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Grundlinien unserer Handelspolitik

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Bibliographic data

Object: Grundlinien unserer Handelspolitik

Monograph

Identifikator:
1011190036
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23164
Document type:
Monograph
Author:
Schmitz, Richard http://d-nb.info/gnd/129082570
Title:
Grundlinien unserer Handelspolitik
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag des Katholischen Volksbundes für Österreich
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (24 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Systeme der Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundlinien unserer Handelspolitik
  • Title page
  • Index
  • Die Bedeutung der Handespolitik
  • Entwicklung unseres Außenhandels
  • Systeme der Handelspolitik
  • Aufgaben der Handespolitik
  • Mittel der Handelspolitik
  • Geschichtliche Entwicklung unserer Handelspolitik
  • Die gegenwärtige Zollgesetzgebung unserer Monarchie
  • Unsere wichtigsten Handelsgebiete
  • Die handespolitische Struktur der Monarchie

Full text

11 
Meere der Erde. Ausgezeichnete Kohlen- und Eisenerzlager usw., verbunden mit dem billigen 
Wasserwege, gaben Englands durch die Franzosenkriege fast unberührt gebliebenem 
Nationalreichtum Anreiz und Gelegenheit zu großartiger Wirtschaftsentfaltung. E n g l a n d s 
Jndn st rieund Handel w aren allenanderen überlegen. Der Hunger 
nachGetreide zwang, die Überlegenheit in Industrie und Handel ermöglichte 
England, Ende der 1840 er Jahre die Schutzzölle abzubauen und den Freihandel einzu 
führen. .England wollte von Europa Lebensmittel gegen Jndustriefabrikate tauschen. Das 
ging so lange, als diese Staaten nicht selbst zur Industrialisierung schritten und die Lebens 
mittelvorräte knapper wurden. 
In neuester Zeit, da die Konkurrenz des Deutschen Reiches sich auf englischem Boden 
selbst geltend machte, fanden die Bestrebungen nach Einführung von Schutzzöllen im englischen 
Volke mehr und mehr Anhänger. Man redet heute in England mehr als je von einem 
Größer-Britannien, das England selbst und alle seine Kolonien durch eine gemein 
same Zollgesetzgebung zu einem Wirtschaftsganzen von ungeheurer Größe und 
Macht zusammenfassen soll. Aber schon früher haben die Engländer Maßnahmen getroffen, 
die sich mit dem Prinzipe des Freihandels durchaus nicht vertragen. So hat man drüben, um 
die deutschen Waren vom englischen Markte auszuschließen, verlangt, daß auf denselben der 
Vermerk „Made in Germ an y" (gemacht in Deutschland) stehen müsse. Allerdings hat 
diese Maßregel ihren Zweck nicht nur versehlt, sondern das gerade Gegenteil bewirkt — sie 
wurde zum Ruhmestitel der deutschen Volkswirtschaft. Die englischen „Finanzzölle" führen 
der Staatskasse zirka 700 Millionen Kronen jährlich zu. So ist auch England, das gerühmte 
Paradies der Freihändler, durchaus nicht ein Land des klassischen Freihandels, sondern 
erfüllt von theoretischen und praktischen Schutzbestrebungen. 
Schutzzollsystem. 
Das S ch u tz z o l l s y st e tu (Protektionismus) geht v o m Vater- 
ländischen Standpunkte aus; nicht kosmopolitische Träumereien, 
sondern das tatsächliche Wohl des eigenen Vaterlandes 
in der G e g en w art ist ihm Ziel. 
Was verlangen wir vom Wirtschaftsleben? Arbeitsgelegenheit 
und Versorgung mit den nötigen Gütern zu entsprechenden Preisen. 
Die billigsten Preise aber nützen uns nichts, wenn wir sie inangels Verdienstes 
nicht bezahlen können. Das ist das ivichtigste und unerläßlichste Ziel aller 
Wirtschaftspolitik: Arbeitsgelegenheit, Verdienstmöglichkeit im Vaterlande. 
Diese Arbeitsgelegenheiten schaffen wir, indem wir die bestehenden Wirt 
schaftszweige erhalten und soweit als möglich zu größerer Entfaltung zu bringen 
suchen einerseits, indenr wir neue Wirtschaftszweige einführen andererseits. 
Und das wiederum ist ilur möglich, wenn wir unsere Volkswirtschaft schützen 
vor der Konkurrenz des Auslandes. Daher der Name Schutzzoll! Selbstverständ 
lich darf diese Schutzzollpolitik nicht ausarten in eine Begünstigung verhältnis 
mäßig weniger, die gleichzeitig die Ausbeutung der Massen bedeuten würde. 
Nach dem Gesamtwohl, nach dem volkswirtschaftlichen Vorteil muß die Zoll 
höhe bestimmt werden. 
Aufgaben der Handelspolitik. 
Wir wiederholen: Die Handelspolitik als ein Stück der Wirtschaftspolitik 
muß mit dazu beitragen, unser Vaterland dadurch möglichst st a r k 
zu machen, daß alle seine Bürger ihm durch die Schaffung von Arbeitsgelegen 
heit erhalten, und daß ihre Ersparnisse im Vaterlande bleiben und so dessen 
Finanzmacht verstärken, sowie dadurch unabhängig zu machen, daß
	        

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Die Preußische Gewerbesteuer. Heymann, 1926.
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