschaltung jeder Denkarbeit und 
Selbständigkeit in den unteren Arbeitsstellen und das Fehlen jeden Zusammen 
hanges mit den endgültigen Zwecken des Betriebes oder der jeweiligen Gesamt 
aufgabe bringt Unlust und Widerspruch mit sich, welche auch nicht durch theo 
retische Erklärungen und moralethische und gefühlvolle Erläuterungen über den 
tiefen Sinn oder die große Wichtigkeit des jeweils in steter Einförmigkeit zu er 
ledigenden Handgriffs behoben werden können 3 . Wer von früh bis abends gleich 
mäßig Schriftstück nach Schriftstück für die Hollerithmaschine locht, Rolle für 
Rolle des Diktaphons abhört und überträgt, vorgedruckte Schemabriefe mit ein 
förmigen Zahlen und sonstigen Angaben versieht, wer Posten auf Posten in die 
Maschine tippend verbucht oder bei fortdauerndem Maschinengesurr Vordruck 
nach Vordruck in die Umdruckapparatur einlegt und nach Perforierungen zerteilt, 
wer in steter Einförmigkeit Kundenabrufe in besonders vorbereitete Vordrucke 
überträgt oder Aufträge beziffert und einträgt, wer in der Werkstatt Tag für Tag 
Stäbchen, einmal links, einmal rechts, in die ununterbrochen laufende Presse ein 
schiebt, wer fortdauernd kleine Spulen wickelt, Muttern anzieht, Stifte einpaßt, 
Kugeln sortiert, wer sein Leben lang Löcher bohrt oder stanzt, die Nietmaschine 
drückt oder den Punktschweißapparat bedient, dem leuchten solche Erörterungen 
nicht mehr ein. Vor allem dann nicht, wenn seine Verrichtungen stets dem glei 
chen Gegenstand gelten, und wenn die Arbeit, was fast immer der Fall ist, im 
1 Gerhardt: S. 56. 2 Nicklisch: Wirtschaftliche Betriebslehre, S. 83. 
3 Siehe hierzu das umfangreiche Schrifttum über Monotonie und Arbeitsfreude.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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