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Grundlinien unserer Handelspolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Grundlinien unserer Handelspolitik

Monograph

Identifikator:
1011190036
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23164
Document type:
Monograph
Author:
Schmitz, Richard http://d-nb.info/gnd/129082570
Title:
Grundlinien unserer Handelspolitik
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag des Katholischen Volksbundes für Österreich
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (24 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Entwicklung unseres Außenhandels
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundlinien unserer Handelspolitik
  • Title page
  • Index
  • Die Bedeutung der Handespolitik
  • Entwicklung unseres Außenhandels
  • Systeme der Handelspolitik
  • Aufgaben der Handespolitik
  • Mittel der Handelspolitik
  • Geschichtliche Entwicklung unserer Handelspolitik
  • Die gegenwärtige Zollgesetzgebung unserer Monarchie
  • Unsere wichtigsten Handelsgebiete
  • Die handespolitische Struktur der Monarchie

Full text

8 
anwachsender Großteil unserer Produktion sowohl hinsichtlich der Beschaffung 
der Rohstoffe wie auch hinsichtlich des Absatzes der im Jnlande hergestellten 
Waren auf den Weltmarkt angewiesen ist. Neben Industrie und Gewerbe hat 
die Land- und Forstwirtschaft eine überaus große Bedeutung für unseren Außen 
handel behalten, wenngleich hier sehr wichtige Veränderungen im Laufe der 
Jahrzehnte sich ergeben haben. Landwirtschaft und Industrie sind demnach beide 
an der Handelspolitik lebhaftest interessiert. In diesem Interesse, das in mancher 
Beziehung bei oberflächlicher Beurteilung ein entgegengesetztes zu sein scheint, 
findet man auch die Erklärung, weshalb in neuester Zeit die h a n d e l s p o l i- 
tischen Kämpfe die Volksmassen so aufrütteln, mit 
anderen Worten, weshalb sie zuJnteressenkämpfen auf brei 
te st e r Basis geworden sind. 
Systeme der Handelspolitik. 
Seit die einzelnen Länder der Welt aus ihrer Abgeschlossenheit mehr 
herausgetreten und stärker in gegenseitigen Verkehr eingetreten sind, haben 
die Systeme der Handelspolitik wiederholt gewechselt. In unserem 
Vaterlande herrschte bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts das 
sogenannte Prohibitivsystem (Verbotssystem), d. h. man verbot 
die Ausfuhr von Rohstoffen, insbesondere Gold usw., die man im Laude 
selbst verarbeiten, bzw. behalten wollte, und verbot die Einfuhr von Fabrikaten, 
die im Lande selbst erzeugt wurden, das Land wurde also von seinen Nachbarn 
mehr oder weniger streng abgesperrt. Später wurden die Verbote durch über 
aus hohe Zölle ersetzt, die zum Wert der Ware in keinem Verhältnisse standen. 
Dieses System ermöglichte, daß allmählich die Industrie sich entwickelte 
und erstarkte. Ein Grundgedanke dieses Systems war, daseigeneLand 
vom Ausland nröglichst unabhängig zu machen und tun 
lichst alles, was man im Lande brauchte, auch im Lande selbst zu erzeugen. 
So richtig an und für sich dieser Gedanke ist, so hat doch mit der fortschreitenden 
Entwicklung des Wirtschaftslebens das Verbotssystem sich als ein schweres 
Hindernis gezeigt. Es gewährte nicht bloß Schutz, sondern ein förmliches 
Monopol: die Bevölkerung mußte infolge der Höhe der Zölle einfach die 
Waren kaufen, die im Jnlande erzeugt wurden, und die Preise bezahlen, 
welche die betreffenden Erzeuger verlangten. Nach dem. ersten, wenn auch 
vorläufig nicht entscheidenden Siege des politischen Liberalismus im Jahre 1848 
trat auch an Stelle des Verbotssystems, das so ganz der absolutistischen Zeit 
entsprach, ein liberales, das sogenannte F r e i h a n d e ls s y st e m. 
Freihandel. 
Die Anhänger des Freihandelsgedankens verlangen, daß zwischen den 
einzelnen Ländern überhaupt keine Zollgrenzen bestehen 
dürfen. Die Waren sollten von einem Lande in das andere ohne Hindernis 
und ohne Zollaufschläge ein- und ausgeführt werden können. Im Sinne des 
Freihandels soll an die Stelle der Selbstgenügsamkeit eines Volkes oder Landes 
die weltwirtschaftliche Befriedigung treten. Man sagte und sagt in diesen
	        

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Grundlinien Unserer Handelspolitik. Verlag des Katholischen Volksbundes für Österreich, 1913.
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